Modolo
Modolo, in einem herrlichen nach dem Ort benannten Tal gelegen, ist eines der kleinsten Dörfer Sardiniens. Sein Gebiet ist ausgesprochen fruchtbar und üppig: wunderbare Kirschbäume, alte Ölbäume und duftende Reben wachsen hier, die der Landschaft einen sehr malerischen Anstrich verleihen. Die Ökonomie des Ortes fußt auf landwirtschaftlichen Tätigkeiten, insbesondere auf der Erzeugung von Weinen, die unter die kontrollierte Ursprungsbezeichnung der Malvasia di Bosa fallen. Der Ortsname kommt von lateinisch modus, das seinerseits ein Diminutiv von modulus ist und 'kleine Ausdehnung' bedeutet. Das Gebiet des heutigen Ortes war schon in der Vorzeit besiedelt, wie zahlreiche vorgeschichtliche Zeugnisse . Nuraghen und Höhlengräber (domus de janas) . belegen. Wahrscheinlich wurde Modolo um das 3. Jh. v.Chr. nach dem Durchzug der Phönizier und Römer gegründet. 1609 drohte der Ort infolge einer Choleraepidemie zu verschwinden, welche die Bevölkerung dezimierte. Unter den Savoyern wurde das Wappen der Ortschaft bestätigt und ihr wurde ein eigenes Siegel verliehen.
Besonders reizvoll ist bei der Ankunft in Modolo der wunderschöne Blick auf die Weinberge, von denen die renommierte Malvasia erzeugt wird. Für alle, die die Weinstraße der Malvasia di Bosa durchfahren, ist der Ort ein obligatorisches Ziel. Unter den Sehenswürdigkeiten sind neben den Höhlengräbern in den Örtlichkeiten Silatari und Coronedu die Nuraghen Albaganes und Monte Nieddu, die Überreste eines Klosters, das wahrscheinlich von Dominikanern bewohnt wurde, die im historischen Ortskern gelegene Kirche Santa Croce aus dem 17. Jahrhundert und vor allem die Sant'Andrea Apostolo geweihte Pfarrkirche zu nennen. Die Letztgenannte, die ebenfalls im historischen Ortskern liegt, wurde im Mittelalter errichtet, aber 1828 durch einen Brand zerstört und danach neu aufgebaut. Heute sind nach den Restaurierungsarbeiten nur noch einige der charakteristischen Merkmale des ursprünglichen Baues erhalten. Die Einwohner von Modolo feiern zweimal jährlich ihren Schutzheiligen, einmal am 11. Mai und dann am 30. November. Das wichtigere von beiden ist das Mai-Fest, bei dem auf eine religiöse Prozession abendliche Tanzveranstaltungen, Folkloredarbietungen, Lieder und Dichterwettbewerbe sowie verschiedene Sportwettkämpfe folgen.
Alghero
Alghero ist hinsichtlich der Einwohnerzahl (44.000) die fünftgrößte Stadt Sardiniens und erschließt dank des Flughafens von Fertilia den Zugang zur Insel. Sie ist auch aufgrund ihrer schönen Spazierwege an den Bastionen des Hafens, ihrer roten, zum Himmel emporragenden Dächer und der zauberhaften natürlichen Buchten am smaragdgrünen Meer ein besonders beliebtes Reiseziel. Ihre Küste ist ungefähr 90 km lang und trägt den Namen Korallenküste: hier lebt die größte Kolonie der erlesensten Korallen. Der berühmteste Strand ist Le Bombarde: kristallklares Wasser, sandiger, klarer Meeresgrund und beliebtes Ausflugsziel für Familien mit Kindern, junge Leute und Surfbegeisterte. Knapp einen Kilometer entfernt liegt Lazzaretto, zehn kleine Buchten mit hellem, feinen Sand. Etwas weiter weg, in der Bucht von Porto Conte, erstreckt sich der erholsame Strand von Mugoni, goldgelber Sand umspült von immer ruhigem, kristallklarem Meer, eine geschützte Oase des Friedens. Mitten in der Stadt hingegen liegt der traumhafte Lido di San Giovanni und etwas außerhalb des Ortsgebietes die von jahrhundertealten Wacholdersträuchern bedeckten Sanddünen von Maria Pia. Großteil der Küste ist durch das Meeresschutzgebiet Capo Caccia - Isola Piana geschützt, wo hunderte Schätze verborgen liegen, wie die Neptungrotte, die auf dem Landweg über die Escala del Cabirol und auf dem Meerweg mit den Schiffen vom Touristenhafen zu erreichen ist.
