Strahlend weiße Sandstrände, eingebettet in Meer und Lagunen, die Türme als Zeugen zahlreicher Piratenübergriffe dominieren. Das Gebiet von Muravera, dem wichtigsten Ort der Region Sarrabus, das über 5000 Einwohner zählt, erstreckt sich entlang des Flumendosa-Tales, von den Hängen des Monte Nieddu bis zur Mündung des gleichnamigen Flusses: Es ist eines der schönsten Gebiete des Mittelmeeres mit Traumstränden, Weihern, die sich für Mountainbike- oder Reitausflüge eignen, dem Wald von Baccu arrodas, der wiederum ideal für Wanderungen vorbei an Steineichen- Erdbeerbaumwäldern und Zitrusplantagen ist. Der Küstenstreifen erstreckt sich vom Quarzstrand von San Giovanni dutzende Kilometer weit im Süden des Landes. Die Küstenroute verläuft durch die mit Strandlilien und dem gelben Mohn von Colostrai bedeckten Dünen sowie durch den zwei Kilometer langen feinen bronzefarbenen Sandstrand von Feraxi. Hinter den Sandstränden sind ruhig drei der fünf Lagunen von Muravera gelegen, einer Wildtieroase, in der Säbelschnäbler, Stelzenläufer, Flamingos beheimatet sind, aber auch Störche vorüberziehen und die auch als Fischteiche dienen. Nahe des Granitfelsens von Capo Ferrato stößt man auf die entlegenen Buchten von Portu de s’Illixi, Sa Figu und Porto Pirastu. Der strahlend weiße Strand von Iba de ziu Franciscu ist der Vorläufer zur Costa Rei, dem längsten Sandstrand Ostsardiniens: Knapp 8 km bis zum Peppino-Felsen (sowie weitere zwei Kilometer im Gebiet von Castiadas). Er bezaubert ob seiner Weitläufigkeit und Naturschwimmbäder und ist in unterschiedlich benannte Abschnitt geteilt, darunter auch Piscina Rei. Jahrhundertelang war die Küste Sarazenenangriffen ausgeliefert: Daher wurden von den Spaniern als Verteidigungsposten (16.-18.Jh.) die Türme Dieci Cavalli, Salinas und Monti Ferru errichtet, von dem man das gesamte Gebiet bewundern kann. Zunächst wurden ab dem 15.Jh. in den Villae von Carruti, Sorrui und Petrera – dem heute ältesten Teil - die Kirchen Santa Lucia, Santa Maria, San Giovanni Battista sowie die aus dem 16.Jh. stammende Pfarrkirche San Nicola di Bari in spätgotischem Stil errichtet, in der ein Marmoraltar, zwei barocke Retabel aus vergoldetem Holz und eine polychrome Holzfigur des Hl. Sebastian aus dem Jahre 1603 zu sehen sind. Daran anschließend erhebt sich der ehemalige Palazzo Comunale aus dem 19.Jh. In der Altstadt sind auch Sa Domu de is Candelajus, einem Herrenhaus, das im Laufe der Zeit zum Völkerkundemuseum umgebaut wurde, der Portico Petretto und die Casa Zedda sehenswert, in der eine römische Zisterne entdeckt wurde.

Das Flumendosa-Tal ist sehr fruchtbar und hier werden Reis und vor allem Orangen, Klementinen, Zitronen und Mandarinen angebaut, um die sich (seit 1961) im Mai bei der Sagra degli agrumi (Fest der Zitrusfrüchte) alles dreht. Sie ist das wichtigste Ereignis des Jahres, bei dem man auch Brot, Käse, wie Su callu und Casu axedu sowie Honig, Wein und Süßspeisen verkosten kann. Besonders bezaubert der Umzug, bei dem Trachten der ganzen Insel getragen werden und der vom Klang der Etnotraccas und Launeddas begleitet wird. Dies sind einzigartige Blasinstrumente sehr alten Ursprungs, die aus Rohr der Weiher gefertigt werden, aus denen auch Weidenruten und Binsen stammen, aus denen Flechtkörbe hergestellt werden. Es zählt ebenso wie die Webkunst mit ihren Schultertüchern, Teppichen und Vorhängen, und die Goldschmiedekunst mit ihrer Filigrantechnik sowie die Fertigung von Holz-, Keramik- und Kupferartefakten zu den vielen Handwerkskünsten dieses Landstrichs. Im August hingegen findet der Sommerkarneval Maskaras statt, bei dem traditionelle Masken im Mittelpunkt stehen.

Rundum den Ort kann man schöne archäologische Ausflüge zu verschiedenen aus der späten Jungsteinzeit stammenden Megalithkomplexen machen (3200-2800 v.Chr.): Dazu gehören die 53 Menhire von Cuili Piras, die in Dreier- bis Fünferreihen aufgestellt sind, tief in der Erde stecken und in Korrelation zum Auf- und Untergehen der Sonne und des Mondes stehen und somit fast die Funktion einer urgeschichtlichen Uhr haben; der Menhirkomplex am Fuße der Anhöhe der Protonuraghe Scalas und die Ausgrabungsstätten von Baracca su Entu nahe des Weihers Piscina Rei, wo sich die römischen Siedlungen von Porto Sipicio und Susalei befanden. Auf die Jungsteinzeit gehen auch die Domus de Janas von Monte Nai zurück, nahe denen in späterer Zeit die punische Festung von Baccu errichtet wurde. Aus der Bronzezeit stammen verschiedene Nuraghen, das stierförmige Grab Arcu ziu Marinu sowie die Nekropole von Casa Murgioni.