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Nule

Das Dorf hat antike Ursprünge, die auf das untere Paläolithikum datiert werden, was durch zahlreiche Nuraghen belegt wird, darunter die Nuraghe Voes. In der Gegend gibt es drei Dolmen und drei Gigantengräber. An einigen Orten wurden zahlreiche archäologische Funde gemacht, darunter eine Bronzestatuette, die ein anthropomorphes Monster, halb Stier, halb Mensch, darstellt. Im Mittelalter war es Teil des Judicat de Torres und der Curatoria del Montacuto. Während der Feudalzeit gehörte Nule den Teller Giron, unter denen es bis 1839 blieb. Das Dorf ist für die handwerkliche Verarbeitung von raffinierten Teppichen bekannt, die in ihrer Art einzigartig sind.

Im Dorf stehen zahlreiche Kirchen, von denen insbesondere die Kirche Santa Maria sehenswert ist. Sie besitzt einen alten, für Sardinien einmaligen Kirchturm und im Inneren einen wunderschönen barocken Holzaltar. In der Nähe steht auch die Kirche Santa Croce aus dem 16. Jahrhundert mit einem beachtenswerten Holzkruzifix aus dem 17. Jahrhundert.

Man sollte bei seinem Besuch in Nule auch einen Abstecher zum Aussichtpunkt 'belvedere' auf dem Hügel &bdquo.colle di San Paolo' machen, der einen herrlich weiten Blick auf das gesamt Gebiet des Goceano ermöglicht. In der Umgebung verstreut stehen zahlreiche Nuraghen, die wegen ihrer traumhaften Lage eine Besichtigung wert sind. Zur handwerklichen Produktion gehören die handgewebten Teppiche aus Nule, die wegen ihrer klaren Mustern und Farben berühmt sind.

Für ihrer Herstellung verwendet man die sogenannte a framas-Technik mit kleinen Fäden und leuchtenden Farben auf einem vertikalen Webrahmen. Die auf den Stoffen dargestellten Szenen und die Farbkombinationen werden seit Generationen von den Müttern an ihre Töchter weitergegeben. Weithin geschätzt wird auch die Produktion des lokalen Pecorino.

Lula

Auf dem Streifen, der Lula mit Siniscola verbindet, erstreckt sich das mächtige Kalkmassiv des Monte Albo. Die bewaldten Hänge, die von den hohen Spitzen der Punta Catirina und dem Monte Turuddò überragt werden, sind ideal für Spaziergänge auf den Wanderwegen inmitten alter Steineichen, hoher Erdbeerbäume und duftendem Wacholder. Auf der Wanderung begegnet man auch einer reichen Tierwelt und kann in der Ferne Mufflons und Wildschweine erkennen. Immer wieder hat man herrliche Ausblicke auf die Baronia. Mit lokalen Führern kann man Exkursionen zu besonders eindrucksvollen Orten unternehmen, wie dem Kanal von Sas Piperai, der Quelle Istiriddò, der Punta de su Nuraghe, wo am Gipfel die Reste eines urgeschichtlichen Bauwerks stehen, der Punta Casteddu mit den Ruinen eines Nuraghendorfes und dem Pass Janna di Murai, über den man Sa Tumba de Nurai erreicht, einen tiefen natürlichen Brunnen.

Diese Berge und die fast unberührte Natur bieten dem Touristen eindrucksvolle Stätten, die die Geschicht dieses Fleckchen Erde erzählen. Zu Füßen der Berge sind zahlreiche domus de janas (Höhlengräber), Zeugen aus der Jungsteinzeit. Zu den schönsten gehört sicherlich Sa Conchedda 'e Su Priteru im Innern eines kalkigen Grates, dessen eisenhaltige Masserung eine rötliche Farbe verleiht. Es gibt auch viele Reste von Nuraghendörfern, tombe dei giganti (Felsengräber) und Nuraghen, von denen man den aus kalkhaltigen Steinen errichteten Littu Ertiches am Fuße des Berges besichtigen sollte. Ein weiteres interessantes Ziel ist das Bergwerk Sos Enattos an den Hängen des Monte Albo. Es wurde bereits von den Römern genutzt, im 19. Jahrhundert wieder entdeckt und bis vor wenigen Jahren dauerte der Förderbetrieb noch an. Heute ist dieses Gebiet Teil des von der UNESCO unerkannten Projekts Parco Geominerario Storico e Ambientale della Sardegna. Nicht weit davon entfernt liegen die stillgelegten Bergbaustätten Guzzurra und Argentaria, wo Bleiglanz gefördert wurde und wo man noch die Ruinen einiger Gebäude aus dem 19. Jahrhundert sehen kann. Im Territorium sind viele kleine Kirchen auf dem Land, von denen man die Wallfahrtskirche San Francesco di Lula unbedingt besichtigen sollte. Es ist einer der eindrucksvollsten und bedeutendsten ländlichen Wallfahrtskirchen Sardiniens. Der Überlieferung nach wurde sie im 17. Jahrhundert von einigen Banditen aus Nuoro gegründet. Deshalb wird San Francesco d'Assissi (hier nennt man ihn San Francesco di Lula), dem die Kirche geweiht ist, als Schutzpatron der Banditen und balentes, d.h. der Mutigen, betrachtet.