Der Naturpark von Porto Conte wird Sie mit seinen weiten Flächen mediterraner Macchia, sein üppiges Waldgebiet und die Calich Lagune bezaubern. Die Domus de Janas von Santu Perdu, die Nekropole von Anghelu Ruju und die Anlagen von Palmavera und Sant’Imbenia legen Zeugnis für die prähistorischen Wurzeln von Alghero ab, die bis in die Jungsteinzeit zurückreichen. Die Altstadt ist der reizvollste Teil der Stadt. Ein Labyrinth von Gässchen, das zu Plätzen mit lebendigem Treiben führt. Die gelben Stadtmauern und alten Häuser rufen die katalanischen Ursprünge der Stadt in Erinnerung. Ebenso auch die Sakralbauten: die Kathedrale Santa Maria (16.Jh.), die Kirchen del Carmelo (zweite Hälfte 17.Jh.) mit ihrem großen vergoldeten Retabel und San Michele mit der charakteristischen mit farbigen Steingutziegeln gedeckten Kuppel, und Sant’Anna (1735) im Spätrenaissancestil. Apropos Kultur, besuchen Sie die Casa Manno, ein Forschungszentrum mit einem reichen Bestand an Gemälden, Einrichtungsgegenständen, Büchern und Manuskripten. Alghero ist berühmt für seine Korallen, die in der handwerklichen lokalen Kunst mit Gold zu einem gelungenen künstlerischen Gesamtwerk verarbeitet werden. Absolut sehenswert ist das Korallenmuseum, in dem deren Geschichte und Formen illustriert werden. Das große Event des Jahres ist für Alghero der große Start des 100ten Giro d'Italia. Reizvoll ist auch der Jahreswechsel Cap d’Any de l’Alguer, der mit Vorstellungen in der Innenstadt gefeiert wird. Höhepunkt des Jahres ist die Karwoche, in der religiöse rituelle Feierlichkeiten nach spanischer Tradition begangen werden.
Montresta
Der kleine Ort Montresta liegt an einem Hang mit Korkeichenwäldern und Mittelmeermacchia, umgeben von Berggipfeln, und entstand im 18. Jahrhundert als Villa San Cristoforo, benannt nach einer kleinen Landkirche in der Nähe. Über ein Drittel des Gemeindegebiets ist waldbestanden. Einen besonderen Umweltwert besitzt die Silva Manna, die aus jahrhundertealten Korkeichen besteht. Das Gebiet war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt, wie zahlreiche Stätten nuraghischen und punischen Ursprungs belegen. Im Mittelalter gehörte das Suttamonte geheißene Dorf zum Verwaltungsbezirk der Planargia im Judikat Torres. Der eigentliche Ort entstand gegen 1750 in Folge eines Besiedlungsplans für das Gebiet: Griechisch-korsische Siedler wurden vom König von Sardinien Karl Emanuel III. eingeladen, sich in diesem Gebiet niederzulassen, um es zu bewirtschaften. Dem Experiment war indes kein Erfolg beschieden, und ein Großteil der Siedler zog wieder fort. Noch heute erinnern gewisse Elemente der lokalen Architektur und des traditionellen Handwerks, insbesondere die aus Affodill und Binsen geflochtenen Körbe, an die griechische Kunst. Später wurde Villa San Cristoforo in Montresta umbenannt, ein Ortsname, der das ganze Gebiet bezeichnete, in dem das Dorf lag. Er soll angeblich Kornberg bedeuten, denn der erste Teil des Namens steht für Berg (monte) und der zweite für Ähre, für die Granne (arista) des Korns.
