Die bedeutendsten archäologischen Fundstätten von Tissi befinden sich im Süden des Gemeindegebiets, das bereits im Neolithikum besiedelt war. Hier sind mehrere Hypogäen, Grabstätten aus dem jüngeren Neolithikum, zu besichtigen. wegen des Erhaltungszustands wird insbesondere auf die Grabstätte Ziprianu 'e Fora hingewiesen, die in ihrer Struktur teilweise umgeändert wurde und auch als Unterstellplatz für Vieh diente. Wesentlich bekannter ist das Hypogäum Sas Puntas aus der Nuraghenzeit, mit einer besonderen, in den Felsen gehauenen Stele am Felsengrab (Tomba di Giganti).

Die beiden Funde sind Zeichen einer tiefen Verwurzelung der hypogäischen Tradition in diesem Gebiet. Eine Besichtigung der römischen Siedlung S'Attentu im südlichen Teil von Tissi ist empfehlenswert. Man sieht auch verbreitet Abschnitte, die mit dem Baumaterial cocciopesto in situ errichtet wurden, das heißt einer Mischung aus Kalk, Sand und Bruchstücken aus Ziegelstein, die wegen ihrer Undurchlässigkeit vor allem zum Bau von Thermen eingesetzt wird. Die Kirche Santa Vittoria entstand etwa im 17. Jahrhundert. von der originalen romanischen Kirche ist nur die Fassade erhalten geblieben. Die heutige Form der Kirche ist das Ergebnis eines Umbaus, bei dem das Holzdach mit einem Steingewölbe ersetzt wurde. Außerdem wurden dabei der Grundriss der Apsis verändert und eine Reihe von Seitenkapellen im Presbyterium geschaffen. Auch an der Kirche Santa Anastasia fand, ebenfalls im 17. Jahrhundert, ein Umbau statt, wobei der romanische Grundriss völlig verändert wurde. Heute sind in der Fassade lediglich die mit Lisenen und Blendbogen gestalteten Kalksteinquader erhalten.

Das Gebäude im romanischen Baustil stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert, wie sich aus Quellen und dem Vergleich mit anderen Baustilen schließen lässt. Dei Pfarrkirche gehörte ursprünglich zur Abtei S. Michele di Plaiano des Vallombroser-Ordens. Neben dem Kirchturm steht das Oratorium der Bruderschaft zum Heiligen Kreuz. im romanischen Baustil bleiben nur die Südseite und die Rückfassade erhalten. der Giebelbogen stammt dagegen aus dem 17. Jahrhundert. In Tissi finden im Laufe des Jahre eine Reihe von Veranstaltungen statt, die dem Besucher die Gelegenheit bieten, altüberlieferte lokale Traditionen kennen zu lernen. dazu gehören am 15. Mai das Fest der Santa Vittoria und am zweiten Septembersonntag das Fest der Santa Anastasia.