Das Bauern- und Hirtendorf auf der Hochebene von Abbasanta war in alter Zeit unter dem Namen "Norchidda" bekannt. Es liegt zwischen Ghilarza und Abbasanta in einem Tal, das durch die Farben der Mittelmeermacchia und einige seltene Orchideenarten geprägt ist. Es gibt keine gesicherten Nachrichten über die Entstehung des Dorfes, dessen Ursprung sich aber jedenfalls auf das Nuraghenzeitalter zurückführen lässt, da zahlreiche Nuraghen und Gigantengräber in der Gegend zu finden sind. Im Mittelalter gehörte der Ort zum Judikat Arborea und fiel während der Herrschaft der Aragonier unter das Marchesat von Sedilo. Die Ortsnamen "Norgillo", "Nurghillu" und "Norghillos" sind neben dem Namen Domusnovas, das heute ein Ortsteil von Norbello ist, bereits im Condaghe di Santa Maria di Bonacatu belegt. Der Ort hat eintausendzweihundert Einwohner und ist dank seiner Ressourcen, kulturellen Vitalität und der Unternehmungslust seiner Bewohner in ständigem Wachstum begriffen. In jüngeren Jahren kamen erneut die Basaltsteine, an denen das ganze Gebiet reich ist, bei der Neubepflasterung von Straßen und Plätzen wirkungsvoll zum Einsatz. Die vorwiegenden Wirtschaftszweige sind Viehzucht und Landwirtschaft.

Der historische Ortskern weist charakteristische architektonische Merkmale auf. Die alten Häuser sind aus dunklem Basaltstein errichtet, der den Straßen und Plätzen, auf die geraniengeschmückte kleine Balkone blicken, einen ganz besonderen Anstrich verleiht. Es gibt drei Gotteshäuser im Ort. Die Pfarrkirche ist den Heiligen Giuditta und Quirico geweiht. Sie wurde 1781 von einem Brand zerstört und zehn Jahre später wiederaufgebaut. Einige Merkmale des ursprünglich romanischen Baues sind noch erhalten, so an einem Mauerabschnitt, an dem ein typisches Einzelbogenfenster aus dem 12. Jahrhundert zu sehen ist. Es handelt sich um eine einschiffige Kirche mit Seitenkapellen, an deren Fassade ein Kirchturm mit Zwiebelhaube aufragt. Die kleine Kirche der Madonna della Mercede in romanischem Stil ist aus Vulkangestein erbaut, ebenfalls einschiffig und mit einer Holzüberdachung versehen. Kennzeichnend für die Kirche ist die große Schlichtheit ihrer architektonischen Details. Im Kircheninneren ist an den Seiten eine gemalte Inschrift zu lesen, die mit Schildkreuzen abwechselt und die Namen einiger lokaler Persönlichkeiten wiedergibt. Am nördlichen Ortsrand steht, umgeben von einem Garten, die Kirche San Giovanni aus dem 16. Jahrhundert. Es ist eine einschiffige Kirche mit Seitenkapellen und Säulen, die Bögen mit Kapitellen aus rotem Trachyt tragen. Das Äußere prägt eine Fassade, die mit einem imposanten Glockengiebel abschließt. Norbello ist für sein blühendes Webhandwerk bekannt, das herrliche Decken und Teppiche hervorbringt. Zu den kulinarischen Spezialitäten zählen Acquavite, Mandelgebäck und herzhafter Käse. Eines der ansprechendsten Feste ist das zwischen September und Oktober stattfindende Fest der Weinlese von früher, bei dem interessante Aspekte des lokalen Lebens vorgestellt werden. So werden alle Phasen der einstigen Weinlese evoziert, unter Verwendung der alten Karren, Trachten und Geräte, und der Most wird durch barfüßiges Pressen der Trauben gewonnen. Die Heiligen, die das Dorf feiert, sind Sant'Antonio Abate am 17. Januar, San Giovanni Battista am 24. Juni, Sant'Isidoro Ende Juni sowie Santa Giuditta und San Quirico am 15. Juli.