Montresta hat dem Besucher Verschiedenes zu bieten: eine großartige Landschaft mit zahlreichen Wäldern, unter denen die Silva Manna mit ihren jahrhundertealten Korkeichen hervorragt. eine Geschichte, die unzählige Zeugnisse hinterlassen hat. ferner ein blühendes Kunsthandwerk, das an die griechische und an die sardische Tradition anknüpft. In der Nähe der Ortschaft findet man Siedlungsreste und Zeugnisse aus unterschiedlichen Epochen, darunter mehrere Höhlengräber (domus de janas), einige Nuraghen, z.B. den Nuraghen Badu de sa rughe, und den eckigen Turm, der Sa Turre oder Nuraghe Turre genannt wird und das einzige punische Zeugnis der Gegend darstellt. Vor allem letzterer ist sehr interessant. Es handelt sich um einen rechteckigen karthagischen Festungsbau, an dessen Basis Spuren von Mauerwerk sichtbar sind, das den Verteidigungsbau vervollständigte. Unter den Kirchen von Montresta sind die Kirche Sacro Cuore, die in den 60er Jahren auf den Ruinen eines mittelalterlichen Baues errichtet wurde, und vor allem San Cristoforo Martire zu erwähnen. Letztere ist eine kleine Landkirche, die zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut und ab 1750 von den griechisch-korsischen Priestern verwaltet wurde, die mit den neuen Siedlern ins Dorf gekommen waren. Den Namengebern dieser beiden Kirchen sind die wichtigsten Feste des Dorfes gewidmet. Am 28. April wird San Cristoforo mit einer religiösen Prozession, traditionellem Tanz und Gesang, Verkostung lokaler Erzeugnisse und Folkloreveranstaltungen gefeiert. Am zweiten Augustsonntag findet dagegen zur Feier des Sacro Cuore in der Örtlichkeit Su Casteddu, am Rand des Waldes S'Aspru das Schafsfest statt. Ein weiteres wichtiges Fest wird am 16. Januar zu Ehren von Sant'Antonio Abate mit dem kennzeichnenden, traditionellen Feuer begangen. Was das Handwerk anbelangt, ist Montresta für die Herstellung der typischen handgeflochtenen Körbe aus Affodill und Binsen und für die Herstellung von "bistoccu", dem typischen Brot der Gegend, bekannt.
Grottes de Neptune
Ein Ort, den man mindestens einmal im Leben gesehen haben sollte, von bewundernswerter Schönheit und Faszination: Die Neptun-Grotten gehören zu den herrlichsten Meereshöhlen Italiens und zu den faszinierendsten Naturschauspielen des gesamten Mittelmeerraums. Ihre Bildung geht auf circa zwei Millionen Jahre zurück: im Inneren eröffnen sich dem Besucher beeindruckende Karstformen, ein strahlend weißer Sandstrand und ein riesiger unterirdischer See. Die coves de Neptú (Katalanisch) wurden von einem Fischer im 19. Jahrhundert entdeckt und wurden schon bald zu einer touristischen Attraktion. Sie erstrecken sich horizontal auf rund vier Kilometern auf einer Höhe mit dem Meeresspiegel. Sie liegen 24 Kilometer von Alghero entfernt und sind der ganze Stolz des Meeresschutzgebiets von Capo Caccia-Isola Piana, im Park von Porto Conte.
Den Eingang erreicht man über die Escala del cabirol (Katalanisch), die sogenannte „Rehtreppe“: 654 Stufen winden sich am westlichen Ausläufer der Landzunge von Capo Caccia bis zur Mündung. Bequemer erreicht man den Eingang über das Meer, täglich verkehren Boote vom Freizeithafen der katalanischen Stadt oder vom Steg der Cala Dragunara in Porto Conte, wobei man gleichzeitig in den Genuss der steil aus dem Meer ragenden Felswände kommt. Während der Fahrt werden Sie von den unzähligen herrlichen Ausblicken auf Riviera del Corallo begeistert sein.
