Der Besuch eines verlassenen Ortes gleicht einer Reise zurück in die Zeit.

Ein Hauch der Unruhe, des Zaubers und des Geheimnisvollen umhüllt einen, während man zwischen verfallenen Häusern und wildwachsender Vegetation umherspaziert. Oft versucht man sich vorzustellen, wie dieser Ort wohl gewesen sein mag, als er noch mit Leben erfüllt war.

Genau diese Atmosphäre bestrickt den Besucher von Lollove, einem winzigen Hirten- und Bauerndorf inmitten grüner Hügel, von wo aus man einen herrlichen Blick auf das darunterliegende Tal unweit von Nuoro genießt.

Auf engen Pflasterstraßen, die in die mittelalterlich anmutende Ortsmitte führen, an Ruinen und wenigen noch erhaltenen Häusern vorbei, gelangt man zur Pfarrkirche in spätgotischem Stil, die S. Biagio geweiht ist und deren Front eine schöne Rosette und ein Eingang aus rosa Trachyt schmücken.

Die Erzählungen der nur 26, zumeist alten Bewohner von heute berichten von einem alten Fluch, den Schwestern der Kirche S. M. Maddalena gegen das Dorf schleuderten, als sie aus Empörung über das Verhalten einiger Mitschwestern, welche die Hirten des Ortes dem Ordensleben vorzogen, von dort flohen.

'Du wirst sein wie das Wasser des Meeres. Du wirst nie wachsen und nie vergehen', sagten sie bei ihrem Fortgang.

Heute ist Lollove ein Ort ohne Geschäfte, Schule und Arzt, und selbst der Pfarrer kommt nur einmal pro Woche aus Nuoro zur Sonntagsmesse. Dennoch ist der Ort ein Sinnbild geworden: Er symbolisiert das langsame und ruhige Leben von einst, dessen Rhythmen durch die Natur und die harte Arbeit in den binzas (Weinbergen) geprägt waren.

Der Ort hat Forscher angezogen, Fotografen und Schriftsteller inspiriert, wie die nuoresische Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Grazia Deledda, deren Roman 'Die Mutter' in Lollove spielt.

Im Herbst belebt sich das alte Dorf anlässlich der Veranstaltung 'Vivilollove' im Rahmen der Reihe 'Autunno in Barbagia' (Herbst in der Barbagia).

Die Straßen und alten Höfe werden zum Schauplatz jener Tätigkeiten, die einst Alltag waren: vom Schmieden bis zur Tischlerarbeit. An diesen idealen Orten wird der Markt der Biobauern abgehalten und die Besucher können der Verarbeitung und Zubereitung verschiedener lokaler Erzeugnisse beiwohnen und deren Geschmack schätzen.

In Nuoro auf der via Lamarmora Richtung via Veneto fahren und in diese links abbiegen. Ganz durchfahren und wieder links abbiegen in die via Brigata Sassari. An der Kreuzung links auf die Nationalstraße SS129 abbiegen. Die Ausfahrt für die SS389 nehmen, sich an der Kreuzung rechts halten, den Ausschilderungen nach Olbia folgen und auf die SS131 Diramazione Centrale Nuorese (DCN) fahren. An der Ausfahrt Orune abfahren und nach rechts abbiegen.