Die heutige Kirche von 1795 ist der Umbau einer Kirche aus dem 17. Jahrhundert und verwahrt im Innern eine Holzstatue des Heiligen der napoletanischen Schule aus dem 17. Jahrhundert. Rund um den Wallfahrtsort hat sich ein kleines Pilgerdorf entwickelt mit zahlreichen cumbessias, den typischen Pilgerzellen für die Gläubigen während der Festtage. Das Fest, das vom 1. bis zum 9. Mai stattfindet, ist eines der innigsten und meist besuchten im Gebiet von Nuoro und der Baronie. Der Pfarrer bietet allen Gläubigen, die zum Fest kommen, die typische Suppe su filindeu (Schafbrühe mit Käse) und su zurrette (Blutwurst) an. Es werden verschiedene Riten abgehalten und das Fest endet mit einem ausgiebigen Gelage im Freien, dem so genannten s'arbore (der Baum), an dem symbolisch auch die Heiligenstatue San Francesco teilnimmt. Ein weiteres wichtiges Fest wird am 17. Januar zu Ehren von Sant'Antonio Abate begangen. Dabei werden große Lagerfeuer angezündet und auf der Asche wird der Baum des Schlaraffenlandes aufgestellt. Alle Teilnehmer erhalten eine typisches, mit Orangenschale gewürztes Gebäck mit dem Namen aranzata. Am ersten Sonntag im September feiert man San Nicola mit einem schönen Fest auf dem Land und am 4. Oktober findet die erste Wallfahrt zu Ehren von San Francesco statt. Die Wallfahrt führt von der Kirche della Solitudine zum Wallfahrtsort.

Cala Capriccioli

Ein mit mediterraner Vegetation bewachsener Granitstreifen ragt am südlichen Teil der Costa Smeralda ins Meer hinaus. Der Name Capriccioli bedeutet auf Gallurisch „kleine Ziegen“. Es handelt sich dabei um ein Paar mächtiger, abgerundeter und vom Meer geglätteter Felsen, die mehrere Buchten bilden, die südlich von Porto Cervo, im Gebiet von Arzachena, etwa 15 km von der Stadt entfernt, liegen.

Die kleinen Strände von Capriccioli bestehen alle aus feinem, hellen Sand mit gräulichen Schattierungen, der im tiefblauen Meer versinkt, geschützt von gelben, rosafarbenen und rötlichen Granitfelsen inmitten dichter mediterraner Macchia: Wacholder, Mastixbäume, Olivenbäume und Strandkiefern, die zum wilden Charme des Ortes beitragen. Die Ostküste ist durch flachen, sandigen Meeresgrund geprägt, vor dem Mistral geschützt und somit ein idealer Ort für Familien mit Kindern. Durch rosafarbene Granitblöcke getrennt liegt im Westen die andere Seite des Küstenstreifens von Capriccioli, der zwei weitere Strände bietet. Der erste wird auch „del Pirata“ genannt. Hier ermöglicht ein kleiner Holzsteg das Anlegen und man kann Schlauchboote, Kanus und Tretboote mieten. Etwas weiter am Ausläufer der Halbinsel befindet sich der zweite Strand, der auch als „delle Tartarughe“ bekannt ist: eine natürliche Oase, die in der Laichzeit von Meeresschildkröten aufgesucht wird und durch ein intaktes Dünensystem und einen Wacholderhain geschützt ist.

