Mamoiada
Unzählige Quellen speisen nahe Wälder, Weiden und Weingärten, die die Grundlage für köstlichen Käse und erlesenen Wein bilden, die der Ort der Masken Mamuthones und Issohadores noch berühmter machen. Mamoiada ist ein gastfreundlicher Ort mit 2500 Einwohnern im Herzen der Barbagia di Ollolai, an der Grenze zwischen Gennargentu und Supramonte. Auf den Anhöhen verlaufen die „Hirtenpfade“, Wanderschäfereistraßen, die nach und nach zu Wander- und Radwegen geworden sind. Bei Ausflügen kann man auf Sos Pinnettos, alte Stein- und Holzbauten stoßen, in denen die Hirten sardischen Käse wie Fiore Sardo, Ricotta, Sa Frughe und Casu Martzu erzeugen. Der intensive Duft der Weingärten durchströmt die sanften Granithügel rundum die Ortschaft. Die lokalen Weinkeller keltern daraus die berühmten Sorten Cannonau und Granazza. Die Küche basiert auf land- und viehwirtschaftlichen Traditionen. Um diese zu kennenzulernen, ist Tapas, die im November vorgesehene Etappe des Herbstes in der Barbagia, eine ideale Gelegenheit: Hier kann man Rohschinken, Maccarrones de busa, Pane frattau, Spanferkel, gekochtes Schaffleisch, Saubohnen mit Speck sowie Su Sambeneddu probieren. Besonders an die Süßspeisen-Kunst sind die verschiedenen historischen Feste gebunden: Typisch sind Orulettas (Plaudereien) und S’Aranzada.
Der beeindruckende Karneval von Mamoiada zählt zu den ältesten Volksfesten der Insel und ist ein Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Im Mittelpunkt stehen die Mamuthones, die eine schwarze aus Edelholz geschnitzte Maske mit markanten Zügen und Schaffelle tragen, an denen etwa 30 kg schwere Kuhglocken (Sa Carriga) hängen. Bei den Umzügen gehen sie mit rhythmischen Schritten, wodurch ohrenbetäubende Klänge erzeugt werden. Dieser urzeitliche Tanz wird zum Takt der Issohadores in elegantem roten Wams und weißer Maske begleitet. Der Name geht auf Soha zurück, ein Seil, mit dem sie wie mit einem Lasso die Zuschaer fangen. Der Erste „Ausgang“ findet am 16. Januar anlässlich der Feuerwerke Fuochi di Sant’Antonio Abate statt und ist der Auftakt für den Karneval. Die Viseras, Werke der „Holzmeister“, sind im Museo delle Maschere Mediterranee ausgestellt. Schauplatz der Karnevalsereignisse ist die Altstadt eines in 650 m Höhe gelegenen Ortes, den enge, verzweigte mit Granithäusern gesäumte Gässchen prägen. Um Bräuche, Sitten und Produktionstätigkeiten dieses Ortes näher kennenzulernen, kann man das Museo della Cultura e del Lavoro besuchen. Bei einem Spaziergang durch die Gassen stößt man auf Nostra Signora di Loreto, eine vermutlich mittelalterliche Kirche, die Ende des 17.Jh. mit einer mit Fresken bemalten Kuppel wieder aufgebaut wurde. Sie wird auch Loreto De bidda genannt, um sie von der kleinen Kirche Loret’Attesu zu unterscheiden, in der das Fest der Madonna della Neve gefeiert wird. Dem byzantinischen Kult zu Ehren der Heiligen Cosma und Damiano ist eine schöne Feldwallfahrtskirche geweiht, die von einem Dorf mit 50 Pilgerhäuschen (Cumbessias) umgeben ist.
