Grazia Deledda-Museum
Santu Pedru ist das Viertel, in dem einst die Viehzüchter lebten, und bildet zusammen mit dem Viertel Seuna, den alten Stadtteil von Nuoro. Hier, in einem typischen Haus der wohlhabenden Barbagia-Klasse, wurde Grazia Deledda 1871 geboren und lebte bis zu ihrer Hochzeit im Jahr 1900. Im darauffolgenden Jahr zog die größte sardische Schriftstellerin nach Rom und kehrte nur noch sporadisch in ihre Heimatstadt zurück, so dass das Haus verkauft wurde. Die Gemeinde Nuoro kaufte es 1968 zurück und übergab es dem Istituto superiore regionale etnografico (ISRE - Regionales ethnographisches Institut), das dort dank der Mitarbeit der Erben der Künstlerin ein Museum einrichtete, das 1983 eröffnet wurde. In den zehn Sälen, die über drei Stockwerke des Hauses verteilt sind, kann man die unauflösliche Verbindung zwischen Deledda und ihrem Herkunftsort entdecken und eine Zeitreise durch Zeugnisse der Kultur und Gesellschaft von Nuoro um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert machen.
Beim Besuch des Museums sind Bilder, Texte und Gegenstände, die der Literaturnobelpreisträgerin in ihrer Kindheit und Jugendzeit gehörten, sowie Dokumente aus ihrer Zeit in Rom zu sehen. Die Räume sind nach den Beschreibungen im Roman „Cosima“ ausgestattet und eingerichtet, insbesondere Küche und Speisekammer. Hier sind das Original der Urkunde und der Medaille des ihr 1926 in Stockholm verliehenen Nobelpreises mit Bildern und Auszügen aus der Rede, die sie bei der Verleihung hielt, zu sehen. Im ersten Stock befindet sich ein Raum, der der Kulturlandschaft von Nuoro gewidmet ist: „Nuoro, das Athen der Sarden“. Ursprünglich war er das Gästezimmer, in dem heute Werke, Bilder und biografische Angaben von sardischen Künstlern wie Francesco Ciusa und Sebastiano Satta aufbewahrt werden. Im obersten Stockwerk hingegen befindet sich das Schlafzimmer, das von den autobiografischen Beschreibungen in ihren Werken inspiriert ist.
Auf einer Tafel im Laubengang des Innenhofs sind Geschichte und Merkmale des Hauses beschrieben. Von hier aus gelangt man in den Innenhof, der von zwei jahrhundertealten Eichen beschattet wird und mit Bänken und Säulenregalen mit Büchern verschiedener Autoren zum Verweilen und Lesen einlädt. Im Sommer wird der Innenhof zum Schauplatz von Kulturveranstaltungen. Ab Beginn des 20. Jahrhunderts war Nuoro ein Zentrum regen künstlerischen und literarischen Lebens, wovon zahlreiche Kulturstätten zeugen: das Museo Ciusa, das dem berühmten Bildhauer gewidmet ist, der 1907 auf der Biennale von Venedig ausgezeichnet wurde; daneben das Kunstmuseum von Nuoro (MAN) mit internationalen Wechselausstellungen und Werken sardischer Künstler; dann das Museo della Vita e delle Tradizioni popolari sarde, ein völkerkundliches „Schatzkästchen" mit Schmuck, Trachten, Masken und Zeugnissen des immateriellen Kulturerbes der Insel, wie der Gesangstradition Canto a Tenore. Am Fuße des Monte Ortobene, der in Deleddas Romanen als „Seele“ der Bewohner von Nuoro gerühmt wird, kann man die Chiesetta della Solitudine (die kleine Kirche der Einsamkeit besichtigen, die letzte Etappe auf der Reise ins Deledda-Nuoro: Hier ruht Grazia.