Der Besucherundweg führt etwa einen Kilometer lang durch die Grotten. Der Eingang ist ein mit Pflanzenablagerungen bedeckter Durchgang voller Stalaktiten und Stalagmiten. Ein neun Meter langer Säulengang führt zum kristallklaren Salzwassersee La Marmora, der bis zu hundert Meter lang und bis zu neun Meter tief ist. Von hier aus erhascht man erste Blicke auf den herrlichen Sandstrand, der früher vollkommen mit Kies bedeckt war. In der Mitte erhebt sich das sogenannte Weihwasserbecken, ein monumentaler Stalagmit mit mehreren kleinen Becken an der Oberseite, die in der Nähe nistende Vögel als Tränke nutzen. Zwischen großen Kanälen und Kalkgirlanden erhebt sich am Boden des Sees ein besonders geformter Stalagmit, der sogenannte ‘Weihnachtsbaum’. Über einen kurzen, leicht absteigenden Pfad gelangt man zur Sala delle rovine, dann zur majestätischen Sala della Reggia, in der sich ein besonders beeindruckendes Schauspiel bietet: eine 18 m hohe Säule reicht bis zum Gewölbe und formt zwei spektakuläre Bögen, welche die Decke zu stützen scheinen. Weiter geht es durch die Sala Smith (bzw. Sala dell´Organo), die nach einem ihrer ersten Erforscher benannt wurde (20. Jahrhundert). In der Mitte des Saals steht die große Orgel, der größte Tropfstein der Höhle, der an Orgelpfeifen erinnert. Schließlich gelangt man zur Sala delle Trine e dei Merletti (Schnürsenkel- und Spitzen-Saal), den unzählige, fadenförmige Tropfsteine schmücken. Den Abschluss bildet der Besuch der Tribuna della Musica (Musik-Tribüne), ein Balkon, von dem aus man auf ‘Reggia’, See und Strand blickt.
Neben den rund 150.000 Besuchern jährlich zieht es auch zahlreiche Höhlenforscher in die Grotten, denen der Zugang zu den tieferen, geheimen Felsräumen vorbehalten ist. Auf sie warten der Lago dei Funghi und durch die Galleria Metrò gelangen sie zu einem riesigen Saal mit einem 70 m langen und über 50 m tiefen, halbmondförmigen See. Die Tropfsteinhöhle war auch Schauplatz für einen Kinofilm: 1978 wurde dort die ‘Insel der neuen Monster’ nach Erzählungen von Jules Verne verfilmt.
In den Felsen bei Capo Caccia, einem bei Kletterern und Tauchern gleichermaßen beliebten Ziel, findet man weitere, faszinierende Höhlen. In der Nähe befinden sich des Weiteren die Grotta dei Pizzi e Ricami sowie die bekannte, riesige Grotta Verde, auch Altarhöhle genannt. Ihre Felswände können nur von erfahrenen Höhlentauchern erforscht werden. Ein kleiner unterirdischer See taucht alles in ein grünes Licht. Die Räume waren früher trocken und wurden vom 6. Jahrtausend v. Chr. bis ins Mittelalter als Kult- und Begräbnisstätte genutzt. In Bezug auf das weitläufige Unterwasser-Karstsystem ist vor allem die Grotta di Nereo zu nennen, die größte Unterwasserhöhle Europas, die Schauplatz für unvergessliche Tauchgänge ist. Vor Capo Caccia liegt die Insel Foradada (Forata), deren Name von einem Tunnel stammt, der die Insel von einem Ende zum anderen durchzieht, die sogenannte Grotta dei Palombi.
Nughedu San Nicolò
Ein Besuch in Nughedu, mit seinem zentralen Dorfplatz und den eleganten kleinen Häusern, die dem Ort seinen Charme verleihen, ist empfehlenswert. Interessant sind auch mehrere Gebäude am Ortseingang im Tal. sie wurden im Anschluss an einen Durchbruch in den Felsen gebaut, besitzen an ihrer Vorderseite Wände aus Steinquadern und wirken dadurch sehr eindrucksvoll. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit in Nughedu ist vermutlich die Nekropole, bekannt als Höhlengrab (domus de janas) von Sos Furrighesos. Diese Grabanlage gehört eigentlich zum Gemeindegebiet des benachbarten Ortes Anela.
Sie erstreckt sich auf einer weiten Fläche und besteht aus insgesamt 18 Gräbern, die zwischen dem Ende der Jungsteinzeit und dem ersten Abschnitt der Bronzezeit entstanden sind. Die meisten Gräber, oder domus zeichnen sich durch reiche Dekorationen an den Innenwänden aus, darunter sieht man Stier-Protomen als Reliefdarstellungen, sowie verschiedene Zeichnungen und Wandmalereien. Eines der Gräber besitzt auch ein kleines Eingangstor, das, ähnlich wie bei den Gigantengräbern, von einer Stele umgeben, doch direkt in den Stein gemeißelt ist. Anlässlich der Heiligenfeiern der Apostel Petrus und Paulus, die Ende Juni stattfinden, wird ein großes offenes Feuer entzündet.