Capriccioli bietet alle Serviceleistungen und ist zweifelsohne eine der berühmtesten Buchten der Costa Smeralda: Hier kann man mit der Kamera oder dem Smartphone faszinierende Aufnahmen der Küste und des Panoramas machen, das durch die nahe gelegenen Inseln Soffi und Camere bereichert wird, die beide durch Granit und wunderbar unberührte Landschaften geprägt sind. Vor dem Strand liegt auch die kleine Insel Mortorio, eine kleine Naturoase, die mit einem kleinen Boot von der kleinen Anlegestelle auf der rechten Seite der Bucht zu erreichen ist.

Tiana

Das Dorf Tiana liegt auf etwa 500 m Höhe an den östlichen Hängen des Gennargentu in der Mandrolisai genannten Region und befindet sich inmitten einer wunderschönen Berglandschaft zwischen 386 und 1266 m Höhe. Der Name des Dorfes, dessen Ursprung zweifellos vor der römischen Eroberung liegt, verliert sich im Dunkel der Geschichte. Das Dorfzentrum ist hübsch, fernab von stark befahrenen Straßen, und man kann hier eine Gelassenheit und Stille erleben, die heutzutage nur noch wenige Orte bieten. Vielleicht ist dies der Grund, warum Tiana international bekannt wurde, als Tiu Antonio Todde 2001 mit seinen 112 Jahren als ältester Mann der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde.

Das Gebiet war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt und bewahrt mehrere domus de janas (Höhlengräber) an dem Ort Mancosu und Reste nuraghischer Bauten in Sa Piraera und Tudulo. Bis vor wenigen Jahren stützte sich die lokale Wirtschaft auf die Produktion eines schweren Wollstoffes, der in Sardinien zur Anfertigung einiger Kleidungsstücke der traditionellen Wintertracht verwendet wird.

Heute kann man am Fluss Tino, der im Tal in der Nähe des Dorfes fließt, noch die alte Wasserwalkmühle sehen, wo der schwere Stoff gewalkt wurde. Es ist eine einfache Konstruktion aus Stein mit einem Holzdach, wo der große Holzhammer aufbewahrt wird, mit dem man den Stoff bearbeitete, damit er strapazierfähiger wurde. Früher waren zahlreiche Walk- und Wassermühlen am Fluss, deshalb überlegt man, dort einen Park anzulegen.

Osidda

Mit seinen Wäldern und Wegen lädt Osidda zu langen, erholsamen Spaziergängen in aller Stille ein. Eine Besonderheit im Dorf ist eine Krippe in einer alten, restaurierten Kaserne. Die Figuren tragen die typischen Trachten aller Dörfer Sardiniens.

Die Krippe ist von einem lokalen Künstler und wurde der Gemeinde gespendet. Im alten Teil des Dorfes steht Casa Delogu, eines der Symbole des Dorfes. Es stammt aus dem 19. Jahrhundert und war im Besitz bedeutender Herrschaften. Das Fest der Pfarrkirche Sant'Angelo am 27. August ist nicht nur ein religiöses Fest.

Museum für Trachten und Leinenverarbeitung

Das Museum liegt in den Räumen der entweihten Kirche San Domenico in Busachi, einem interessanten Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, das zum Dominikanerkloster gehörte und deshalb auch "Conventu" genannt wird. Hauptthema der Ausstellung sind Trachten und Werkzeuge für die Herstellung von Leinen. Busachi hat eine lange Trachtentradition und ist eines der wenigen Dörfer Sardiniens, in denen diese Gewänder auch im Alltag getragen werden.

Der Rundgang beschreibt den Anbau des Rohstoffs Leinen in der Gegend und die Fertigung von Stoffen für den Alltag und festliche Anlässe. In den Kleidungsstücken spiegeln sich die verschiedenen Lebensalter: wichtige, festliche Momente, Zeremonien, aber auch traurige Anlässe wie Beerdigungen. Man findet bestechend einfache Alltagskleidung, aber auch Kleider für Neugeborene oder Jugendliche. Alte Gewänder aus unbehandelter Wolle und Filz, Hemden aus Baumwolle und Leinen, Mieder aus Brokat, Seide und Samt, die ausschließlich von Hand gefertigt wurden, zeugen vom handwerklichen Geschick der Frauen von Busachi. Sie bewahrten ihre Traditionen sorgfältig, gaben sie von Generation zu Generation weiter und machten aus ihren Fähigkeiten eine Kunst. Gezeigt wird außerdem der Herstellungsprozess von der Leinenblüte bis zum fertigen Produkt.