Onanì
„Du hast blaue Augen, Füße und Hände, die wie Wiegen aussehen: ja, wahrhaftig heilig, die Wiegen der Korkeichen, die mit Haarsträhnen an den Balken der Häuser von Onanì hängen, sind kleiner als deine Hände“. Aus „Colpi di scure“ von Grazia Deledda. Das kleine Dorf Onanì, an das dieses schöne Zitat von Grazia Deledda erinnert, liegt in der Mitte der Straße zwischen Bitti und Lula, in einer hügeligen Gegend mit mediterraner Vegetation und Melojo-Wäldern. In der Nähe befinden sich die Mamone-Wasserfälle, Nistplatz des Steinadlers, und das vom Fluss Riu Mannu durchflossene Gebiet mit seinen grünen Wiesen, auf denen Disteln und Ferula wachsen. Das Gebiet von Onanì ist seit dem Altertum besiedelt, wie das nuragische Monument Santu Pedru am Rande des Dorfes beweist. Wahrscheinlich war es in der byzantinischen Zeit ein Ort der Anbetung, als die Verehrung der Heiligen Helena, Gavino und Cosma und Damiano entstand, denen auch kleine Kirchen gewidmet waren. Im Mittelalter gehörte der Ort zur Kuratie von Bitti unter der Herrschaft von Torres. Unter der aragonesischen Herrschaft wurde Onanì zum Lehen, und im 17. Jahrhundert gehörte es zur Markgrafschaft von Orani.
Im Zentrum des Dorfes, das ursprünglich weiter westlich in der Nähe der Kirche San Pietro lag, kann man wunderschöne murales (Wandmalereien) des Malers Pietro Asproni und einiger Schüler der Accademia di Brera bewundern, die das tägliche Leben und wichtige Ereignisse in der Geschichte des Dorfes darstellen. Im alten Teil des Dorfes steht die Pfarrkirche Sacro Cuore di Gesù von Ende des 19. Jahrhunderts und die Kirche Madonna di Loreto, die ursprüngliche Pfarrkirche. Die Kirche Madonna di Loreto wurde im 14. Jahrhundert gebaut, um die religiösen Bedürfnisse einer zahlreichen Gemeinde zu befriedigen.
Das wahre Juwel des Dorfes ist die kleine Kirche San Pietro aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Sie liegt etwas außerhalb des Dorfes und überragt die Straße, die nach Bitti führt. Abgesehen von der Lage auf einer kleine Anhöhe beeindurckt auch das Baumaterial, das nur für wenige andere Kirchen in Sardinien verwendet wurde: Granit und Schiefer für das Dach. Die einfache, schmucklose, romanische Fassade schließt mit einem kleinen Glockengiebel ab und öffnet sich ins Innere mit einer Kreuzöffnung, die sich auch an der Rückseite oberhalb der Apsis befindet. In der Nähe der Kirche befindet sich auch der teilweise eingestürzte Nuraghe Santu Pretu, ein Zeuge der frühen Besiedelung des Gebietes. Die Umgebung von Onanì bietet mit ihren kleinen Landkirchen und archäologischen Stätten viele interessante Ausflugsmöglichkeiten. Gut erhalten sind die Kirchen San Francesco, San Bachisio im Tal des Riu Mannu, Sant'Elena und Santi Cosma e Damiano, deren Kult sicherlich auf die byzantinische Zeit zurückgeht.
Zahlreiche Nuraghen übersäen die Gegend (Salamite, S'Ena mit den nahen domus de janas (Höhlengräber), Sorastru, Collovras und Nuragheddu). Auch die tombe di giganti (Felsengräber) San Bachisio und Tanca Pettorale sollte man besichtigen. Die typischen Erzeugnisse des lokalen Handwerks aus Holz und Eisen ziehen die Besucher an, aber auch die köstlichen Gerichte und Brote, wie das charakteristische dünne Brot pane carasau. Innig verehrt man die Heiligen des Dorfes mit großen Feierlichkeiten, die im Laufe des Jahres begangen werden. Am 16. und 17. Januar entzündet man die Feuer für Sant'Antonio Abate, im Mai feiert man San Bachisio mit einem einzigartigen Fest auf dem Land und am 17. Oktober folgt San Francesco.
Sadali
Dieser malerische Ort, dessen Ursprung wahrscheinlich vor 1335 liegt, entwickelt sich um seine alte Pfarrkirche, die dem Heiligen Valentin geweiht ist. Aufgrund seiner Höhenlage (ca. 750 m) ist das Gebiet, zu dem er gehört, sehr abwechslungsreich mit Steineichen-, Eichen- und Korkeichenwäldern. Der Ursprung seines Ortsnamens ist ungewiss, auch wenn er wahrscheinlich auf die vorrömische Zeit zurückgeht. Im Mittelalter war Sadali Teil der curatoria de Barbagia de Seulo im Judicat Calari.
