Calangianus
Das Dorf Calangianus liegt in einer Muschel, die an drei Seiten von teilweise bewaldeten Granitbergen geschützt wird: Monte Lu Casteddu, Gaspareddu, Casiddu und Lu Colbu. Im Mittelalter gehörte es zum Judicat de Gallura im Bezirk Gèmini Josso. Nach dem Zusammenbruch des Judicats ging es an die Arborea und die Aragonier über, bis es Ende des 17. Jahrhunderts Teil des Lehens von Fadriguez-Fernadez wurde. Die Altstadt besteht aus einem Netz von Straßen, deren Hauptstraßen mit Granit gepflastert sind, mit Steinhäusern, die sich um die Pfarrkirche gruppieren. Historisch interessant ist die Pfarrkirche Santa Giusta mit einer Granitfassade aus dem 14. Jahrhundert. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen Fresken des Malers Dovera aus Sassari und Marmorarbeiten von Luigi Caprino hinzu. Besondere Beachtung verdient das Gemälde, das die Himmelfahrt darstellt. es stammt von dem Maler Andrea Lusso und ist aus dem 16. Jahrhundert. Kulturell interessant ist das Diözesan-Museum Santa Giusta, das Teil des Museo della Diocesi di Tempio-Ampurias ist, zu dem auch die von Castelsardo, La Maddalena, Martis, Nulvi und Perfugas zählen.
Die Ausstellungsräume sind im Oratorium Nostra Signora del Rosario, Sitz der gleichnamigen Bruderschaft, neben der Pfarrkirche Santa Giusta. Im Museum ist eine reiche Sammlung wertvoller Stücke aus dem 16. und 18. Jahrhundert. Überwiegend sind es Gegenstände aus der Lithurgie wie heilige Paramente, Statuen, Gegenstände aus Silber, antike Bücher aus dem 17. Jahrhundert. Der älteste Teil des Dorfes erstreckt sich um die kleine Kirche Sant'Anna von 1688. In der Peripherie ist die Kirche Santa Maria degli Angeli mit den Ruinen eines Klosters, eines Brunnens und verschiedenen anderen Räumlichkeiten. Am Rand des Dorfes befindet sich auf einem Hügel die Quelle Sigara, ein ideales Ziel für Spaziergänge zwischen Wäldern und herrlichen Aussichtspunkten. Nicht weit vom Dorf liegt der Park Stazzana, ein Wald mit jahrhundertealten Steineichen. Richtung Westen stößt man auf die tomba dei giganti (Felsengrab) Badumela. Weiter südlich erstreckt sich das üppige Tal des Rio S. Paulu mit Korkeichenwäldern an den Abhängen des Monte Limbara. An der kleinen Kirche Madonna delle Grazie schlängelt sich ein Weg vorbei, über den man zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu wunderschönen Stellen kommt, von denen man einen herrlichen Ausblick über das Tal des Rio Razzucciu bis zu den Hängen der Berge Bianchi, Li Conchi und Maratta genießt. Der Blick reicht sogar bis zu den Inseln Soffi, Mortorio und Tavolara.
Nicht weit von Calangianus befinden sich in einem Korkeichenwald an den nördlichen Hängen des Monte di Deu im Innern der Gallura die tombe dei giganti Pascareddha. Zu den Veranstaltungen von Calangianus zählt im September die Ausstellung des Korks und das Fest Sant' Isidoro mit einer Prozession, die von einer Musikkapelle begleitet wird. Am 24. Juni organisiert man das Fest San Giovanni auf dem Land.