Gleichzeitig findet das Fest der Sas Panafittas statt, einem „armen” Gericht mit Brot. Das Brot, die spianata (in den Dörfern werden z. T. unterschiedliche Brotsorten verwendet) wird in kleinen Stücken wenige Minuten lang in heiße Brühe (Schafs- oder Rinderbrühe) getaucht. anschließend lässt man das Brot abtropfen und serviert es mit einer Tomaten-Fleischsauce und frischem sowie mit Hartkäse.
Florinas
In der Nähe von Florinas bietet sich ein Besuch im Archäologie-Park an, wo viele archäologische Funde und Relikte aus unterschiedlichen Zeitepochen präsentiert werden: Nuraghen und Höhlengräber aus dem jüngeren Neolithikum und aus der Bronzezeit, römische Nekropolen aus der späten Kaiserzeit. Die beachtenswerten Funde sind vor allem für jene Besucher aufschlussreich, die sich für Archäologie interessieren.
Das historische Zentrum von Florinas ist sehr reizvoll und bietet die Gelegenheit, vier Kirchen zu besichtigen, die Kirchen Santa Maria dell'Assunta, die Kirche Santa Croce, die Kirche San Francesco und die Kirche San Rosario. Die Pfarrkirche der Assunta aus dem 18. Jahrhundert ist besonders sehenswert. von allen Sakralbauten hat sie vermutlich den ältesten Grundriss. In Florinas finden drei traditionelle religiöse Feiern statt. das Fest zu Ehren der Madonna di Pompei (im Mai), das Fest zu Ehren des Heiligen Antonius di Sant'Antonio (Juni) und das Fest zu Ehren des Heiligen Franz von Assisi (im Oktober).
Giave
Wie zahlreiche archäologische Fundstätten bezeugen, war diese Gegend schon zu Urzeiten von Menschen besiedelt. In der Nähe von Figuini und dem Riu Mulinu sind einige Höhlengräber, die sogenannten Domus de Janas, zu besichtigen. Die kleinen, in den Felsen gehauenen Zellen dienten als Grabstätten. An mehreren Orten liegen auch Reste von Nuraghenbauten, darunter die Nuraghen Oes, Cagules, Santu Ainzu, Badde Pedrosa, Figus, Silanos, Accas und Manigas.
In der Umgebung von Giave kann man einen Ausflug zum Felsen Rocca Pedra Mendarza machen. Er befindet sich in der Ebene, die im Nordosten Valle dei Nuraghi und im Südwesten Campu Giavesu heißt. Der Felsen Pedra Mendalza ist ein einzigartiges Beispiel für einen Vulkanstutzen einer Vukankette, der infolge von Erosionserscheinungen entstanden ist. Der vulkanische Monolith ist 100 m hoch und an seinen Hängen nisten Krähen und Habichte. Den vulkanischen Stutzen ist auch von der Ortschaft S.Giusta zwischen Semestene und Bonorva zu sehen.
Das Zentrum Giaves mit der Pfarrkirche Sant'Andrea ist sehenswert, das Ortsbild weist noch viele Züge eines mittelalterlichen Dorfes auf. Der Ort ist vor allem wegen seiner charakteristischen Steinhütten, der sogenannten pinnettas bekannt. auch heute noch werden sie von den Hirten als Unterstände genutzt. Sie haben einen runden Grundriss aus Trockenmauern, der an Nuraghenbauten erinnert und ein kegelförmiges Dach aus Zweigen oder Steinen.
Archäologisches Museum von Teti
Im Museum von Teti sind zum Großteil archäologische Fundstücke aus dem Heiligtum von Abini, einer großen Hüttensiedlung mit abgegrenztem Versammlungsbereich, Brunnentempel und kleinen Bronzefiguren untergebracht. Die Exponate sind Kopien der im Archäologischen Nationalmuseum von Cagliari aufbewahrten Originalfundstücke. Im Original werden unter anderem kleine Dolche und Votivschwerter vorgestellt.
