Teulada liegt im Südwesten Sardiniens, an der herrlichen Südküste, und ist für seine wunderschönen Strände und sein kristallklares Meer bekannt. Von einer urwüchsigen, weitgehend unberührten Natur umgeben, hält der Ort tausend Kostbarkeiten bereit. An der Küste, die durch das herrliche Capo Malfatano gekennzeichnet ist, wechseln lange Sandstrände mit schroffen, zerklüfteten Felsabschnitten ab, bis hinab zur äußersten Spitze, Capo Teulada. Auch in höherer Lage bietet der Ort dem Besucher wunderbare Ausblicke und Landschaften, wie den Wald Gutturu Mannu und den Berg Punta Sebera. Der Name Teulada geht auf lateinisch "tegula" zurück und zeugt von der bedeutenden Terrakottaproduktion im Gebiet. In vorgeschichtlicher Zeit war die Gegend von einheimischen Völkern bewohnt, wie rund zwanzig Nuraghen im Gemeindegebiet sowie zahlreiche archäologische Funde unter anderem in der Grotte des Monte Sa Cona belegen, die von den Vornuraghern als Bestattungsort benutzt wurde. Dort wurden Keramikfragmente aus der Kultur von Bonnanaro gefunden. Die Phönizier und Punier nutzten die einladenden Küsten Teuladas seit der Eisenzeit. Zu den wichtigen Fundstätten zählen Malfatano, wo Überreste eines punischen Tophets auf der kleinen, dem Strand von Tuerredda vorgelagerten Insel zu sehen sind, der versunkene Porto di Melqart sowie ein alter punischer Steinbruch am Strand Piscinnì. In der Römerzeit entstand die Stadt Tegula, die in dem heute als Sant'Isidoro bekannten Gebiet nahe der Küste lag. Der Ort befand sich an der Straße, die Karalis mit Sulci verband. Der an der Küste gegründete Ort zog sich wegen der fortlaufenden Angriffe der Sarazenen, welche die Küsten unsicher machten, ins Hinterland zurück. Im Mittelalter wurde die Ortschaft dem Verwaltungsbezirk Sulcis im Judikat Cagliari zugeordnet.

Teulada ist ohne Zweifel wegen seiner herrlichen Strände Tuerredda und Portu Tramatzu einen Besuch wert. Für Schifffahrtsbegeisterte wurde vor einigen Jahren der Tourismushafen neugebaut, der für 133 Boote mit einer Maximallänge von dreißig Metern Platz bietet. Klein, aber sehr charakteristisch sind der Hafen Budello mit seinen typischen Fischerbooten und der Hafen Capo Malfatano. Naturausflüge bieten sich vor allem in das Waldgebiet Gutturu Mannu an, in dem viele endemische Arten, jahrhundertealte Stein- und Korkeichen und eine Mittelmeermacchia mit tausend Farben und Aromen vorkommen. Im Berggebiet gibt es viele faszinierende Höhlen, die in Begleitung von Führern des Speleo Club von Teulada besichtigt werden können. Die Ortschaft ist im alten historischen Kern durch enge, verschlungene Gassen geprägt, während in anderen Teilen eine gerade Straßenführung überwiegt. Von erheblichem Interesse ist die Pfarrkirche Madonna del Carmelo, die Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut wurde. Sie besitzt eine schlichte Fassade im klassizistischen Stil und beherbergt im Inneren bedeutende Marmorausstattungen. Die spätgotische Kirche San Francesco besteht aus einer Halle mit hölzernem Dachstuhl und hat eine sehr einfache Fassade mit Glockengiebel. In der Umgebung findet man die kleine Landkirche Sant'Isidoro, dort wo sich einst die Siedlung des alten Teulada befunden haben muss. Gegenüber der Pfarrkirche liegt die Casa baronale der Sanjust, der ehemaligen Feudalherren von Teulada, die heute für Ausstellungen genutzt wird. Die handwerklichen Traditionen sind nach wie vor lebendig und umfassen in erster Linie Webarbeiten (Teppiche und Wandteppiche) sowie Kork-, Leder- und Keramikarbeiten. Auch die Stickerei wurde seit alter Zeit gepflegt, und ein besonderer Stich ist nach dem Ort benannt ("punto Teulada"), weil er hier erfunden wurde. Sehr bekannt wegen ihrer Eigentümlichkeit im Vergleich zu anderen Trachten Sardiniens ist die Männertracht von Teulada, die starke iberische Einflüsse verrät. Sie besteht aus einem grauen, breitkrempigen Hut, einer Jacke im Bolero-Schnitt und einem weit ausgeschnittenen Hemd mit Leinenkragen. Die Hose ("bragas") ist weit und reicht bis zur Mitte der Wade. Am Ledergürtel ist ein Amulett befestigt, das "sa punga a giunchiglia" heißt und zur Abwehr des bösen Blicks verwendet wird. An den religiösen Festen nimmt die Bevölkerung tiefen Anteil. Ende Juni wird San Giovanni Battista mit dem rituellen "is goppais e is gommais de froris" (Besiegelung einer sehr engen Freundschaft) und dem Entzünden eines Feuers ("su fogaroni") gefeiert. Im Juli findet das Fest zu Ehren der Schutzpatronin Madonna del Carmelo und im August das zu Ehren von Sant'Isidoro, dem Schutzpatron der Bauern, statt. Die Statue des Heiligen wird in einer Prozession bis zur kleinen Landkirche getragen, gefolgt von Trachtengruppen aus der ganzen Insel. Diese Veranstaltung zieht im Sommer viele Touristen an. Im August findet außerdem im weitläufigen Garten der Casa baronale das Brot- und Käsefest statt. Die alten Frauen des Dorfes, die noch die traditionelle Kleidung tragen, kneten den Brotteig, der im Holzofen gebacken und den Touristen angeboten wird. Eine international bekannte Veranstaltung ist das jährlich stattfindende 'Scultura e Pietra" (Skulptur und Stein), zu dem Künstler aus aller Welt anreisen.