Selargius
Selargius liegt im Campidano di Cagliari und hieß im Hochmittelalter Kellarios, was von lateinisch "cellarium", Lagerraum für landwirtschaftliche Erzeugnisse, herrührt. Die Ursprünge des Ortes gehen wahrscheinlich auf die Römerzeit zurück, auch wenn Funde im Umland auf eine ältere Besiedlung durch den Menschen hindeuten. In der vorgeschichtlichen Fundstätte Su Coddu wurden nämlich Fundstücke aus dem Neolithikum, der Kultur von San Michele aus Ozieri, zutage gefördert. Im Mittelalter gehörte der Ort zum Verwaltungsbezirk Campidano bzw. Civita im Judikat Cagliari. Die ältesten Kirchen sind San Giuliano und San Lussorio, beide aus dem 12. Jahrhundert. Die weiteren Kirchen des heutigen Ortes sind Santa Maria Vergine Assunta (aus dem 15. Jh.), San Salvatore sowie San Giovanni Bosco und San Nicolò geweiht. Im Straßenbild mischen sich moderne Gebäude und alte campidanesische Häuser. Die schönsten und am besten erhaltenen finden sich in der via Roma, wo auch das Gefängnis der Marchesen von Quirra aus dem 17. Jahrhundert liegt.
In der Ortsmitte, nicht weit von der Pfarrkirche der Assunta entfernt, steht die Kirche San Giuliano, die ein schönes Beispiel romanischer Architektur aus dem 12. Jahrhundert darstellt. Sie ist aus Kalkstein gebaut und hat einen dreischiffigen Innenraum. Die drei Schiffe sind durch Bogenreihen mit römischen Säulen und Kapitellen unterteilt. Weniger zentral liegt die zweischiffige Kirche San Lussorio. Ein kollektives, freudiges Ereignis wird bei der Feier des alten Hochzeitsbrauchs von Selargius lebendig, die im September begangen wird. Nicht nur das Brautpaar, sondern die ganze Gemeinschaft nimmt daran teil. Der öffentliche Charakter des Matrimonio Selargino wird schon am Tag vor der Trauung deutlich, wenn der sogenannte "palio della sposa" stattfindet, das heißt, wenn der Hausrat der Braut in das Haus gebracht wird, in das sie mit ihrem Bräutigam einziehen wird. Am Tag des Zeremoniells wird der Ort fürs Fest geschmückt: an den Balkonen hängen reich verzierte Teppiche aus, allenthalben sind Blumen zu sehen, Gebäck wird auf den Straßen verteilt. Die künftigen Brautleute tragen die traditionelle Tracht der Bauernhäuser in Selargius, die pollas campidanesi heißen. Der Bräutigam ist mit einer eleganten Tracht bekleidet, die vorwiegend in Weiß und Schwarz gehalten ist, während die Braut ein reichverziertes, farbenfrohes Gewand anhat. Gleich nach der Einkleidung empfangen die Brautleute die Segnung ihrer jeweiligen Eltern, die zum Zeichen des Wohlstands Korn und Salz auf ihre Köpfe streuen und darauf den Teller zerschmettern, der diese enthielt. Danach kommt die Begegnung. Der Bräutigam erreicht mit einem Zug von Verwandten und Freunden, denen Launeddas-Spieler vorangehen, das Haus der Verlobten und dann vereint sich sein Zug mit dem der Frau auf dem Vorplatz der Kirche. In der Kirche der Assunta wird die Trauung vollzogen, woraufhin man sich zum Haus der Braut begibt, wo ein reiches Bankett serviert wird. Bevor die Neuvermählten die Schwelle ihres Hauses überschreiten, streuen die Frauen des Viertels Weizenkörner aus. Im selben Monat feiert Selargius am 21. das religiöse Fest zu Ehren von San Lussorio, das vom Gremio di San Lussorio organisiert wird. Bei der Veranstaltung werden in einer Prozession die Standbilder der Märtyrer Lussorio, Cesello und Camerino auf einer vergoldeten Kutsche von der Kirche der Assunta zur Wallfahrtskirche San Lussorio getragen.