Historisch interessant ist die Pfarrkirche San Valentino aus spät-byzantinischer Zeit mit einem antiken Holzaltar aus dem 17. Jahrhundert. Es ist die einzige Kirche in Sardinien, die dem römischen Märtyrer, der im 3. Jahrhundert gelebt hat, geweiht ist. Nicht weit von der Kirche befindet sich ein Wasserfall, dessen Wasser in einen unterirdischen Abgrund fließt, den so genannten sa bucca manna (der große Mund). Es ist sehr eindrucksvoll einen Spaziergang durch die Straßen des Dorfes zu dem frischen Wasserfall machen, einer Rarität mitten in einer Ortschaft. Rund um Sadali liegen die Kirchen Sant'Antonio mit dem Beinamen Sant'Antonio de su fogu, Santa Maria aus dem 15.-16. Jahrhundert und Sant'Elena imperatrice.
Nicht weit vom Dorf ist der Nuraghe Accodulazzo oder Accoudulassu, wo man Obsidan-Scherben und urgeschichtliches Steingut mit Keramikbruchstöcken aus der Römerzeit gefunden hat. Die Grotta Is Janas erstreckt sich über 350 m und fünf der sechs Räume sind mit Führung zu besichtigen. Der Legende nach war die Höhle Unterschlupf von drei janas, mythologische Figuren, halb Feen, halb Hexen, von denen man eine archaische Legende erzählt. Auf dem Land in der Umgebung rauscht ein Wasserfall mit dem Namen Su Stampu de Su Turrunu in einem bezaubernden Schauspiel der Natur über eine vertikale Wand. Um die Arbeitsgeräte, die die Einwohner von Sadali in der Vergangenheit bei ihren täglichen Verrichtungen benutzten, kennen zu lernen, empfiehlt sich ein Besuch an der alten Wassermühle aus Holz und Eisen aus dem 17. Jahrhundert. Besonders interessant ist das Fest der Madonna d'Itria mit einer feierlichen, farbenprächtigen Prozession, die vom Zentrum des Dorfes zur ländlichen Kirche ca. zehn Kilometer vom Dorf zieht.
Le Farfalle - Cala Suaraccia
Der Strand befindet sich im Gebiet Capo Coda Cavallo und zählt zur Gemeinde San Teodoro. Er zeichnet sich durch einen Untergrund mit hellem, leicht gräulichem, sehr feinem Sand aus. Die Bucht liegt inmitten einer üppigen Vegetation, die an heißen Sommertagen Schatten bietet und einen herrlichen Kontrast zum hellen Sand und dem Türkis des kristallklaren Wassers bildet. Auf der linken Seite befindet sich auch eine Bootsanlegestelle und im nahegelegenen Urlaubsort gibt es eine Tauchschule.
Der flach abfallende Strand ist bestens zum Baden und für spielende Kinder geeignet. Der Strand verfügt über einen Parkplatz, einen Campingplatz und Erfrischungsstände. Es besteht die Möglichkeit, Sonnenschirme, Liegen, Boote und Tretboote zu mieten.
Monte Pulchiana
Gadoni
Gadoni liegt am Fuße des Monte Sa Scova, im Herzen der Barbagia di Belvì. Es besitzt dichte und spektakuläre Wälder, aus denen Kalksteinfelsen, die Tacchi, herausragen und aus denen Quellen fließen. Einer Legende zufolge verdankt Gadoni seinen Namen seinem ersten Bewohner, einem Hirten aus Arzana, der im Ort Mammatulu Zuflucht fand.
Bis in die 1980er Jahre war die Wirtschaft des Dorfes an die Kupfermine von Funtana Raminosa gebunden. Heute stützt sie sich vor allem auf das Kastanienholzhandwerk, die Weberei hochwertiger Wolle, die Landwirtschaft und die Viehzucht. In der Mine von Is Seddas Is Puzzus wurden zahlreiche archäologische Funde und Kupfergegenstände aus nuragischer, phönizischer und punischer Zeit entdeckt.
Herrliche Kork- und Steineichenwälder im Gebiet von Gadoni bieten wunderbare Ausblicke und Landschaften. Bei Spaziergängen auf dem Land stoßt man nicht selten auf Marder, wilde Katzen, Füchse, Wildschweine und Eichelhäher. Gadoni ist bekannt für seine Walnüsse, Kirschen und Kastanien. In den letzten Jahren blüht auch das Handwerk dank der guten Qualität des Kastanienholzes und das Weben der Wolle, die auf natürliche Weise durch das Kochen verschiedener Kräuter gefärbt wird.
