Ethnografisches Museum "Le arti antiche"
Das an der Hauptstraße von Macomer gelegene heutige Museum war früher der Landsitz von Gutsbesitzern der Gegend. Das Gebäude wurde im Stil des 19. Jahrhunderts errichtet und bewahrt die architektonischen Merkmale der traditionellen sardischen Häuser, deren Schwellen, Tür- und Fensterbalken, ebenso wie das Mauerwerk, aus Steinen der Gegend (Basalt und Trachyt) gebaut sind. Die Holztreppen, Sichtbalken, Dielenfußböden und Steinkamine im Inneren des Hauses sind perfekt erhalten. Die reiche Sammlung umfasst rund dreitausend Stücke, die dank der Mitarbeit der Bevölkerung im Ort zusammengetragen wurden: In vielen Fällen wurden Objekte und Gerätschaften aus private, Besitz gestiftet.
Capo Falcone
Capo Falcone ist ein wildes, unberührtes Paradies: Dieser Strand ist auch für Wohnmobile zugänglich, mit denen man bis zur Terrasse des gleichnamigen Turms gelangt, der auf das Jahr 1537 zurückgeht und aus 200 Metern Höhe ein atemberaubendes Panorama auf die Isola Piana, die Insel Asinara und die Küste von Castelsardo bis Capo Caccia bietet. Der Landvorsprung bietet einen außergewöhnlichen Kontrast: Die Westküste zeichnet sich durch eindrucksvolle, schroff ins Meer abfallende Klippen aus, die an das blaue, vom Wind heimgesuchte Meer angrenzen, das auch „Mare di fuori” (Meer von draußen) genannt wird, während das Meer an der Ostküste ruhig und klar ist und auch „Mare di dentro” (Meer von drinnen) genannt wird.
Capo Falcone bildet den äußersten Zipfel der Halbinsel von Stintino und man erreicht das Kap hinter dem Strand della Pelosa, indem man nach einem kurzen kurvenreichen Abschnitt rechts abbiegt.
Fertilia
Fertilia ist eine Stadt, die 1936 im Rahmen des Programms zur Trockenlegung des Flusses Nurra gegründet wurde.
Der Strand von Fertilia wird von einem offenen Kirchturm beherrscht, dem Turm der Gemeindekirche San Marco. Er zeichnet sich durch einen blütenweißen, sehr feinen, weißen Sand aus und wird von einem außergewöhnlich klaren Meer umspült. Er grenzt an den Strand von Maria Pia an und wird ebenfalls von Dünen eingerahmt, die das Meer vom Lagunensee Calic trennen, einem 97 Hektar großen Gewässer, das für die faszinierende Vogelwelt berühmt ist, allen voran die Flamingos.
Fertilia zählt zur Gemeinde Alghero und ist von der Stadt aus auf der Küstenstraße (Staatssstraße 127-bis) in Richtung Fertilia erreichbar.
Dieser sehr weitläufige Strand ist bei Touristen sehr beliebt, die hier ein großes Serviceangebot vorfinden. Der Strand ist sehr beliebt und zwar nicht nur, weil der sanft ins Meer abfallende Strand für spielende Kinder bestens geeignet ist, sondern auch weil man hier alles vorfindet, was einen Tag am Meer abrundet. Es gibt hier ein Hotel, ein Café und ein Restaurant, aber auch eine Badeanstalt zum Mieten von Liegen, Sonnenschirmen und Tretbooten.
Der Strand verfügt über einen behindertengerechten Zugang und einen weitläufigen Parkplatz sowie einen Campingplatz. An windreichen Tagen ist er ein Mekka für Surfer und Windersurfer, während der einmalige Meeresgrund bei Tauchern sehr beliebt ist.
Cossoine
Der historische Teil des Ortes aus dem 15. Jahrhundert wird durch viele Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert geprägt. Sehenswert ist die spätgotische Kirche S. Chiara. In der Umgebung von Cossoine wurden zahlreiche Spuren und Reste menschlicher Besiedlung seit dem Neolithikum freigelegt, darunter mehrere Höhlengräber (domus de janas). Die Fundstätte Corruoe, wo Reste einer bedeutenden Nuraghensiedlung sowie einer römischen Villa freigelegt wurden, sind ebenfalls eine Besichtigung wert.