Mulargia-See
Unendliche Wege auf einer Entdeckungsreise in das Herzen des Mulargia, einem See, der zwischen den Bergen Su Rei und Moretta, eingebettet ist, in dem Teil Sardiniens, in dem die historischen Gebiete Gerrei, Trexenta und Sarcidano aufeinandertreffen. Man wandert zwischen üppigem Hügelland, das zu den Ufern hin abfällt, wo ein Boot im Mississippi-Stil das Wasser durchfährt, dessen Schaufelräder ein langes, auffälliges weißes Kielwasser hinterlassen. In der gesunden Luft des Sees gibt es unzählige Möglichkeiten, Sport zu treiben, zu wandern und in die Ruinen vergangener Zeiten einzutauchen. Bei Ausflügen mit dem Boot oder dem Kanu kann man sehen, wie die dichte Vegetation von den Bergen bis zum Ufer und sogar bis in eine Tiefe von 80 m versinkt. Der Weg auf dem See bricht sich an den hundert Meter hohen Wänden der imposanten Staumauer, die den Stausee bildet. Das große Becken, das zwischen 1951 und 1958 auf dem Gebiet von Orroli, Goni, Nurri und Siurgus Donigala angelegt wurde, um die Aquädukte von dreißig Gemeinden der Provinz Cagliari zu versorgen, fasst 320 Millionen Kubikmeter Wasser, das mit seiner typisch blauen Ader eine ruhige Oase des Friedens bildet.
Im Ökosystem des Sees trifft man auf verschiedene Tierarten: Vögel wie Reiher, Enten, Stockenten und Eisvögel stehen im Mittelpunkt, aber auch Schildkröten und Süßwasserfische wie Flussbarsch, Döbel, Karpfen und Regenbogenforelle, die viele Sportangler anlocken. Der See ist von einer faszinierenden Welt umgeben. Man kann in sie eintauchen und den Besuch auf ganz eigene Art und Weise erleben, zum Beispiel indem man den Trenino Verde (Grüner Zug) besteigt, der auf seiner langen Strecke durch das Herz der Insel direkt an Mulargia vorbeifährt. Auch die Berge halten interessante Überraschungen bereit: Der Moretta hat so manche Baumrarität zu bieten. Ein geheimnisvoller Nimbus umgibt hingegen den „Roten Riesen“, den Nuraghenkomplex Arrubiu, der sich unweit vom See im Gebiet von Orroli erhebt: Er ist eine der majestätischsten und beeindruckendsten Ausdrucksformen der Nuraghenkultur.
Oschiri
Oschiri liegt in Logudoro, an der Grenze zur Gallura. Es liegt in der Ebene des Limbara-Lerno-Tals auf einer Höhe von 280 Metern. Man erreicht es über die Nationalstraße SS 199, die Olbia mit Sassari verbindet (bekannt als die Direkte), oder mit dem Zug. Auf seinem Gebiet befindet sich das künstlich angelegte Coghinas-Becken, in dem zahlreiche Tierarten, darunter Flamingos, anzutreffen sind. Archäologische Funde in der Nähe des Dorfes lassen vermuten, dass das Gebiet bereits in der Nuraghenzeit besiedelt war. Der Ortsname könnte vom griechischen oschos (Weinrebe) stammen, mit einem möglichen Bezug auf den Gott Bacchus.
Der Ortskern ist eines der besten Beispiele für ländliche Architektur mit engen, teilweise mit Steinplatten ausgelegten Gassen, die von niedrigen und sehr großen Häusern gesäumt sind.
Wer sich für Architektur begeistert, sollte den alten Teil des Dorfes mit seinen städtebaulichen Besonderheiten besichtigen. Wer sich dagegen für die Natur interessiert, sollte das Gebiet der Aufforstung Su Filigosu und die Abhänge des Limbara besuchen, herrliche Beispiele unberührter Natur. In Su Filigosu kann man zu Fuß oder mit dem Fahrrad Rundwegen folgen, dabei Wildschweine, sardische Hirschen, Rehe und Mufflons beobachten und sich an zahlreichen Picknickstellen ausruhen.
