Gleich nach der Ausfahrt Dorgali gelangt man in den bekannten Ort Ispinigoli mit seiner Grotte, die jedes Jahr Tausende von begeisterten Touristen anlockt. Das Besondere an der Ispinigoli-Grotte ist ihre ungefähr 38 Meter hohe Säule (eine der eindrucksvollsten in ganz Europa), die das Gewölbe mit dem Boden der Grotte verbindet. Früher diente sie als Unterschlupf. Der Eingang der Grotte leitet den Besucher in einen außergewöhnlichen Raum mit Konkretionen, die großen an den Wänden stehenden Säulen gleichen, dem Kontrast zwischen den kleinen, ja winzigen Tropfsteinen und dem riesigen Stalagmit in der Mitte und wellenförmigen Ablagerungen. Die Ablagerungen und Wände zeigen ein faszinierendes Farbenspiel, dessen Wirkung auf den Besucher beim Hinabsteigen der Treppe noch verstärkt wird. Vorbei an gelblichen Kalkformationen unterschiedlicher Formen und Farbnuancen erreicht man so den tiefsten Punkt der Grotte und somit die Basis der riesigen Säule. Auch vom historischen Gesichtspunkt ist die Grotte von außergewöhnlicher Bedeutung: Die Fundstücke, bestehend aus relativ kleinen menschlichen Überresten, wie Ringen, Schmuck und Sonnensymbolen, deuten auf die Existenz eines phönizischen Opferbrunnens in der Grotte hin. Bis vor wenigen Jahrzehnten wurde sie von den einheimischen Hirten als Behausung benutzt und diente als Unterschlupf für ihre Schafe zu bestimmten Zeiten des Jahres. Die Temperatur in der Grotte ist relativ konstant und liegt das ganze Jahr über bei etwa 15 Grad Celsius. Wer die ganze Grotte bis zum unteren Ende der Säule besichtigen will, muss 280 Stufen in die Tiefe steigen. Eine der Besonderheiten von Ispinigoli ist der sogenannte „Jungfrauenabgrund”, der seinen Namen seiner schwer zugänglichen Struktur verdankt. Dabei handelt es sich um einen tiefen und engen Trichter, der die unterirdischen Verzweigungen der circa 12 Meter langen Grotte miteinander verbindet. Über die gesamte Länge der Grotte verzweigen sich zahlreiche kleine Bäche und Rinnsale miteinander. Dieser Teil der Grotte steht nur erfahrenen Höhlenforschern offen.