Im Zentrum steht ein typischer Bau zur Verteidigung des Ortes, ein sogenannter donino, der wahrscheinlich auf den Grundmauern einer ehemaligen Burg errichtet wurde. Er diente der Verteidigung der Grenzen zwischen den beiden Rechtsbezirken Arborea und Torres. Der Bau, der auch als Torre Aragonese, aragonischer Turm, bekannt ist, war in seiner langen Geschichte sogar ein Gefängnis. Heute finden hier kulturelle Veranstaltungen und Tagungen statt. Ghilarza hat ein reizvolles Zentrum mit Häusern aus schönem, dunklem Basalt, der fast schwarz und in dieser Gegend sehr verbreitet ist. Von kunsthistorischen Wert ist die Kirche zu Ehren St. Palmerios, die aus schwarzem und weißem Trachyt besteht und sich in der Nähe des Torre Aragonese befindet. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde in einem archaisch-romanischen Baustil errichtet.

Der Bau der Kirche San Giorgio, von der nur die Apsis erhalten ist, reicht noch weiter zurück, er wird auf eine Zeit zwischen dem 6. und 8. Jahrhundert datiert. Ghilarza ist hauptsächlich als Wohnort Antonio Gramscis berühmt. Im Corso Umberto weist eine kleine Tür auf das Wohnhaus Gramscis hin. Dort ist heute ein Studienzentrum unterbracht, mit Unterlagen und historischen Dokumente über den Leiter der kommunistischen Partei, der an den Folgen seiner Haft unter dem faschistischen Regime starb. Im zweiten Stock befindet sich ein kleines ruhiges und einfaches Schlafzimmer, in dem Gramsci von 1898 bis 1908 lebte. Nicht weit von Ghilarza entfernt liegt auf der Straße in Richtung Nuoro die schöne Kirche San Pietro di Zuri, die zusammen mit dem gleichnamigen Ort nach der Schaffung des Stausees Omodeo im Jahre 1923 an ihren heutigen Ort verlegt wurde. Die wiedererrichtete Kirche stammt ursprünglich aus dem Jahre 1291. Der Richter Mariano D'Arborea hatte sie beim Architekten Anselmo da Como in Auftrag gegeben. Trotz des romanischen Baustils der Kirche kann man an einzelnen Details bereits den Übergang zur Gotik erkennen.