In der Gegend wachsen auch zahlreiche Pilzsorten. Da das Gebiet seit der Antike bevölkert war, gibt es auch viele archäologische Reste: domus de janas (Höhlengräber), Dolmen, tombe dei giganti (Felsengräber) und etwa dreißig gut erhaltene Nuraghen, die auch leicht zu besichtigen sind. Fünf Kilometer vom Dorf ist die Kirche Nostra Signora di Castro (bis 1508 Bistumssitz). Die Kirche stammt von Ende des 12. Jahrhunderts und ist wegen ihres romanischen Stils mit lombardischem Einfluss kunsthistorisch bedeutend. Die Fassade ist aus rosa Trachyt mit einem Glockengiebel. Nicht weit von der Kirche sind in der Nähe des Sees die Ruinen der Burg di Castro, ein mittelalterliches Bauwerk.
Zeugnisse aus dem Mittelalter sind noch die Kirchen Nostra Signora di Othi, San Demetrio und San Pietro. Ende August organisiert die Gemeinde Oschiri zusammen mit den Herstellern das Volksfest der panada. Dieses typische Gericht besteht aus einer Teighülle, die mit Fleisch und natürlichen Aromen gefüllt ist. Es ist ein komplettes, proteinhaltiges Gericht von unvergleichbaren Geschmack.
Poetto
Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts bevorzugten die Bewohner von Cagliari den westlichen Teil des Golfo degli Angeli, dann aber wurden die weißen Dünen immer beliebter. Es entstanden die ersten Badeanstalten, Kiosks, eine Unterkunft für die Sommererholung, und schließlich die berühmten, bunten Casotti (die im Jahre 1986 endgültig abgerissen wurden). Mit der Zeit wurde der Strand immer stärker besucht, bis man ihm den Beinamen „Strand der Hunderttausend“ gab. Heute ist Poetto zweilfelsohne das Meer des Hinterlands von Cagkiari, einer der größten Stadtstrände Europas, zugleich aber einer der schönsten und meist besuchten Strände der Insel. Hierher zieht es die Besucher der Stadt, im Sommer und das ganze Jahr über: ein kurzer Stopp, und sei es nur auf einen Kaffee oder einen schnellen Aperitif, ist ein Muss.
Nur wenige Kilometer von der Altstadt und vom Hafen von Cagliari entfernt erstreckt sich der Strand vom abgeschiedenen, entspannenden Margine Rosso an der Küste von Quartu Sant’Elena bis hin zur Sella del Diavolo, welcher Marina Piccola von hoch oben überthront: ein Spaziergang durch den kleinen Hafen ist ein Muss. Der Name der Küste stammt möglicherweise von dem über ihr aufragenden, spanischen Turm, der auch „torre del poeta“ (Dicherturm) genannt wird, andere hingegen halten den Namen für eine Ableitung aus dem Spanischen puerto (Hafen). In einer Stunde schafft man um die Landzunge Calamosca den Aufstieg zum Turm aus dem 17. Jahrhundert, besonders reizvoll bei Nacht. An der Küste gegenüber der ‘Sella’ liegen verborgen und geschützt die herrlichen Strände Calamosca und Cala Fighera.
Der gesamten Länge nach ist der Strand von Poetto sehr breit, das kristallklare Wasser ist Dutzende Meter sehr seicht, also der ideale Stand für Familien mit Kindern. Das Ufer lädt zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Eine moderne Strandpromenade eignet sich für Jogger, Radfahrer, Rollerblader und Skateboarder, die typischeh Kiosks säumen den Strand und sorgen für Gastronomie und Animation. Es gibt Bäder, Duschen sowie abgetrennte Hundestrände. Die Anbindung an die Stadt ist hervorragend, die Services sind effizient: Strandbäder, Tauchzentren, Segelschulen, Bootsverleihe, Spielfelder für BeachTennis und Beach Volley, Kanu-Exkursionen, Fast Food, Restaurants, Geschäfte sowie ein ganzjährig geöffneter Vergnügungspark. Der Lido ist ein hervorragender Beach Break für Wellenreiter oder Kitesurfer mit entsprechenden Wettkämpfen auf internationaler Ebene; hier spielt sich mit Live-Musik, Tanzkursen, Lokalen und Diskotheken auch ein reges Nachtleben ab.
