Das Museum S'Omo 'e sa Majarza ("Das Hexenhaus") in Bidonì, im sanierten alten Rathaus, ist der Hexerei, dem Teufel und den phantastischen Sagengestalten Sardiniens gewidmet: ein faszinierendes Thema, das hier mit Ernst und Sorgfalt behandelt wird.

Aufgrund von vertieften historischen Forschungen fiel die Wahl der Exponate auf Xylografien von Hexen und Teufeln aus dem 14.-16. Jahrhundert, die den Besucher gefühlsmäßig ansprechen und in die Welt des Volksglaubens und schrecklicher Verfluchungen einführt. Der Museumsrundgang, der in seiner Art auf Sardinien einmalig ist und auch in Italien nur wenig Vergleichbares hat, geht von den Totengöttern der Römer aus und gelangt dann zur Inquisition und zum "Malleus Maleficarum", dem 1486 publizierten Buch, das in allen Hexenvernehmungen zur Leitschnur wurde. Das "Malleus" lieferte die theologischen Grundlagen für die grausamsten Folterungen, die tausende von Unschuldigen, vornehmlich der Hexerei und Zauberei angeklagte Frauen, das Leben kostete. Das Museum bietet dem Besucher die Möglichkeit, eine Art Reise in Raum und Zeit zu unternehmen, die ihn in die verzauberte, geheimnisvolle Dimension alter Geschichten, Erzählungen von "janas" (mythische Gestalten der sardischen Tradition), Kobolden, Teufeln und Hexen führt. Es bewahrt Amulette und Glücksbringer gegen den bösen Blick, Zaubertränke und Beschwörungen gegen verschiedene Krankheiten und Übel wie "sa mixina de s'ogu" und "sos fattuggios". In einer Ecke entdeckt man zudem die beunruhigende Figur "sa Filonzana", eine schwarz gekleidete Frau, die eine Spindel in der Hand hält und den dünnen Faden des Lebens symbolisiert, der jederzeit zerreißen kann.

Zu den eindrucksvollsten Angeboten des Museums zählt die Rekonstruktion der Gruft einer sardischen Hexe aus dem 16. Jahrhundert, einer gewissen Julia Carta di Siligo, die zwischen 1596 und 1606 eingesperrt war und im Inquisitionsgefängnis von Sassari der Folter unterzogen wurde. Zudem ist der Totenkarren, "su carru de sos mortos", hier ausgestellt, der nach altem Volksglauben mit quietschenden Rädern dahinfuhr, um die Seelen der Verstorbenen zu transportieren. Da nur diejenigen den Karren sehen konnten, die innerhalb eines Jahres sterben würden, erregte seine bloße Nennung Angst und Schrecken.

Adresse: via Monte 9, 09080 Bidonì. Telefon: 0783 69044 (Gemeinde), 348 3943842 (Kooperative Polis) Träger: Comune di Bidonì.