Das Bergwerk Funtana Raminosa steht im Mittelpunkt eines Planes zur Sanierung und Aufwertung. Es ist Teil des von der Unesco anerkannten Projektes Parco Geominerario, Storico e Ambientale della Sardegna. Im Dorf sind im älteren Teil die alten typischen Häuser der Landwirte mit großen Höfen. In der Hauptstraße ist die Pfarrkirche Beata Vergine Assunta. Schutzpatronin des Dorfes ist Santa Marta, die am 29. Juli mit einer Prozession, bei der die Gläubigen die Tracht von Gadoni tragen, gefeiert wird. Das Fest Santa Barbara, Beschützerin der Bergarbeiter, feiert man am 4. Dezember im Bergwerk Funtana Raminosa.
Ortueri
Interessant sind die Spuren der römischen Kultur, die überall in der Gegend verstreut sind: In der Ebene Prani e Laccos befinden sich Sarkophage, auf deren Steindeckel die Initialen DM, eine Widmung für 'Dei Mani', eingeritzt sind. In der Gegend von Pedra Litterada waren bis 1932 reichlich Überreste einer Nekropole, heute ist dort ein Stein mit einer Grabaufschrift. Im Norden des Ortes erhebt sich die Spitze Pedrarba mit dem Sa conca 'e s'Isteddu genannten Felsen: eine eindrucksvolle raue Landschaft.
Ortueri ist bekannt für die Korkverarbeitung. Man kann die Werkstätten im Dorf besichtigen, den geschickten Handwerkern zusehen und ausgearbeitet Gegenstände oder auch nur einfache Stöpsel aus Kork kaufen. Zum Handwerk von Ortueri gehört auch das Weben von Wollstoffen, aus denen dann Kleidungsstücke der männlichen und weiblichen Tracht hergestellt werden. Erholsame Spaziergänge kann man unter den dichten und duftenden Korkeichen des Parks Mui Muscas machen, wo auch der kleine sardische Esel lebt. Anlässlich des Festes Sant'Isidoro am 1. Mai belebt sich das Dorf. Am dritten Sonntag im Mai feiert man San Nicola di Bari.
Zum Fest Santa Maria am 8. September begibt man sich zur kleinen Kirche auf dem Land. Dort wird eine Pappel gefällt und das Holz bearbeitet und gehobelt. An das äußere Ende wird ein Käfig (sa bandela) mit Hühnern gehängt. Am 18. September feiert man das Fest der Madonna Addolorata und am 6. Dezember San Nicola, den Patron von Ortueri. Zu seinen Ehren gibt es eine feierliche Prozession und traditionelle Tänze und Gesänge.
La Maddalena
Eine 45 km lange Panoramastraße verläuft rund um die Insel und bietet wahrlich atemberaubende Ausblicke: Granit- und Pophyrformationen begrenzen zerklüftete Abschnitte, einsame Meerbusen, stille Buchten, strahlend weiße Strände und türkisblaues Meer sowie sanfte Hügel, die sich ins Hinterland ziehen. La Maddalena ist die große Schwester von ungefähr 60 größeren und kleineren Inseln, die das größte Archipel der Gallura und Sardiniens bilden. 1994 wurde dieses Gebiet zum Nationalpark erklärt und ist ein unberührtes Wunder der Natur im Herzen des Mittelmeers. Die Insel ist ideales Ziel für Urlaube ganz im Einklang mit den Schätzen der Natur: Nur 3 km vom Wohngebiet führen Wege durch mediterrane Macchia zum Fjord von Cala Francese, der vor allem für die Abbaugrube hochwertigen Granits berühmt ist, die jahrhundertelang eine Quelle des Reichtums darstellte. Im Süden entlang der Uferpromenade von Padule erstreckt sich nahe einer Militärfestung der Nido d’Aquila. Unweit davon Punta Tegge, ein weiteres Paradies aus Sand und geschliffenen Felsen. Im Norden Buchten mit feinsten weißen Sanddünen inmitten von der Zeit geprägten Felsen: Cala Lunga, Monti d’Arena und Bassa Trinita, ein Strand, der von einer im 18. Jh. errichteten kleinen Kirche überragt wird, die ein Ort tiefer Andacht ist. Im Osten wird Sie die reizende kleine Bucht von Spalmatore bezaubern: cremefarbener Sand, gesäumt von mediterraner Macchia und beeindruckenden rosafarbenen Felsen.
