Villaputzu liegt am Fuß der Ausläufer des Sarrabus und geht, nicht weit von einem herrlichen Abschnitt der Südostküste Sardiniens, in eine Flussebene des Flumendosa über. Der Ortsname setzt sich zusammen aus lateinisch "villa", Städtchen, und dem campidanesischen Wort "putzu", das 'Brunnen' bedeutet und auf den Wasserreichtum des Gebiets anspielt. Dies bestätigt, dass seit alter Zeit Menschen hier verkehrten, wie auch verschiedene Fundstätten in der Gegend belegen. Materielle Spuren aus vorgeschichtlicher Zeit sind die Höhlengräber (domus de janas) in Torre Murtas, zahlreiche Nuraghen und Ruinen der phönizischen Stadt Sarcapos von 600 v.Chr. Die Stadt, die dem Sarrabus seinen Namen gibt, war ein wichtiger Handelsstützpunkt der Phönizier auf der Route nach Etrurien. Später ging sie an die Römer über und wurde so bedeutend, dass sie in das Itinerarium Antonini aus dem 2. vorchristlichen Jahrhundert aufgenommen wurde. Im Mittelalter gehörte der Ort zum Verwaltungsbezirk Tolostrai im Judikat Cagliari und ging dann zusammen mit der Burg Quirra in die Besitzungen von Giovanni Visconti di Gallura ein. Schließlich wurde er ein Lehen der Carroz. Der Ort breitet sich rund um die Pfarrkirche Santa Caterina di Alessandria aus, und sein Straßenbild ist durch typische traditionelle Steinhäuser geprägt.

Die heutige Pfarrkirche ist Santa Caterina d'Alessandria geweiht und wurde zwischen Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts anstelle der alten, San Giorgio Martire gewidmeten Pfarrkirche errichtet. Innerhalb der Ortschaft sind unter anderem das Oratorio del Rosario von 1797 und die Kirche Santa Brigida aus dem 16. Jahrhundert zu sehen, während im nahe gelegenen Ortsteil Quirra auf der Spitze eines Hügels die gleichnamige Burg steht, die inzwischen verfallen ist und dennoch einen besonderen Zauber ausstrahlt. Um die Burg rankt die Legende von Donna Violante Carroz, einer geizigen, unbarmherzigen Edelfrau, die einen goldenen Webstuhl in einem Berg vergraben haben und beim Absturz von einem hohen Fels den Tod gefunden haben soll. Den Bau der Burg verdankt man den Richtern von Cagliari, die sie zwischen dem 12. und 13. Jahrhundert errichteten. Unweit derselben steht die romanische Kirche San Nicola di Quirra aus dem 12. Jahrhundert. Sie ist aus rotem Backstein erbaut und besteht aus einem einzigen Schiff mit halbrunder Apsis. Es handelt sich um einen von nur zwei romanischen Backsteinbauten auf Sardinien. Außerdem befinden sich in der Nähe von Villaputzu die beiden stillgelegten Bergwerke Gibas und S'Acqua Arrubia. Archäologisch bedeutsam ist die Stätte Sarcapos auf dem Hügel Santa Maria, wo wichtige Fundstücke aus der phönizischen, attischen und etruskischen Kultur ans Licht gebracht wurden. Auch geologisch bedeutsame Stätten wie die Karsthöhle Is Angurtidogius hat Villaputzu zu bieten. An der Küste finden wir Porto Corallo, dessen Name auf den Korallenreichtum in dem Gebiet verweist. Heute ist es ein Fischerhafen, aber in der Antike wurde er zur Verschiffung der Minerale aus dem Hinterland benutzt. Der Strand wird von einem zylindrischen spanischen Turm aus dem 16. Jahrhundert überragt. Nicht weit von Porto Corallo liegt die Burg Gibas, welche die Spanier zum Schutz der Küste vor Barbareneinfällen erbauten. Villaputzu hat überdies herrliche Küstenabschnitte vorzuweisen, so in den Ortsteilen Murtas und Quirra: eine bezaubernde Folge von felsigen Abschnitten und Sandstränden, von smaragdgrünem Wasser umspült. Sieben spanische Türme aus dem 17. Jahrhundert überwachen die Küste: stumpfkegelige geometrische Formen, die sich vor einer atemberaubenden Meereslandschaft abheben. Am 17. Januar beleben sich die Straßen des Ortes anlässlich des Festes für Sant'Antonio, in dessen Rahmen zahlreiche Feuer entzündet werden. Im August werden die Kunsthandwerksmesse und das Fest des sardischen Tanzes unter dem typischen Klang der Launeddas veranstaltet. Am 31. Oktober findet zur Unterhaltung des ganzen Ortes die Sammelaktion Is Animeddas statt: Ab den frühen Morgenstunden ziehen Gruppen von Kindern mit einem Sack auf der Schulter durchs Dorf und wetteifern darum, wer von den Dorfbewohnern die meisten Gaben erhält, die man sich verschafft, indem man fragt: "Mi das faidi is animeddas?" Die Spende für die Kinder ist nichts anderes als das Symbol einer Ehrerbietung für die eigenen verstorbenen Angehörigen. Villaputzu ist außerdem für seine Nuragus- und Monica-Weine bekannt.