Das Museum liegt auf dem Hügel Sant'Onofrio in Nuoro. Es präsentiert alle Kunst- und Alltagsgegenstände des traditionellen Sardinien (Kleider, Schmuck, Web- und Holzerzeugnisse, Waffen, Masken, Brote, Instrumente der Volksmusik, Küchen- und Arbeitsgeräte). Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Musik-, Tanz- und Gesangskunst im Zusammenhang mit der Volksreligiosität. Die Sammlungen umfassen rund 8000 Exponate, größtenteils aus der Zeit zwischen Ende des 19. und Mitte des 20. Jahrhunderts. Es sind etwa 80 Herren- und Damentrachten und verschiedene Kleidungsstücke von Kindern ausgestellt, die alle echt sind und vor dem Erwerb durch das Museum tatsächlich getragen wurden. Sie repräsentieren die Typologien der verschiedenen historisch-geografischen Subregionen der Insel und werden rotierend ausgestellt, sei es zum Zweck der besseren Erhaltung, sei es, um einen Großteil der Sammlung zugänglich zu machen. Eine sehr umfängliche Sammlung von Schmuckstücken und Amuletten des Museums ist zu sehen.

Viele Stücke sind integraler Bestandteil der traditionellen Kleidung (Knöpfe, Broschen, Ketten), andere sind persönliche Schmuckgegenstände (Ohrringe, Ohrgehänge und Ringe), wieder andere sind Amulette, Votivgaben und religiöse Gegenstände (Rosenkränze, Reliquiare, Medaillen, Kreuze).

Sehr vielfältig sind die Weberzeugnisse, die Beispiele einer Tradition liefern, welche noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in jedem Dorf lebendig war und die Grundlage für die weithin bekannte kunsthandwerkliche Produktion von heute darstellt. Hölzerne Gesichtsmasken, Glocken und Schafsfelle begleiten verschiedene Veranstaltungen, die ihren Ursprung in weit zurückliegenden Erfahrungen der Mittelmeervölker haben. Die Räume, die diesen einzigartigen Zeugnissen gewidmet sind, zeigen die Masken der "Thurpos" und des "Eritaju" aus Orotelli, der "Boes" und "Merdules" aus Ottana und der "Mamuthones" und "Issohadores" aus Mamoiada. Es sind zirka 60 Instrumente der sardischen Volksmusik zusammen mit unterschiedlichen Vorrichtungen und Klangspielgeräten zu sehen. 

In den Vitrinen des Museums sind schließlich rund hundert traditionelle Brotsorten zu sehen, die einen Teil der Sammlung von über 600 Sorten ausmachen, von denen viele seit geraumer Zeit nicht mehr gebacken werden. Als Grundnahrungsmittel für viele Völker des Mittelmeerraums begleitete das Brot die Lebensrhythmen auf Sardinien: den Wechsel der Jahreszeiten und Arbeitszyklen, die Feste, die frohen und traurigen Familienfeierlichkeiten. Sie dokumentieren ein verbreitetes außerordentliches Geschick in der Formgebung und Verzierung, das . wie das Spinnen, Weben und die Haushaltsführung . zum allgemeinsten Wissensschatz der sardischen Frauen gehörte.