Die Insel war in der Urgeschichte bewohnt, wurde aber ab dem Untergang des Weströmischen Reichs bis ins 17.Jh. verlassen, bis eine Hirtenkolonie sich hier niederließ und die heutige Gemeinde gründete. Ihre strategisch günstige Lage mit der unvermeidlichen Durchfahrt durch die Bocche di Bonifacio machte die Insel zu einem militärischen Vorposten, für den heute noch zu besichtigende Befestigungsanlagen Zeugnis ablegen. Dies war auch für Napoleon Bonaparte ein Anziehungspunkt, der 1793 von dem hier geborenen Kommandanten der Flotte Domenico Millelire zurückgeschlagen wurde. Lang war die Insel Stützpunkt der italienischen und auch US-amerikanischen Kriegsmarine, die endgültig Anfang 2008 aufgelöst wurde. Die U-Boote der USA waren vor Santo Stefano stationiert, der viert größten Insel des Archipels. Heute ist La Maddalena Sitz einer Unteroffizierschule und der Marineabteilung. Das einzige kleine Städtchen des Archipels zählt über 11.000 Einwohner. Dessen Hafen blickt auf den 15 Fährminuten entfernt gelegenen Ort Palau. Die gepflasterten Gässchen der Altstadt säumen Paläste aus dem auslaufenden 18. Jh. und erhebt sich die Pfarrkirche Santa Maria Maddalena. In der Sakristei dieser Kirche ist das Diözesanmuseum für Sakrale Kunst untergebracht, in dem der Schatz der Heiligen Schutzpatronin ausgestellt ist. Dieser umfasst das Kruzifix und zwei Silberkerzenleuchter, die 1804 Admiral Nelson geschenkt hatte. Sie ist eine historische Gedenkstätte der Stadt. Im kleinen Hafen von Cala Gavetta thront die Statue von Giuseppe Garibaldi, der seine letzten 26 Jahre auf der Insel Caprera verbracht hat, die mit La Maddalena durch den 600 m langen künstlichen Landstreifen Passo della Moneta verbunden ist. Die zweitgrößte Insel des Archipels war der „Garten “ des Helden der zwei Welten, der heute ob des Compendio garibaldino berühmt ist, dem meist besuchten Museum Sardiniens. Das unberührte Grünland ist umsäumt von traumhaften Buchten, von denen eine schöner ist als die andere: Hervorzuheben sind Coticcio, das Tahiti Sardiniens, Cala dei Due Mari und Spiaggia del Relitto. In Stagnali, Militärstützpunkt in der Zwischenkriegszeit und heute Zentrum für Umwelterziehung befindet sich das Museo geomineralogico naturalistico, wo Felsgestein und seltene Mineralien, wie riesige Quarzkristalle, Strandsand und Fossilien zu sehen sind. In der Stadt können Sie den Kulturrundgang im Meeresmuseum und im Archäologischen Schiffsmuseum Nino Lamboglia fortsetzen, das dem Wrack von Spargi gewidmet ist, einem römischen Frachtschiff, das um 120.v.Chr. im Meer der wunderschönen dritten Insel des Archipels untergegangen ist Hier ist der Querschnitt des Schiffskörpers in Originalgröße mit 200 Weinamphoren und Speisegefäßen ausgestellt, die am Meeresgrund entdeckt wurden. Spargi bietet außer Tauchausflügen auch absolute Meisterwerke der Natur, von denen vor allem Cala Corsara, ein Bouquet aus vier kleinen Buchten mit kaum spürbarem Sand hervorsticht, die von Wacholdersträuchern, Ginster und Strandlilien umgeben sind.
Gusana-See
Der Gusana-Stausee wurde zwischen 1959 und 1961 auf dem Gemeindegebiet von Gavoi in der Region Barbagia di Ollolai angelegt. dazu staute man den Rio Gusana zwischen dem Monte Littederone und dem Nodu Nos Arcos auf. Der See liegt zu Füßen des Granitplateaus von Fonni und fügt sich perfekt in die Landschaft ein. Er ist umgeben von Anhöhen mit Flaumeichenbestand, die ihm ein ganz natürliches Aussehen verleihen.