Bei einem Spaziergang durch die nahe Landschaft stößt man auch auf unzählige, vielfältige prähistorische Monumente. Auf die Jungsteinzeit gehen Dolmen, Pedras fittas (Menhire) und etwa 40 Höhlengräber Domus de Janas zurück, die in dieser Gegend als Concheddas bezeichnet werden. Besonders sehenswert ist der Komplex Sa Conchedda Istevene, der 3 km vom Ort entfernt liegt und auf die Zeit von 3200-2800 v.Chr. zurückgeht. Eine davon weist symbolische Elemente (Stierkopfprotomen, Gravierungen und Cup-and-Ring-Markierungen) auf, die in den Domus in der Umgebung von Nuoro eher selten sind. Am Rand des Ortes stößt man hingegen auf ein für Sardinien einzigartiges Zeugnis: Sa Perda Pintà (der bemalte Stein), bekannt auch als Stele di Boeli, einem riesigen, 2,5 m hohen Grantiblock, den konzentrische Kreise, mit Haken versehene Stäbe und Cup-and-Ring-Markierungen zieren, ähnlich prähistorischen Skulpturen keltischer Herkunft. Die Symbole sind mit dem Fruchtbarkeitskult und dem Tod-Auferstehungszyklus verbunden. Die 32 mamoiadischen Nuraghen, von denen vor allem Arràilo besonders bemerkenswert ist, durchsetzen die fruchtbareren Gebiete und sind von Überresten alter Dörfer und Gigantengräber umgeben. In römischer Zeit entsprach Mamoiada vermutlich Manubiata (überwacht), eine an der Militärstraße gelegene Haltestelle. Dies belegen zwei historische Ortsteile: Su ‘Astru (Castrum) und Su ‘Antaru vetzu (alte Quelle).
Tonara
Tonara liegt am Fuße des Monte Mungianeddu, im Zentrum Sardiniens. Das Dorf entstand aus drei alten Vierteln: Arasulè, Teliseri und Toneri. Der Name des letzteren stammt von dem sardischen Wort "Toneri", das die in der Region vorkommenden Kalksteinfelsen bezeichnet.
Heute hat der Tourismus auch auf dieser Seite der Berge seinen Einzug gehalten und das Dorf ist für die Herstellung von Torrone, Viehglocken und Teppiche bekannt geworden. Während der Volksfeste kann man den Schmieden bei der Herstellung der berühmten Viehglocken von Tonara zusehen. Sie benutzen Öfen, Blasebalge und schlagen das Metall auf geformten Steinen. Auf Anfrage kann man auch den Handwerkern bei ihrer Arbeit zusehen und traditionelle Teppiche erwerben. In den verschiedenen Vierteln kann man die beeindruckenden Häuser der Hirten sehen, die heute noch so ähnlich aussehen wie vor einem Jahrhundert.
Das wichtigste Erzeugnis in der Tradition von Tonara, das das Dorf in ganz Sardinien berühmt macht, ist der Torrone, eine Süßigkeit, die im Inneren Sardiniens mehr verbreitet ist. Es gibt kein Fest oder Volksfest, wo nicht der berühmte Torrone aus Tonara, Desulo oder einem der anderen Bergdörfer an Ständen verkauft wird. Die Hauptzutaten sind Mandeln, Nüsse, Honig und Eier. In vielen großen und kleinen Werkstätten wird der Torrone hergestellt. Man muss nur hineingehen und kann bei der Zubereitung zusehen oder sich seinen Lieblingsgeschmack aussuchen, der dann frisch von einem Block geschnitten wird. Im Zentrum steht ein interessanter Glockenturm von 1607, einzige Erinnerung an die alte Kirche San Gabriele, die im 20. Jahrhundert neu gebaut wurde. Interessant ist auch die antike Casa Porru, wo einst das Gefängnis war.
Der Brunnen Fonte di Galusè erzählt heute noch in einer Welt von Anekdoten und Legenden ein tausendjährige Geschichte. Tonara ist Ausgangspunkt für Exkursionen ins Gennargentumassiv. Ein interessanter Ausflug führt zur Spitze Mungianeddu (1467 m). Bei Festen und Volksfesten heißt das Dorf nach Art der Barbagia seine Gäste aufs Herzlichste willkommen. Feste gibt es zu allen Jahreszeiten, es beginnt im Januar mit Sant'Antonio und geht mit Festen auf dem Land in den Frühling und Sommer hinein. An pasquetta (Ostermontag) ist das Fest des Torrone und Touristen aus ganz Sardinien kommen ins Dorf, um die besten Torronearten zu kosten und die Geheimnisse seiner Zubereitung, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, zu entdecken.
Spiaggia dell'Isolotto
Dieser Strand befindet sich an der Küste der Ortschaft Palau, nur wenige Meter vom Hafen entfernt. Dieser kleine Strand zeichnet sich durch weißen Sand aus und wird umspült vom kristallklaren Meer dieser Küste, wo der Wind eindrucksvolle Schaumkronen am Horizont aufbaut. Diese leicht geschlossene Bucht ist sehr ruhig und zum Baden geeignet.