Töpferware und Steinwerkzeuge stammen aus der Ausgrabungsstätte von S'Urbale, einer etwa fünfzig Hütten umfassenden Siedlung, die auf einen Zeitraum zwischen Beginn des mittleren Bronzezeitalters und Anfang der Eisenzeit datiert wird. Eine der Hütten von S'Urbale wurde in Originalgröße aus lokalen Baustoffen und Lehm der Nuraghenbaugrube nachgestaltet. In der Mitte der kreisförmigen Hütte befinden sich eine Feuerstelle, eine mit behauenen Steinquadern abgegrenzte Kammer und Tonschüsseln für verschiedene Zwecke. Der Ausgrabungsbezirk ist unter anderem durch Fundstücke der kupfersteinzeitlichen Monte Claro-Kultur aus Biru 'e Concas dokumentiert, sowie durch Funde aus Stein und Ton aus der Nuraghe von Talei, beide in der Gegend von Sorgono.
Um die Urgeschichte dieses Gebiets weiter zu vertiefen, wird eine Führung empfohlen. Hauptattraktion des Museums ist die Nachgestaltung der Hütte von S'Urbale.
Menhir Museum - Archäologisches Gemeindemuseum der Statuenmenhire
Das Museum befindet sich in Laconi im Erdgeschoss des Rathauses aus dem 19. Jahrhundert und ist den archäologischen Zeugnissen aus der Gegend gewidmet. Es beherbergt eine in ihrer Art einmalige Sammlung: vierzig teilweise riesige Monolithe, welche die Entwicklungen der sardischen anthropomorphen Plastik der Vorzeit dokumentieren, die im Sarcidano bedeutende Spuren hinterlassen hat.
Es sind präanthropomorphe, geschlechtslose anthropomorphe, männliche und weibliche Menhire zu sehen, alle aus dem braunen Vulkanit der Gegend. Die Menhire mit männlichen Konturen weisen die symbolischen Motive des Auf-dem-Kopf-Stehens und des Doppeldolchs auf, die weiblichen zeigen kleine kegelförmige oder flache Brüste. Die Ausstellung bringt die Ausdruckskraft dieser Skulpturen, die Symbole neuer religiöser und sozialer Vorstellungswelten sind, aber noch in der Tradition der steinzeitlichen Kultur des Mittelmeerraums stehen, voll zur Geltung.
Der Rundgang wird durch Keramiken, Obsidianwerkzeuge und Metallobjekte aus einer Zeit zwischen dem älteren Neolithikum und der älteren Bronzezeit ergänzt, die aus verschiedenen Fundstätten des Gebietes stammen. Erwähnenswert sind darunter das Galeriegrab Corte Noa und das megalithische Kreisgrab Masone Perdu.
Erklärungstafeln und multimediale Hilfsmittel mit nützlichen Informationen bereichern die Ausstellung.
Das Museum ist in seiner Art in Italien einmalig, weil es die Möglichkeit bietet, die Menhire, die andernorts schwer erreichbar sind, aus der Nähe zu betrachten.
Cala dell'Argentiera
Cala dell'Argentiera liegt eindrucksvoll inmitten eines Gebiet „industrieller Archäologie”, bestehend aus den Bergwerken der Argentiera, in denen über Jahrhunderte hinweg Blei, Silber und Zink abgebaut wurde. Das Bergwerk selbst, das 1962 geschlossen wurde, verleiht dieser schönen Bucht einen ganz besonderen Reiz: Der Sand ist hier mit Kies und dem Staub der Mineralien vermischt. Das Meer ist einzigartig transparent und klar: Das Glitzern des Meers bietet einen herrlichen Kontrast zu den braunen Felsen an beiden Seiten des Strands, was zu einem einzigartigen Farbspiel führt.
Cala dell'Argentiera befindet sich in der gleichnamigen Ortschaft und zählt zur Gemeinde Sassari. Man erreicht diesen Ort auf der Straße, die von Porto Torres nach Palmadula führt. von hier aus fährt man weiter auf der Provinzstraße 18 in Richtung Argentiera und erreicht dort den Strand, der sich unterhalb der Gebäude des ehemaligen Bergwerks befindet.
Der Meeersgrund ist ideal für Taucher und der Strand fällt ganz sanft ins Wasser ab, weshalb er auch für im Wasser spielende Kinder geeignet ist. Der Strand verfügt über einen weitläufigen Parkplatz und einen behindertengerechten Zugang. Er ist ideal für erholsame Tage am Strand, nicht nur weil er auch in der Hochsaison relativ wenig besucht ist, sondern auch weil es hier einen gemütlichen Erfrischungsstand gibt.