Der Strand verteilt sich beinahe gleichmäßig auf vier Kilometer an der Küste von Quartu, vier Kilometer an der Küste von Cagliari. Unterteilt ist er in Haltestellen, die auf die früheren Trambahnhalte zurückzuführen sind. Der ‘erste Halt’ hat ein sehr seichtes Wasser, am ‘zweiten’ und ‘dritten Halt’ befinden sich die historischen Strandbäder von D’Aquila und vom Lido, der ‘vierte Halt’ beherbergt die Orndungskräfte, am ‘fünften Halt’ liegt der spanische Turm und an der Endhaltestelle befindert sich ein freier Strand. Die Grenze zur Küste von Quartu bildet ‘La Bussola’, der Name eines nicht mehr bestehenden Lokals. Ab hier wechseln sich freie Strände und ansprechende Strandbäder ab.
Vom Strand aus erreicht man schnell die ‘Salzwege’ mit einem ausgedehnten Spaziergang bis zum Park von Molentargius-Saline, der direkt am Meer einen Zugang hat. Es gibt eine riesige Auswahl an Möglichkeiten, das Schutzgebiet zu besuchen - Führungen, freie Rundgänge zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Boot durch die Kanäle der ehemaligen Salinen, Elektrobusse - ein einmaliges Erlebnis, eine Mischung aus Geschichte und Wissenschaft in einem der schönsten und bedeutendsten Naturparks der Insel, eine Oase in unmittelbarer Stadtnähe, in dem rosa Flamingos beheimatet sind und ihre Nistplätze haben. Poetto und Molentargius sind auch durch die jahrhundertelange Salzgewinnung von der Zeit der Römer bis zu ihrem Ende im Jahre 1985 eng miteinander verbunden.
Lagune von Santa Caterina
An der Küste der Sulcis-Gegend liegen die Lagune von Santa Caterina, die Salinen von Sant'Antioco, der Strandsee von Porto Botte, der Strandsee von Porto Baiocco und die Strandseen von Porto Pino.
Die Lagune von Santa Caterina liegt am Nordteil des Golfes von Palmas. Der Landstreifen, der die Insel Sant'Antioco mit der Mutterinsel verbindet, wurde 1939 angelegt, war 40 Jahre lang geschlossen und hat den Wasseraustausch verhindert, was zu einer Verminderung des Fischreichtums geführt hat.
Süßwasser erhält die Lagune durch den Rio Palmas und den Rio Sassu. sie liegt in der Nähe der 1969 gebauten Salinen von Sant'Antioco. Die Strandseen von Porto Botte und Baiocco befinden sich weiter südlich. sie besitzen keine Abflüsse und sind über eine künstliche Öffnung mit dem Meer verbunden.
Weiter südlich liegen die Strandseen von Porto Pino (Maestrale-, Corvo-, Is Brebeis- und Foxi-Strandsee), die durch Sandstreifen voneinander getrennt sind. Der Fang von Meeräschen und Aalen wird von Fischergenossenschaften durchgeführt. Wo, wie im Maestrale-Strandsee, das Wasser tiefer ist, kann man Kormorane, Haubentaucher und Mittelmeermöwen beobachten, während Blässhühner und Graureiher das seichtere Wasser bevorzugen.
Die Lagune liegt an der Staatsstraße 126, die von Carbonia nach Sant'Antioco führt.
In der Nähe der Lagune befinden sich zahlreiche Gaststätten und Hotels.