Im Ort Palau angekommen, folgt man den Schildern zum Hafen. Der Strand befindet sich hinter dem Kai.
Es gibt hier einen kleinen Parkplatz, er ist mittelmäßig frequentiert und der Meeresgrund ist auch bei Schnorchlern sehr beliebt.
Nelson
vielen kleinen Buchten, das kristallklare Wasser und die Macchia des Mittelmeerraums reichen fast bis an Meer und machen diesen Ort zu einer der eindrucksvollsten Ecken der Küste.
Von Palau aus nimmt man die Straße in Richtung Punta Sardegna bis zur Burg am Monte Altura. Nach der Burg biegt man rechts ab und gelangt auf einer ungeteerten Straße zu dem kleinen Strand.
Am Eingang des Strands gibt es einen kleinen ungeteerten Parkplatz. Der Strand ist nicht stark besucht und vor allem bei Tauchern beliebt, die an diesem kristallklaren, reinen Küstenabschnitt von der vielfältigen Meeresflora und -fauna begeistert sind.
Gebiet von S'urbale
Das Dorf befindet sich in der Region Mandrolisai, unweit der Talebene des Coghinadorza-Sees, des Monte Marghine, des Monte Ballu und der Hügel, die zum Tirso-Tal führen. Das Dorf umfasst bisher etwa fünfzig Hütten. Die Becken sind kreisförmig angeordnet und wurden größtenteils aus horizontal angeordneten heimischen, geschliffenen Granitblöcken gebaut. In der Gegend wurden zahlreiche tönernen Objekte unterschiedlichster Form gefunden.
Oliena
Ein romantisches Bild mit Kalkfelsen, tiefen Dolinen, Schluchten und üppig bewachsenen Tälern. Die Umgebung von Oliena, einem Ort in der Barbagia am Fuße des Monte Corrasi, zehn Kilometer von Nuoro entfernt, ist ein riesiges Naturdenkmal, das ideal zum Wandern, Radfahren, Klettern und für Kayaktouren ist. Die erste Siedlung war römisch, einer Mischung aus, laut Sallust, „rebellischen“ Völkern, wie den Ilienses und Trojanern, die auf der Insel Zuflucht genommen hatten. Heute trägt dieser Ort, der 7.000 Einwohner zählt, das orangene Qualitätssiegel, das der Natur, Kultur, dem Handwerk und der Gastfreundschaft seiner Bewohner zu verdanken ist. Geschickte Hände schaffen wunderbare Kunstwerke: Holztruhen, in denen das typische Brot Carasau aufbewahrt wird, feine Stickereien auf Kleidungsstücken, Teppichen, Decken sowie Filigranschmuck. Das aus erlesenen Olivensorten gewonnene Öl und der Nepente, dem berühmten von D’Annunzio sehr geschätzten Wein Cannonau sind die Spitzenprodukte dieses Landstrichs. Die erlesene, von der Schafzucht geprägte Küche ist eine wahrlich einzigartige Erfahrung: Macarrones de busa (typisch sardische Gnocchi), das Brotgericht Pane frattau, Spanferkel, Käse und mit Honig und Mandeln zubereitete Süßspeisen: Pistiddu für die Fuochi di Sant’Antonio Abate, Origliettas zum Karneval, Casadinas zu Ostern, Papassinos zu Allerheiligen sowie Amaretti (Mandelmakronen) für Familienfestlichkeiten. Das ganze Jahr über hingegen gibt es Seadas, Pistoccos und S’Aranzada. Diese Süßspeisen kann man auch während des Herbstes in der Barbagia probieren. Ein beliebtes Fest ist S’Incontru, mit dem die Karwoche abgeschlossen wird: Höhepunkt dabei sind die besonders eleganten Kleidungen und der traditionelle Schmuck.