Luogosanto
Ein „heiliger“, authentischer Ort, wo die Zeit langsam vergeht, ein gastfreundliches Pilgerziel, das seinen Namen der Frömmigkeit, die dessen Gemeinschaft prägt, und den 22 Heiligtümern verdankt, die über dieses Gebiet verstreut sind. Luogosanto ist ein Dorf mit weniger als zweitausend Einwohnern im Herzen der Gallura, an den Hängen der granitenen Ghjuanni-Berge, wo eine Nuraghenstätte mit einer intakten (und zu besichtigenden) „Versammlungshütte“ hervorsticht. Die Gründung des Dorfes geht auf den Beginn des 13. Jahrhunderts zurück, als die Franziskaner hier ein Kloster errichteten, einem der ersten, als der heilige Franziskus noch lebte. Heute ist darin nach einem Umbau das Museum Natività beata Vergine Maria untergebracht, ein Dokumentationszentrum über das Mittelalter in der Gallura, in dem die lokalen historisch-religiösen Ereignisse rückverfolgt werden und wo die im Laufe der Jahrhunderte an das Madonnenkind gespendeten Ex-Voti ausgestellt sind. Ihr ist die Basilika Nostra Signora di Luogosanto geweiht, die von den Franziskanern aus Granitquadern mit romanischen Formen errichtet wurde. Darin ist eine hölzerne Madonna („Königin der Gallura“) aufbewahrt und im 18. Jahrhundert wurde sie mit dem Privileg der Heiligen Pforte geehrt: Seit den 1970er Jahren ist sie eine Bronzetür, ein Werk von Luca Luchetti, die alle sieben Jahre ein Jahr lang den Pilgern offen steht. Einer Legende zufolge wurde sie dort errichtet, wo die Muttergottes zwei Mönchen erschienen sein und ihnen den Weg zu den Reliquien der Heiligen Nikolaus und Trano gewiesen haben soll. Die Mönche fanden sie auf einem Felsenrelief: Dort wurde 1227 das Heiligtum für die beiden Märtyrer errichtet, in das die Höhle eingebunden wurde, in der sie gelebt haben sollen. Sie ist als Einsiedelei von St. Trano bekannt und deren Altar ist aus einem Steinblock gehauen, während die Höhle eine natürliche Apsis bildet.
Nach zwei Jahrhunderten der Entvölkerung erlangte Luogosanto im 17. Jahrhundert dank der Stazzi, typischen ländlichen Siedlungen, wieder an Bedeutung: 350 wurden in seinem Gebiet gezählt, deren Geschichte im Museo Agnana dokumentiert ist. Heute besteht das Dorf aus engen, gepflasterten Straßen und Herrenhäusern mit kleinen Eisenbalkonen. Vom Dorf aus führt eine Route auf Entdeckungsreise anderer mittelalterlicher Stätten. Auf kleinen Straßen durch Eichenwälder und vorbei an Naturdenkmälern geht es zu Fuß, mit dem Fahrrad oder zu Pferd. Man kann die Überreste der Villa de Sent Steva besichtigen, ein Komplex, der bis Mitte des 14. Jahrhunderts existierte und 16 Räume umfasste, die auf einen Platz blickten. In der südöstlichen Ecke befinden sich die Ruinen des Palazzo di Baldu, vermutlich Eigentum von Ubaldo Visconti, einem Richter der Gallura (1225-38). Teil des Komplexes ist auch die kleine Kirche Santo Stefano aus dem 17. Jahrhundert. Auf dem Gipfel des Berges San Leonardo erhebt sich die Burg von Balaiana, die über eine Treppe zu erreichen ist. Sie geht auf das 11. Jahrhundert zurück und war die Sommerresidenz der Richter. Sie war bis zur Ankunft der Aragons erhalten. Auf einem Pfad von der Burg aus kommt man zur Kirche San Leonardo, die ursprünglich als Burgkapelle diente und heute ein seltener romanischer Bau der Gallura ist. In der Nähe befinden sich andere Heiligtümer: San Gavino di Li Coddi, bedeckt mit Wacholder, und San Salvatore, das ganz aus Granit gehauen ist. Nahe dem Dorf befindet sich die Kirche San Quirico, in der Anfang August eines der Volksfeste stattfindet, die von April bis November die Gemeinde beleben. Der Höhepunkt ist Anfang September das Manna-Fest. Auf keinen Fall sollte man sich im August Calici DiVini entgehen lassen, eine Gelegenheit, den Vermentino zu kosten.