Das Dorf Barigadu war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts das wichtigste Zentrum für Leinenanbau und -weberei und den Handel mit gewebten Produkten auf Sardinien. Leinen von Busachi galt aufgrund der hohen Qualität der fruchtbaren, sumpfigen Felder, auf denen es angebaut wurde, als besonders kostbar. Die Ausstellung begleitet den Rohstoff durch die verschiedenen Verarbeitungsphasen und zeigt die für den gesamten Zyklus vom Leinenanbau bis zum fertigen Stoff notwendigen Werkzeuge: den Holzpflug, mit dem das Feld bestellt wurde, Stab und Breche zum Schlagen und zur Entfaserung der Stiele, Rechen, Rocken und Spindel, Garnwinde und Spinnrad, Spulmaschine, Schärmaschine und Webstuhl.

Der Rundgang endet mit der Ausstellung von Leinenerzeugnissen, einige davon mit feinen Stickereien versehen.

Adresse:

Via A. De Gasperi 1, Ecke Piazza Italia, Busachi

Telefon: +39 340 2607197

Träger:

Gemeinde

Golfo Aranci - Le cinque spiagge

Die fünf Strände „Cinque Spiagge” befinden sich in der Ortschaft Golfo Aranci. Sie zeichnen sich durch weißen, sehr feinen Sand aus. Die Strände erstrecken sich von Osten nach Westen entlang der Küste von Golfo Aranci. Der dritte ist der weitläufigste. Sie weisen alle dieselben Merkmale auf: einen blütenweißen, sehr engen Sandstrand, der von der typischen Macchia des Mittelmeerraums eingerahmt wird. Außerdem befinden sich hier Badeanstalten und weitere Einrichtungen für Touristen. Die fünf Strände mit ihrem puderzuckerartigen Sand fallen sanft ins Meer ab. Das Wasser wird erst nach mehr als hundert Metern tief, was ideal für spielende Kinder ist.

Der Strand verfügt über ein großes Dienstleistungsangebot: es gibt einen behindertengerechten Zugang, einen weitläufigen Parkplatz, Hotels, Cafés und Restaurants. Es besteht die Möglichkeit, Sonnenschirme, Liegen, Boote und Tretboote zu mieten. Er ist besonders bei Windsurfern beliebt.

Orune

Es ist ein altes, geschlossenes Dorf, in dem vielleicht mehr als irgendwo sonst die ältesten Sitten, Gewohnheiten, Bräuche, Volkstraditionen, die Intelligenz und der Wert eines Lebens, das umso energischer ist, je begrenzter es ist, voller Ausdrucksfähigkeit, persönlicher Kraft und Einsamkeit erhalten bleiben...“. ' So beschreibt der Schriftsteller Carlo Levi in seinem Buch ' Tutto il miele è finito ' (1964) den intensiven Eindruck, den er von diesem geheimnisvollen und faszinierenden Dorf in der Gegend von Nuoro gewonnen hat. Orune liegt in einem Gebiet, das von den Landspitzen Cuccumache, Cuccureteti und Sant'Andria geschützt wird und das Marreri-Tal im mittleren Norden Sardiniens überragt. Die Region um das Dorf herum ist eine Abfolge von imposanten Granithochplateaus und tiefen Tälern, die von dichten Eichenwäldern eingenommen und von Quellen umspült werden.