Zu einem Ausflug in der Umgebung von Cossoine laden auch mehrere natürliche Grotten ein, die sich in den Vulkan- oder Kalkfelsgesteinen befinden. Sa Ucca 'e su Peltusu gilt als eine der größten Grotten in der Provinz Sassari. Neben beeindruckenden karstischen Erosionen im Gestein kann man im Innern dieser Grotte auch einen unterirdischen Wasserlauf sehen sowie einen Ort mit zahlreichen fossilen Muscheln aus dem Miozän. Ebenfalls interessant sind die Grotte Suiles und die Grotte Sa Ucca 'e Mammuscone, deren oberer Teil im Vulkanfelsen liegt und der darunter liegende Teil dagegen im Kalkgestein, wobei sie eine Tiefe von insgesamt 63 m misst. Im Programm sollte auch ein Ausflug zum Monte Traessu nicht fehlen.
Das Bergmassiv besteht aus Basaltfelsen und ist reich an Schluchten, steilen Abhängen und Grotten. In dieser Gegend wachsen viele Kork- und Flaumeichen. Im Mai feiert man in Cossoine das Fest des Heiligen Sebastian (San Sebastiano), das wegen des traditionellen Pferderennens, der sogenannten ardia, bekannt ist. Im August findet das Fest der Dorfpatronin des Dorfes Santa Chiara statt und zwischen Ende August und Anfang September wird das Fest zu Ehren der Santa Maria Iscalas veranstaltet.
Sennori
Das Leben in Sennori wird seit jeher vom Wasser und von der Entwicklung der Landwirtschaft geprägt. Dies bezeugen bedeutende Baudenkmäler an mehreren Orten der Umgebung, wie die Heiligen Brunnen und Quellen, die aus der Nuraghenzeit stammen. Wasser, dem man sogar magische und therapeutische Kräfte zusprach, hat hier seit Urzeiten eine grundlegende Bedeutung. Zu den sehenswerten Baudenkmälern gehören die Höhlengräber im Park Beneficio Parrocchiale. Sie sind in einen Kalkfelsen gehauen, der als Grube unterhalb des Gartens der Kirche San Basilio diente. ebenfalls sehenswert sind die Felsengräber in Oridda sowie mehrere Nuraghenbauten mit einem Turm in der Umgebung des Ortes.
Die Pfarrkirche San Basilio Magno im oberen Ortsteil ist einen Besuch wert. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde um 1945 restauriert. ebenfalls sehenswert sind die im Vergleich zur Pfarrkirche ältere Kirche Santa Croce mit einem Holzaltar aus dem 18. Jahrhundert sowie das Kirchlein Santa Lucia, an dessen Ort alljährlich ein populäres Fest mit unterhaltsamen, folkloristischen Veranstaltungen stattfindet. Die Kirche San Giovanni aus dem 19. Jahrhundert steht dagegen außerhalb des Dorfes an der Straße nach Osilo. Das Fest zu Ehren des Heiligen ist die bedeutendste Feier im Ort. sie findet jeweils am letzten Sonntag im Juni statt. Dabei werden eine Pferdeparade und eine Prozession in traditionellen Trachten der Insel organisiert. Zu den zahlreichen kulturellen Veranstaltungen in Sennori gehört das Internationale Symposium der Skulptur (il Simposio Internazionale di Scultura) mit international bekannten Künstlern.
Das Dorf verwandelt sich aus diesem Anlass in eine wahre Künstler- und Bildhauerwerkstatt. gleichzeitig werden zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen geboten. Im Februar wird der sardische Literaturpreis Romangia verliehen und im Juli findet das internationale Festival mit Folk-Gruppen statt. In Sennori gibt es vier verschiedene Frauentrachten, die zu den schönsten und prachtvollsten Kostümen Sardiniens gehören. Das bekannteste unter ihnen ist das Hochzeitskleid, das mit Goldfäden und Strassperlen reich verziert ist und aus hochwertigen Stoffen, wie Organza und Seide, besteht. Die Alltagskleidung ist zwar einfacher, aber ebenfalls mit vielen Stickereien verziert. Kennzeichen der schlichten und eleganten Trauerkleidung ist dagegen ein zweifacher, breiter Rock. Die Witwe bedeckt mit einem dieser Röcke ihr Gesicht, um Abstand von ihrer Umwelt zu nehmen.