Steilhänge, Felsnadeln und Grotten prägen den Corrasi, einen Berg des Supramonte, dessen Gipfel besonders trocken ist und der auf halber Höhe mit Steineichen und im Tal mit Olivenhainen, Weinbergen sowie Mandelbäumen bewachsen ist. Ihn durchqueren Gehwege, die ein beliebtes Ziel von (geübten) Wanderfreunden sind. Mufflon, Königsadler und Königsfalken runden die Besonderheiten des sardischen Dolomits ab. Absolut sehenswert ist auch das Lanaittu-Tal, das besonders reich an Naturschätzen und prähistorischen Fundstätten ist: Eine Doline birgt das geheimnisvolle Nuraghendorf von Tiscali (15.-8.Jh.v.Chr.), Sa Oche und Su Bentu, zwei Grotten, die ein wahres Meisterwerk der Natur und umgeben von unterirdischen Seen, Stalaktiten und Stalagmiten sind sowie die Grotta Corbeddu, in der menschliche Spuren aus der Altsteinzeit entdeckt wurden. Am Beginn des Tales stößt man auf Sa Sedda ‘e Sos Carros: In nuraghischer Epoche wurden hier Metalle verarbeitet und der Wasserkult zelebriert. Über das gesamte Gebiet sind weitere 30 Nuraghen verstreut. Auch pränuragische Zeugnisse findet man hier in Hülle und Fülle: So wie das Felsschutzdach von Frattale, 40 Domus de Janas, zwölf Menhire und das Dorf von Biriai. Nahe des Tales entspringt die Quelle Su Gologone, die dank seines tiefen, eisigen blau-grünen Wassers zum Nationaldenkmal ernannt wurde. Unweit davon erhebt sich Nostra Signora della Pietà, einem der Wahrzeichen der Frömmigkeit der Gemeinschaft von Oliena. Als Beweis für den Einfluss der Jesuiten hingegen ist die Kirche des Hl. Ignatius von Loyola anzusehen. Im ehemaligen Kollegium werden ein Retabel des Hl. Christophorus (aus dem 16.Jh.) und Holzstatuen aufbewahrt, darunter der Christus de S’Iscravamentu. Ebenso wie die Brücke Pappaloppe („der Pisaner“) legt auch die Kirche Santa Maria (13.-14.Jh.) Zeugnis für die Entwicklung der Ortschaft im Mittelalter ab. Sie konnte ihre gotisch-aragonesische Struktur bewahren, auch wenn deren heutiges Erscheinungsbild diversen Umbauten zuzuschreiben ist. Unter den anderen Kultbauten ist vor allem San Lussorio hervorzuheben, dem ein besonders tief verwurzeltes Fest gewidmet ist. Im umliegenden Landgebiet sind San Giovanni und Nostra Signora del Monserrato sehenswert, die die typischen Unterkünfte der Novenenbeter Sas cumbessias prägen.
Su Gologone
Einige Kilometer von Oliena entfernt liegt am Hang des Supramonte und am rechten Ufer des Cedrino, die Karstquelle Su Gologone. Hier entspringt das an Spurenelementen reiche und glasklare Wasser, das sich im Laufe der Jahre seinen Weg durch die Bergfelsen geebnet hat. Die Besucher stehen hier einem einzigartigen Naturerlebnis gegenüber: gewaltige Wassermassen tosen aus einer breiten und vielgestaltigen Kalkschlucht und werden bei Hochwasser zu einem reißenden Strom, der nach einer kurzen Wegstrecke in den Cedrino mündet, für den er im Sommer die einzige Wasserzufuhr darstellt. Diese im Sommer angenehm frische, im Winter reißende und eisige Quelle (mit einer durchschnittliche Wassermenge von 300 Liter pro Sekunde, die Größte auf ganz Sardiniens) liegt inmitten eines grünen und angenehm kühlen Eukalyptuswäldchens, in dem man im Schutz vor der Hitze picknicken kann.
Zur Erkundung der tiefen unterirdischen Grotten, die seit Jahren unter Wasser stehen, stiegen Gruppen von Höhlenforschern jedes Mal tiefer in das ständig unter Wasser stehende Innere hinab. Der berühmteste Abstieg ist der des Franzosen Olivier Isler, der eine Rekordtiefe von 108 m erreichte, ohne jedoch auf Grund zu stoßen. Nicht weit von der Gegend von Su Gologone befindet sich die herrliche Villa Lanaittu, die 1993 zusammen mit dem gesamten Supramonte von der Gemeinde Oliena in den Besitz der Staatlichen Forstbehörde überging.
