Der antike, zwischen Gegenwart und Vergangenheit schwebende Ort zieht Besucher an, die ein Stück der Berglandschaft Sardiniens erleben wollen. Sehr interessant ist auch die Pfarrkirche Santa Maria Maddalena, die im 18. Jahrhundert erbaut und später mehrfach verändert wurde. Im Innenraum sind ein schöner Holzaltar und ein Taufbecken aus dem 17. Jahrhundert. In der Via Roma und im darunterliegenden Tal stehen interessante Wohnhäuser aus Schieferstein und Holz mit kleinen Balkonen aus Schmiedeeisen.

Dazu zählt das Haus Farci, ein Museum, das dem Schriftsteller und Politiker Filiberto Farci und den lokalen Traditionen gewidmet ist. In einem Jugendstilgebäude aus dem 20. Jahrhundert ist das archäologische und ethnografische Museum untergebracht. Interessant ist noch das ehemalige spanische Gefängnis von 1647, wo man die Räume besichtigen kann, in denen sich menschliche Dramen abgespielt haben. Kulturell bedeutend ist die Galleria Civica im Palazzo Civico S'Omu Comunali aus den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts, wo unter zahlreichen künstlerischen Werken kostbare Gemälde des 17. Jahrhunderts aus der Schule Caravaggio aufbewahrt werden. Eine eindrucksvolle, traditionelle Gewohnheit von Seui ist das Fest San Giovanni Battista am 24. Juni. Dabei spendieren die Schäfer für das gemeinsame Mahl Fleisch, das so genannte su cardamponi. Zu den Festen San Sebastiano und Sant'Antonio Abate werden große Lagerfeuer angezündet.

Nicht weit vom Dorf erreicht man die alte Mineralienwäscherei der Anthrazitmine San Sebastiano, die bis 1950 in Betrieb war. Darüberhinaus kann man den Nuraghen Ardorai besichtigen. In ca. 100 Meter Höhe liegt völlig in die grüne Natur gehüllt die Landkirche San Cristoforo. Man sollte auch einen Spaziergang durch den staatlichen Wald Montarbu machen, den der Duft wilder einheimischer Pflanzen durchdringt und wo seltene Tierarten leben.