Golfo Aranci - Le cinque spiagge
Die fünf Strände „Cinque Spiagge befinden sich in der Ortschaft Golfo Aranci. Sie zeichnen sich durch weißen, sehr feinen Sand aus. Die Strände erstrecken sich von Osten nach Westen entlang der Küste von Golfo Aranci. Der dritte ist der weitläufigste. Sie weisen alle dieselben Merkmale auf: einen blütenweißen, sehr engen Sandstrand, der von der typischen Macchia des Mittelmeerraums eingerahmt wird. Außerdem befinden sich hier Badeanstalten und weitere Einrichtungen für Touristen. Die fünf Strände mit ihrem puderzuckerartigen Sand fallen sanft ins Meer ab. Das Wasser wird erst nach mehr als hundert Metern tief, was ideal für spielende Kinder ist.
Der Strand verfügt über ein großes Dienstleistungsangebot: es gibt einen behindertengerechten Zugang, einen weitläufigen Parkplatz, Hotels, Cafés und Restaurants. Es besteht die Möglichkeit, Sonnenschirme, Liegen, Boote und Tretboote zu mieten. Er ist besonders bei Windsurfern beliebt.
Borore
Borore liegt am Fuße der Bergkette Marghine. Dieses Gebiet war schon in der Nuraghenzeit bewohnt, wie die zahlreichen Nuraghen, die Tombe di Giganti (Gräber der Riesen), die Domus de Janas, Dolmen und Menhire belegen. Das Dorf ist berühmt für die Herstellung von traditionellem Kuchen, der nach alten Rezepten hergestellt wird
Sehenswert ist die Pfarrkirche Beata Vergine Assunta mit neoklassischen Formen und einer Fassade mit zwei Glockentürmen an den Seiten. Im Innern ist ein wertvoller Barockaltar aus Holz aus dem 18. Jahrhundert und vier Gemälde von Emilio Scherer, die die vier Evangelisten darstellen. Interessant sind die Gemälde aus der Kirche San Lussorio mit wertvollen Darstellungen sardischer Trachten. In der Kirche Carmelo sind Holzstatuen der Madonna und des Toten Christus.
Sehr bekannt ist das typische Gebäck wie pirichitos, giorminos, tumballinas, tziliccas, sospiros, amarettos, pitifurros, die nach antiken Rezepten hergestellt werden. Im Dorf befindet sich auch ein Museum, das der Zubereitung des Brotes und seiner symbolischen Bedeutung gewidmet ist. Interessant sind auch die tombe dei giganti Imbertighe und Santu Bainzu, und die Nuraghen Porcarzos, Duos Nuraghes, Toscono, Craba und Oschera. Es wird zu einer Wanderung auf dem Berg Sant'Antonio geraten und zu einem Spaziergang durch den üppigen Wald. Es gibt Raststätten für Wanderer und Reiter. Groß und schön gelegen ist die Raststätte in der Nähe der Kirche San Lussorio, ein wichtiger Treffpunkt für Touristen.
Richtung Süden, nicht weit vom Dorf in Richtung Sedilo trifft man auf eine Grabstele mit dem Namen Perda Longa, sie ist aus Basaltstein und erhebt sich über 3,5 Meter. Im August belebt sich das Dorf zum Fest San Lussorio, das bei der gleichnamigen Kirche stattfindet, und zum Fest San Gavino bei der Kirche auf dem Land nicht weit von der tomba dei giganti San Gavino. In der Karwoche feiert man mit eindrucksvollen Riten, gleiches geschieht im Januar anlässlich des Festes Sant'Antonio Abate, bei dem bunte Trachten in einem bunten Umzug durch die Straßen ziehen. Man sollte auch das Museo del pane besuchen, wo zahlreiche Beispiele des traditionellen sardischen Brots und des Brots zu Festtagen ausgestellt sind.
Bortigali
Bortigali liegt am Fuße des Monte Santu Padre in der Bergkette der Marghine. Obwohl das Dorf bereits in der Jungsteinzeit bewohnt war, wurde es erst während der Römerzeit wichtig. Außerdem erlangte es in den 1940er Jahren mit der Gründung von ' Radio Sardegna ', dem ersten freien Radiosender Italiens, der später zum regionalen sardischen Radiosender wurde, eine gewisse Berühmtheit. Außerdem ist es eines der wenigen italienischen Dörfer, in denen es noch eine funktionierende Wassermühle gibt.