San Valentino
In dem malerischen Ort Sadali fließt von einem grünen Gebirgskamm herab der Wasserfall San Valentino. Er wird von den auch im Sommer nicht versiegenden Quellen gespeist, die das ganze Jahr über für ein frisches Klima sorgen. San Valentino stellt den einzigen Wasserfall auf ganz Sardinien dar, der sich direkt im Ort befindet. Von dieser Besonderheit ist auch in den Büchern des Kanonikers Flavio Cocco über die Geschichte der Diözese die Rede. Er schreibt, dass Sadali der einzige Ort in ganz Europa sei, in dessen Mitte sich ein derartiger Wasserfall befinde. Diese hübsche und eindrucksvolle Stromschnelle befindet sich direkt gegenüber der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Kirche San Valentino, der er seinen Namen verdankt. Sein Gefälle beträgt 7 Meter und sein Wasser, wie auch das der zahlreichen Quellen des Ortes, mündet in den unterirdischen Abgrund Sa Ucca Manna, der sorgfältig abgegrenzt ist und an dessen Rand ein befestigter Besucherweg lang führt.
Nach 150 Metern tritt er im unteren Teil des Dorfes wieder ans Tageslicht und bewässert dort die Felder. Während der Feudalzeit wurde die Kraft dieses schönen Wasserfalls zum Antrieb verschiedener Mühlen entlang des Orts genutzt, von denen sich eine in wenigen Metern Entfernung befindet.
Folgen Sie von Cagliari aus der Staatsstraße 131 bis zur Abzweigung nach Villamar. Von hier aus folgen Sie der Ausschilderung nach Villanovafranca und dann nach Mandas. Dort angekommen folgen Sie den Wegbeschreibungen nach Sadali.
Li Cossi
Farbtöne des Meeres, die von Smaragdgrün über Himmelblau bis Azurblau gehen, strahlend weißer, warmer, kompakter Sand, aus dem Meer auftauchende, vielfarbige Felsen, ein Panoramaweg zum Meer, der dem Flusslauf durch rosa schimmernde Felsen und wilde Natur folgt, ein wahrlich beeindruckendes Schauspiel. Li Cossi ist einer der schönsten und faszinierendsten Strände Nordsardiniens, die Perle der Costa Paradiso, ein berühmter Fremdenverkehrsort im Gebiet von Trinità d’Agultu und Vignola, einer der seltenen Gemeinden, die sich aus zwei Ortschaften gebildet hat, von denen die erste im Hinterland und die zweite an der Küste am äußersten Westausläufer der Gallura gelegen ist. Dieses kleine „Juwel“ ist in einer windgeschützten Bucht gelegen, die von Klippen aus rosafarbenem Trachitgestein eingeschlossen ist, die sich imposant vom Meer abheben und die kleine Bucht umhüllen.
So werden einzigartige Formen gebildet, die das Gefühl vermitteln, geschützt zu sein und sich auf den goldgelben Sandkörnern zu entspannen. Der Meeresgrund ist sandig, seicht und wird sanft nach und nach in Ufernähe tiefer und somit bestens für Kinder zum Schwimmen und Spielen geeignet. Etwas weiter draußen hingegen wird er spektakulär und fischreich und ist besonders beliebt bei Tauch- und Schnorchelfans. Üppige, vielfältige mediterrane Vegetation mit unterschiedlichsten Grüntönen und intensiven Düften bereichern diese kleine Oase der Stille in Nordsardinien, wo es aber dennoch nicht an Komfort und Serviceleistungen mangelt: Verleih von Strandausrüstung, Kanu und Tretboot, Strandkiosk, Campingplatz, Hotel, Cafés und Restaurants in naher Umgebung. Nachdem man das Auto am großen Parkplatz gelassen hat, folgt man dem 500 m langen Weg zu Li Cossi, der von Granit- und Trachitgestein gesäumt ist: Zehn Minuten Gehweg mit den unvermeidlichen Pausen für ein paar Schnappschüsse. Ein Holzgeländer schützt den Weg an steil abfallenden Abschnitten. Neben dem Weg fließt ein Fluss, der den Eindruck eines kleinen Canyons verleiht.