Archäologische Funde belegen, dass das Gebiet von Orune seit langem von Menschen genutzt wird. In der Tat ist es eine großzügige natürliche Umgebung, die grüne, für die Viehzucht geeignete Flächen mit imposanten, schützenden Erhebungen verbindet. Der Name Orune leitet sich vom griechischen Wort oros (Berg) ab, das den Ort überragt. Inmitten dieser Berge wurde 1922 der berühmte sardische Intellektuelle Antonio Pigliaru geboren, der 1969 in Sassari starb und dem wir tiefe und reichhaltige Reflexionen über die Welt der Barbagia, ihre Kodexe und Ehrenregeln verdanken. Im Herzen des Dorfes befindet sich das elegante Haus Murgia, ein kleiner herrschaftlicher Palast aus dem frühen 20. Sehenswert sind die Dolmen von Isthiti, die sich in der Nähe des gleichnamigen Riesengrabs befinden, die Menhire und Sas Perdas 'Ittas. Der Besuch der archäologischen Stätten bietet auch Gelegenheit zu angenehmen Spaziergängen zwischen Quellen und Brunnentempeln, wie dem von Lorana, der heiligen Quelle von Su Lidone und dem Brunnentempel von Su Tempiesu, einem wahren Trachytjuwel. Die Landschaft umfasst eine Reihe von Nuraghen und Nuraghendörfern: die Nuraghen Santa Lulla, Su Pradu, Salile, Curtu, Ederosu, Serra de Mesu, Ila und das Nuraghendorf Sant'Efis. Das Kunsthandwerk in Orune ist sehr berühmt für seine Korkverarbeitung, das Weben von Teppichen und die Herstellung von Trachten. Die traditionelle Kleidung von Orune besteht aus Samt und komplizierten, handgenähten Schuhen. Das Dorf ist jedoch vor allem für seine raffinierte gastronomische Tradition berühmt, die auf dem typischen Käse mit Karasau-Brot, gebratenem Spanferkel, Lamm- und Zickleinfleisch, Hammelfleischeintopf mit Kartoffeln und Zwiebeln, hausgemachten Nudeln und köstlichen Kuchen basiert. Am 3. Februar findet in den Straßen des Dorfes das Fest von Santu Biasu statt, am ersten Montag im August das Fest von Su Cossolu und am letzten Sonntag im August das Fest von Su Carmini. Die Teilnehmer an all diesen Festen tragen die traditionelle Tracht, die der Männer in eleganter Schlichtheit, die der Frauen mit einem Korsett aus rotem, besticktem Stoff geschmückt. Besonders lebhaft ist der Ritus Sas Animas, dessen Akteure die Kinder sind, die von Haus zu Haus ziehen und um Obst und Kuchen bitten.

Gebiet von Su Tempiesu

Der Tempel liegt in der Ortschaft Sa Costa 'e Sa Binza an einer steilen Schieferwand, aus welcher die Quelle sprudelt. Su Tempiesu ist ein außergewöhnlich interessantes Monument und zugleich das einzige Zeugnis der besonderen Bauart (Hochbauten) und der Abdeckung eines nuragischen Brunneltempels. Die Anlage besteht aus Trachyt- und Basaltgestein, d.h. aus einem Baumaterial, das es vor Ort gar nicht gab und das vermutlich von weit her transportiert wurde. Im Brunnen selbst wurden zahlreiche Bronzevotivgaben gefunden (Anstecknadeln, Stiletten, Anhänger, Armketten, Ringe, Kettenglieder, Nadeln, Kettenteile aus Bernstein und vor allem kleine Statuen, welche Gläubige, Krieger sowie mit Mantel und Stab bekleidete Anführer darstellten). Weitere Votivgaben wurden in einigen natürlichen Nischen des Fels gefunden, die von Stützmauern eingerahmt wurden. Aufgrund des Baumaterials ist es gelungen, die Phasen der Errichtung und der Nutzung dieser Kultstätte zu bestimmen: Dieses Monument wurde gegen Ende der jüngeren Bronzezeit bis zum Beginn der Eisenzeit frequentiert, als ein Erdrutsch dann dazu führt, dass es aufgegeben wurde.

Nach der Ortschaft Orune folgt man den Schildern zur Ausgrabungsstätte Su Tempiesu. In der Nähe des Friedhofs biegt man auf eine kleine geteerte Straße ab, die nach wenigen Kilometern zum Eingang der archäologischen Ausgrabungsstätte führt. Dort parkt man das Auto und geht zu Fuß auf einem Weg einige hundert Meter nach unten und gelang direkt zum Brunnen.

Tel. 0784 276716. 328 7565148
Website: www.sutempiesu.it
E-Mail: cooplarco@tiscali.it

Cala Corsara

Man sagt, es war ein antikes Piratennest, daher der Name. Und was für ein Zufluchtsort! Man verliebt sich unweigerlich auf den ersten Blick: ein magischer Ort, der den Betrachter mit seiner Wildnis und den Farbkontrasten zwischen dem Grün der Vegetation, den Granitfelsen und den unendlichen Nuancen des Meeres von Türkis über Smaragdgrün bis hin zu Tiefblau in Bann zieht. Das ist Cala Corsara, eine kleine, paradiesische Bucht an der Südküste der Insel Spargi, einer Perle des Nationalparks della Maddalena. Die Bucht wurde 2016 von einer berühmten Urlaubs-Webseite zum schönsten Strand Italiens gekürt und 2018 vom amerikanischen Forbes Magazine unter den sieben Stränden des Belpaese aufgeführt, die es unbedingt zu sehen gilt. Man erreicht ihn ausschließlich per Boot: man kann der Verlockung nicht widerstehen, vom Boot aus ins Meer zu springen und ans Ufer zu schwimmen. Tauchen Sie ein in ein Paradies auf Erden, genießen Sie Frieden und ein atemberaubendes Panorama.