Bortigiadas
Bortigiadas Land wächst eine reiche Vegetation. Besonders schön ist der Gipfel des Monte Salici mit seiner üppigen Vegetation und herrlichen Aussichtpunkten. Die Vegetation besteht vor allem aus Macchia und dichten Kork- und Steineichenwäldern. Der starke Mistralwind, der von Nordwesten weht, hat durch die Jahrhunderte hindurch die Felsen in wunderbare Steinskulpturen verwandelt. An klaren Tagen reicht der Blick vom Meer bis zum See von Oschiri. Charakteristisch für das Dorf sind die engen Gassen, an denen Orangen- und Mandarinenbäume wachsen.
Die Pfarrkirche ist San Nicola von Bari geweiht. Zu den Hauptfesten zählt das Fest San Pancrazio am 24. September. Die Kirche San Pancrazio ist außerhalb des Dorfes in den Bergen. Ein profanes Fest ist das Bierfestival, das jedes Jahr am 13. August stattfindet. Interessant ist im Dorf das museo mineralogico, wo eine Vielfalt einzigartiger Mineralien aus Sardinien ausgestellt sind. Das Museum entstand aus einer Schenkung des Sammlers Giuseppe Tanca an die Gemeinde und zählt heute mehr als siebenhunderte Exponate.
Park von Molentargius-Saline
Ein Ort des Einklangs zwischen Mensch und Umwelt, zwischen spiegelnden Wasserflächen und Spuren antiker Salinen: für die rund 400.000 Bewohner des riesigen Einzugsgebiets von Cagliari ist dies ein Freizeitparadies direkt vor der Haustür, und das ideale Habitat für sein berühmtes Aushängeschild, den rosa Flamingo. Ohne ihn zu stören lässt er sich in Molentargius bewundern, das zweieinhalb Jahrhunderte lang Sardiniens reichstes Salzbecken war. Der Name selbst rührt daher, er stammt ab von molenti (Esel), dem antiken Transportmittel der wertvollen Salzsäcke. Seit 1985 ist der Abbau stillgelegt. Das Gebiet wurde bereits 1977 im Zuge des Abkommens von Ramsar in die Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung aufgenommen, bis 1999 der Regionalpark ausgerufen wurde, um einen der europaweit wichtigsten Nistplätze für Wasservögel zu schützen und zu valorisieren. Die Molentargius-Saline erstreckt sich am südlichsten Ausläufer des Campidano auf 1600 Hektar, am Golfo degli Angeli bis hin zum Stadtgebiet von Cagliari, Quartu Sant’Elena, Quartucciu und Selargius sowie bis zur Meerespromenade des herrlichen Poetto. Man erkennt die beeindruckenden Gipfel des Monte Urpinu und der Sella del Diavolo.
Das Schutzgebiet ist in ein Süß- und ein Salzwassersystem gegliedert: eine Koexistenz der ganz besonderen Art. Zu den süßen Gewässern zählen Perdalonga, Bellarosa minore und das Filter-Ökosystem, eine natürliche Kläranlage, die Bellarosa minore vom Salzwassersee Bellarosa maggiore (oder Molentargius) trennt, der während der Salzgewinnung als Haupt-Verdampfungsbecken diente. Zu den Salzseen zählen Perdabianca, die ehemaligen Salinen von Cagliari und der Quartu See, in denen sich das zweite und dritte Verdampfungsbecken sowie das Kristallisierungsbecken des Natriumchlorids befanden. Als Trennlinie zwischen den beiden Systemen fungiert die ‘fossile’ Ebene is Arenas, die bis Mitte des 20. Jahrhunderts bebaut wurde. Die Süßwassersysteme werden von Schilf und Rohr und sonstiger, hydrophiler Vegetation geprägt; an den Stellen mit hohem Sakzgehalt findet man halophile Essenzen, Seespargel, endemische Arten und weitere, auf den roten Listen stehende, bedrohte Arten.