Wenn Sie ein Freund der Ruhe und Intimsphäre sind, können Sie auch andere beeindruckende Abschnitte der Costa Paradiso besuchen, einer Fremdenverkehrsoase auf halbem Weg zwischen Santa Teresa Gallura und Castelsardo an der Küstenprovinzstraße 90. Ein etwa 7 km langer spektakulärer Wanderweg, (eine Stunde) lang, aber bequem, verbindet Li Cossi mit Li Tinnari, vorbei an den wunderschönen Buchten von Porto Leccio. Der doppelbogenförmige Strand besteht aus zerkleinerten Muscheln, Granitkörnern und runden Kieselsteinen, inmitten von wohlriechender mediterraner Macchia und umspült von smaragdgrünem Wasser. Die Buchten hingegen bieten sich ideal für Tauchgänge an. Wunderschön ist die Bucht Cala Sarraina. Der Weg führt vorbei an Dünen und Quarzweiten und durch dichte, fast waldartige mediterrane Macchia. Mit dem Auto geht es dann sechs Kilometer weiter von Trinità zum pittoresken Badeort Isola Rossa, dessen Name auf die Farbe der gegenüberliegenden kleinen Insel zurückgeht. Hier liegt eingebettet im Hellgrün der kristallklaren Wasser und dem Tiefgrün der Vegetation der Strand Longa und ohne Unterbrechung La Marinedda, wunderschöne Dünen aus leichtem, weißem Sand, gesäumt von imposanten roten Granitfelsen. Hier zieht es oft und gerne Windsurffans her und finden jedes Jahr im August einschlägige internationale Wettbewerbe statt. Eingeschlossen wird der Strand auf der einen Seite von der Isola Rossa und auf der anderen von Li Canneddi mit der Bucht Cala Canneddi, einem weiteren Strand mit hellem, feinem Sand, der sich am Küstenstreifen mit vielfarbigen Kieselsteinchen mischt. Nahe davon gibt es weitere atemberaubende Buchten, wie Cala Rossa und die stille, entlegene Li Feruli mit ihrem cremefarbigen Sand. Nur etwa zehn Kilometer weiter kommt man in die Anglona: Hier beginnt der Küstenstreifen von Badesi, wo unter den vielen, in Traumfarben strahlenden Perlen, Li Mindi, die auf die Asinara blickt, und die Baia delle Mimose ins Auge stechen, ein strahlend weißer Sandstrand, der von Dünen umrahmt und von Kite- und Surfbrettern durchzogen ist.
Caprera
Sie ist die zweitgrößte Insel des Archipels und steht vollständig unter Naturschutz. Caprera ist mit La Maddalena durch eine 600 m lange Brücke verbunden, die 1958 gebaut wurde. Die Insel hat nicht nur ob ihrer Schönheit, sondern auch als letzter Wohnsitz von Giuseppe Garibaldi Berühmtheit erlangt: Im Weißen Haus sind dessen Erinnerungen aufbewahrt: Hier verbrachte der Held der zwei Welten seine letzten 26 Jahre, bevor er starb: Am 2. Juni 1882 um 18.21 Uhr, wie die Uhr und der Kalender in seinem Zimmer zeigen. Alltagsgegenstände, Besitztümer und Erbstücke sind hier im Compendio Garibaldino, einem der meistbesuchten Museen Italiens, zu sehen.
Durch die zerklüftete Küstenlinie wird Caprera in zwei Gebiete geteilt. Der östliche Teil ist kaum zugänglich, abgeschirmt von rosa Granitfelsen, steil und mit mediterraner Macchia bewachsen. Der unberührte Osthang führte dazu, dass die Insel 1982 zum Naturschutzgebiet erklärt und später in den Nationalpark aufgenommen wurde. In Gebiet A ist die Fischerei im Rahmen einer umfassenden Schutzregelung verboten. Dies gilt für Cala Coticcio, das „sardische Tahiti“, das man auf jeden Fall auf dem Fuß- oder Seeweg besuchen sollte, sowie für das Meeresschutzgebiet zwischen Punta Rossa und der Isola Pecora. Im südöstlichen Teil ist Cala Portese oder dei Due Mari absolut sehenswert und ein Stolz der Insel: Das klare Wasser umspült beide Seiten der Bucht. Dahinter liegen Punta Rossa und nach einem Spaziergang der herrliche Spiaggia del Relitto, den nicht nur sein feiner weißer Sand, sondern auch ein altes Schiffswrack am Ufer prägen.
Im Westen überwiegen weite Ebenen und ein großer Pinienhain. Das azurblaue Wasser der Cala Napoletana, die wilde Natur der Cala Garibaldi und die weiten, hellen Sandflächen der Cala Serena sollte man sich nicht entgehen lassen. Stagnali, ein ehemaliges Militärdorf mit einem kleinen Hafen für Fischer und Bootsfahrer, ist das am stärksten bewohnte Gebiet. Caprera ist auch für sein Segelzentrum, die älteste Segelschule Italiens und die größte im Mittelmeerraum berühmt, die die einzige Unterkunft für Besucher ist.