Zur Bucht gehören vier kleine Strände mit feinstem, geradezu nicht spürbarem Sand, umgeben von kleinen Dünen, die überwachsen sind von Wacholder, Ginster, Rosen und Narzissen. Manche Klippen erstaunen durch ihre sonderbaren Formen, an denen Wind und Meer seit Jahrtausenden arbeiten. Besonders bekannt ist der „Hexenfels“ an der Westseite der Bucht. Begeisterte Taucher und Schnorchler kommen hier voll auf ihre Kosten: Flossen angelegt und schon geht es auf Erkundung der Meereswelt voller Überraschungen mit Relikten aus allen Epochen, die herrliche Motive für Unterwasserbilder liefern. In einer Untiefe der Cala Corsara liegt das Wrack von Spargi, ein römisches Schiff (35 m lang) aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.: ein Teil der 1939 gefundenen Ladung ist im Museo Nino Lamboglia auf der Insel Maddalena zu sehen.

Spargi ist die drittgrößte Insel der 60 großen, kleinen und winzigen Inseln des 1994 eingerichteten Inselparks. Bei der Erkundung eines unbewohnten, im Hinterland felsigen und beinahe unwegsamen Paradieses, das von mediterraner Macchia überzogen ist, gibt es allerhand Überraschungen zu entdecken. Im Süden, ganz in der Nähe der Cala Corsara, strahlt die leuchtende, kristallklare Cala Soraya. Im östlichen Teil lohnt ein Abstecher zur Cala Granara und Cala Canniccio, einem rötlichen Sandstrand mit einem Wasser von unvergleichlicher Transparenz, dessen Farbpalette von Rosa am Ufer über facettenreiche Azurtöne bis hin zu Tiefblau führen. Die Schönheit Cala Conneri, die auch den Beinamen ‘cala dell’amore’, Bucht der Liebe, trägt, macht sprachlos: feiner, strahlend weißer Sand, gesäumt von rötlichen Felsen, zwischen denen Wacholder, wilder Rosmarin und Narzissen sprießen. Das smaragdgrüne Meer erzeugt ein surreales Licht. Um die fast runde Insel herum trifft man auf weitere, von Felsen umrandete Buchten, die vom Zahn der zeit geformt sind und wo die Vegetation üppig bis ans Ufer wächst: Cala Pietranera im Norden und Cala Piscioli im Westen. An der Nord-Ost-Küste findet man auch militärische Festungen, die während der Weltkriege errichtet wurden: das Fort Zanotto und den kleinen Militärhafen von Cala Granu. Neben Spargi liegen die ‘kleine Schwester’ Spargiotto, wo seltene Wasservögel nisten, sowie die Spargiottello Klippen, die begeisterte Taucher anziehen.

Ein Schutzgebiet von über 20.000 Hektar mit 180 Kilometern Küste - eine einmalige, intakte Welt, die zur Erkundung mit dem Boot einlädt. Entweder auf eigene Faust oder per Charter ausgehend von Häfen von La Maddalena, Palau, Porto Cervo und Santa Teresa Gallura. An den Buchten der Inseln gibt es unzählige Anlegemöglichkeiten. Neben Spargi erhebt sich Budelli mit dem unvergleichlichen Rosa Strand. Ganz im Norden liegen die malerischen Razzoli und Santa Maria, die über eine natürliche Landenge miteinander verbunden sind. Im Süden hingegen liegt der ehemalige amerikanische Stützpunkt Santo Stefano. Genau in der Mitte liegt die ‘große Schwester‘, La Maddalena mit ihren reizenden Stränden - darunter Bassa Trinita und Monti da Rena. Im Osten ist sie über eine Brücke mit Caprera verbunden, der zweitgrößten Insel der Gruppe, die übersät ist mit herrlichen Buchten, darunter Cala Coticcio, auch Tahiti genannt, und berühmt für das Compendio garibaldino, dem letzten Heim des ‘Helden zweier Welten’.