Es gibt eine riesige Auswahl an Möglichkeiten, den Park zu besuchen: Führungen zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Boot durch die Kanäle, oder mit Elektrobussen in Begleitung des Personals des Umwelt-Bildungszentrums (Ceas). Geführt werden Sie durch die Gebiete, die sich besonders für das Birdwatching eignen: so machen Sie Halt an einer Hütte vor dem Damm des Bellarosa maggiore, wo Flamingo und Dünnschnabelmöwe nisten. Auch das dichte Schilf des Bellarosa minore bietet weiteren Nistvögeln Zuflucht: Kuhreiher, Stelzenläufer, Seidenreiher, Stockente und zahlreichen Entenarten. Mit etwas Glück erblickt man das Purpurhuhn mit seinem blau schillernden Federkleid und dem scharlachroten Schnabel. Die freien Pfade durch die grünen Gebiete sind täglich geöffnet: denken Sie an ein Fernglas, um die Vogelwelt aus der Ferne beobachten zu können, ohne sie zu stören. Für die Radtouren gibt es Fahrradverleihe und Bikesharing.
Die Landschaft des Molentargius ist das Ergebnis eines langen Prozesses, eng verknüpft mit der Jahrtausende alten Geschichte der Salinen. Im Park gibt es gebäude aus verschiedenen Epochen: Kanäle und Becken aus dem 19. Jahrhundert, Arbeiterdorf, und Eisenbrücke stammen von Beginn des 20. Jahrhunderts, ebenso wie die Hütten der Zwangsarbeiter, Schleusen, Schotte, Decauville Bahn und Saugpumpen. Phönizier, Punier und Römer waren die ersten Exporteure von sardischem Salz; schließlich erlangten die Salinen internationale Bedeutung und wurden von Pisanern, Aragonen, Spaniern und Piemontesern genutzt. Die industrielle Produktion wurde 1830 aufgenommen. In den Zwanzigern und Dreißigern des 20. Jahrhunderts wurde mit modernen Anlagen neue Impulse gesetzt und die Stadt des Salzes geschaffen, in der Arbeitsstätten und Unterkünfte zusammengelegt waren, ähnlich wie bei den Minensiedlungen jener Zeit. Sehenswert ist das Direktionsgebäude, das Gebäude der „Salzauslese“, in dem sich heute die Parkverwaltung befindet sowie das ehemalige Feierabendgebäude, in dem heute das Teatro delle Saline untergebracht ist. Neben der Industriesiedlung gibt es auch militärische Ruinen: die Festungen sowie der Panzergraben aus dem Zweiten Weltkrieg.
Samatzai
Den alten Teil des Dorfes finden Liebhaber der Architektur wegen der Wohngebäude im bäuerlichen Stil sicherlich interessant. Man sollte sich auch die Kirche San Giovanni Battista aus dem 15. Jahrhundert anschauen. In der Kirche sind sehr alte Heiligenstatuen aus Holz und ein herrliches, silbernes Kreuz aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche ist im gotisch-aragonischem Stil mit einer von Spitzbogen getragenen Holzdecke. Sie besteht aus einem Schiff mit einer Reihe von Seitenkapellen, von denen eine ein kleines Kreuzgewölbe hat. Zu besichtigen ist noch die Kirche Santa Barbara aus dem 17. Jahrhundert.
Ihr Äußeres ist schlicht mit einem kleinen Portal und einem Fenster darüber und einem Glockengiebel. In ältesten Zeiten war in Samatzai ein Dorf, in dem die Kirche San Marco gebaut wurde. Davon sind heute noch einige Ruinen übrig. Im alten Teil des Dorfes befindet sich der Monte Granitico aus dem 18. Jahrhundert. Mit einem unregelmäßigen Grundriss und einer Holzdecke ist er ein interessantes Beispiel ländlicher Architektur. Ursprünglich wurde dort der Weizen gelagert. Vor kurzem wurde er restauriert und ist heute Gemeindebibliothek. Ein Teil wird auch als Versammlungsraum genutzt.