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Sorradile

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Die Pfarrkirche San Sebastiano im Ortsteil Corte 'e josso, die 1642 geweiht wurde, ist recht bemerkenswert. Sie wurde im Stil der katalanischen Gotik von lokalen Bauhandwerkern unter der Leitung des Baumeisters Antonio Pinna auf den Grundmauern eines romanischen Kirchengebäudes errichtet (Spuren dieses Gebäudes sind in der Sakristei und im Presbyterium erhalten). Die einschiffige Kirche aus rosafarbenem Trachyt besitzt eine Fassade mit einem breiten, halbrunden Giebel, den ein Gebälk mit strahlenförmig gemusterten Kacheln und Rosetten stützt. Zwei Löwenprotomen und ein kleines Radfenster vervollständigen die Vorderansicht.

Im Gemeindegebiet von Sorradile befinden sich viele archäologische Stätten. sie reichen von den Höhlengräbern, den sogenannten 'domus de janas' von Prunittu in der Ortschaft San Nicola bis hin zu den verschiedenen Nuraghenbauten (Candala, Iscòva, Perdu Mannu und Bentòsu, Pajolu, Biùgias Pilicas und Aurù, Songhe und Su Pranu). viele dieser Orte sind nur in Zeiten mit geringem Niederschlag sichtbar, weil sie normalerweise vom See bedeckt sind. In der Ortschaft Su Monte befindet sich dagegen ein Kultstätte aus der Zeit der Nuraghenkultur (Ende 12. und Anfang 9. vorchristliches Jahrhundert). Aufgrund der geografische Lage dieses Gebietes an der Grenze des Judikats Arborea entstanden hier im Mittelalter einige Festungsbauten, von denen sich auch in Sorradile eine befindet. Es ist das unter dem Namen Brogariu oder Barigadu bekannte Schloss, (das den gleichen Namen trägt wie die gesamte Region und &bdquo.die Furt durch den Fluss Tirso bewachen' bedeutet). Im Gemeindegebiet stehen mehrere kleinere Kirchen, in deren Nähe sich oft auch bescheidene Unterkünfte für die Gläubigen und Pilger, sogenannte cumbessias, befinden. Diese kleinen Gebäude stammen ursprünglich aus der byzantinischen Zeit der Basilianer-Mönche, die im Gegensatz zu den Mönchen der Benediktiner-Orden ein Leben in engem Kontakt zu den Bewohnern pflegten.

Die cumbessias (auch muristenes genannt) zeugen von der Teilnahme der Mönche am sozialen Leben der Gemeinschaft. San Nicola in Nurozo ist eine dieser kleinen Kirchen. Sie steht an jenem Ort, an dem sich historischen Urkunden zufolge ursprünglich ein Siedlungsmittelpunkt unter dem Namen Nurozo mit der Pfarrkirche San Nicola befand. Er existiert inzwischen nicht mehr. Die Kirche San Nicola stammt aus dem 12. Jh. und besteht aus rosafarbenem Trachyt. Das Gebäude ist einschiffig mit einem Holzdach. Das Fest zu Ehren des Heiligen beginnt am Nachmittag des 8. September mit einer Prozession, bei der die kleine Holzstatue des Heiligen von der Pfarrkirche zur Wallfahrtskirche auf dem Land gebracht wird. Dabei schaffen die Organisatoren des Festes, die sogenannten 'obrieri', in aller Eile sämtliche, für die Messe erforderlichen sakralen Gegenstände aus der kleinen Kirche S. Maria di Turrana an jenen Ort. Ab dem 9. September beginnt dann die Novene, wobei die Gläubigen in den cumbessias rund um die Kirche eine Unterkunft finden können. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist das Festa am 17. September, bei dem sardische Tänze, traditionelle Fingerspiele (&bdquo.giochi di morra') und ein großes Festmahl am Heiligtum veranstaltet werden. Ein weiteres Fest findet mit großer Beteiligung der Einwohner auf dem Land bei Turrana in der Nähe der kleinen Kirche Santa Maria statt, deren Grundmauern etwa aus dem Jahre 1250 stammen.

Das einschiffige Kirchengebäude besitzt ein vorderes Säulenportal, das ursprünglich auch die Seitenfassaden der Kirche hätte umgeben sollen. Die Feierlichkeiten zu Ehren der Heiligen beginnen am 30. August mit einer Prozession, bei der die Holzstatue der hl. Jungfrau mit dem dunklem Antlitz von ihrem Ort, der Pfarrkirche, zum Heiligtum getragen wird. Die Prozession führt an beeindruckenden Plätzen vorbei, entlang der Straßen im oberen Ortsteil und anschließend auf einem Weg mitten durch den dichten Wald bei Sas Iscaleddas, bis die Gläubigen am Abend ihr Ziel in Turrana erreicht ahben. Dort wird zunächst ein Rundgang um die Wallfahrtskirche gemacht. Nach Eintritt in die Kirche stimmen die Teilnehmer Lobgesänge auf Sardisch zu Ehren der Hl. Jungfrau an. Anschließend schenken die Organisatoren des Festes, die obrieri, für die Gläubigen Getränke aus, Weißwein für die Männer und Kaffee für die Frauen. Von diesem Tag an begeben sich die Gläubigen an neun darauffolgenden Tagen an den Wallfahrtsort, um dort die Novene zu zelebrieren. sie haben die Möglichkeit in den rings um die Kirche stehenden Unterkünften, den muristenes, zu übernachten. die Frauen in den sogenannten su muristene mannu und die obrieri in den su muristene de sos oberaios. Am letzten Abend wird auf dem Hof vor der Kirche ein Fest, das s'issadorzu, veranstaltet. Dabei wird bis zum frühen Morgen des 8. September gefeiert, bis die Prozession wieder in den Ort zurückkehrt. Bei ihrer Ankunft in der Pfarrkirche wird eine feierliche Messe zelebriert. An der Grenze zur Provinz Nuoro befindet sich in der Ortschaft Salto di Lochele ein Gebietsstreifen, der zum Gemeindegebiet von Sorradile gehört und wo man mitten in einem dichtbewachsenen und recht unerschlossenen Waldgebiet einen eindrucksvollen Blick auf die Schlucht und das Flussbett des Taloro hat.

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