Im Dorf befinden sich einige Kirchen von architektonischem Wert. Auf dem Hauptplatz im Zentrum des Dorfes sind die Pfarrkirche und die Kirche Madonna del Rosario. Die Pfarrkirche S. Maria degli Angeli stammt von 1548. Der Innenraum ist von hohen Spitzbögen in fünf Teile unterteilt. An den Seiten befinden sich jeweils vier Kapellen. Das ganze Gebäude ist aus lokalem Trachyt von rötlichem Rosa gebaut. Im Innern sind auch vier Tafeln des zerteilten Retabels von Bortigali, ein Werk des Meisters aus Ozieri und seiner Werkstatt. Aus dem 17. Jahrhundert stammen die Kirchen Madonna del Rosario, San Giuseppe und Santa Croce. Letztere wurde 1613 gebaut und an der ziemlich einfachen Fassade ist ein eher klassisches Portal mit dem Gründungsdatum am Sturz zu sehen.
Die Kirche S. Antonio ist in einer Grotte und bewahrt im Innern eine Holzstatue von S. Barnaba aus dem 13. Jahrhundert. Sehenswert sind im Dorf von Bortigali zahlreiche spätgotische Portale aus der Zeit der Herrschaft der Aragonier. Sie sind aus dem typischen lokalen Trachyt und schmücken die Wohnhäuser in den Hauptstraßen des Zentrums. Das wichtigste Fest ist wohl das Fest S. Maria Sauccu, das vom 7. bis 17. September bei der gleichnamigen Kirche auf dem Land stattfindet. Die Kirche ist von mehr als 50 muristenes umgeben, kleinen Häusern, die die Pilger und Gläubigen während des Festes aufnehmen. Die Anlage fällt eigentlich in das Territorium von Bolotana, in der Nähe von Badde 'e Salighes, gehört aber historisch zu Bortigali, deren Bewohner zu Fuß in einer langen Prozession hierher kommen. Der Ort liegt in 900 m Höhe mitten im Grünen. In der Umgebung des Dorfes gibt es weitere Attraktivitäten. Der Monte S. Padre bietet mit seinen 1030 m Höhe viele Naturschönheiten und man kann ihn auf zahlreichen Wanderwegen durchforsten. Beträchtlich ist die Zahl der historischen Zeugnisse in dieser doch sehr zentralen Gegend. Domus de janas (Höhlengräber) zeugen von Menschen schon in der Jungsteinzeit. Zahlreiche Nuraghen sind über das Gemeindegebiet verstreut.
Der best erhaltene ist der Nuraghe Orolo mit einem Hauptturm mit zwei übereinanderliegenden Räumen und zwei weiteren Bauten vom Typ tholos, die später an den Hauptbau angegliedert wurden. Mit Hilfe eines komplizierten Kanalsystems wurde das Wasser von einer nahen Quelle zum Nuraghen geleitet. Ein weiterer wichtiger Nuraghenkomplex ist Carrarzu Iddia mit einem Korridornuraghen, einem kleinen Dorf, einem tholos-Bau, einem Brunnen wahrscheinlich für Kultzwecke und schließlich nicht weit entfernt eine Grabstätte. Der Ortsteil Mulargia erinnert mit seinem Namen noch an die römische Molaria, die Poststation auf der Straße nach Turre Karalis. Früher war dieser Ort auch bekannt für die Herstellung von Mühlsteinen für Weizen und Salz, die noch heute in vielen Höfen zu sehen sind.
Sindia
Sindia ist ein kleines Dorf im Gebiet der Planargia. Wie viele Nuraghen im Gemeindegebiet bezeugen, war die Gegend schon im Nuraghenzeitalter besiedelt. Einflüsse der römischen Kultur sind an verschiedenen römischen Straßen und den Überresten von zwei Brücken über den Riu Carrabusu und Oinu erkennbar.
Gräber und Keramiken aus der Römerzeit wurden auch in den Nuraghen Sa Mandra, Sant'Arvara und Corizanas gefunden. Sehenswert ist die Casa Virdis, ein Adelspalast aus dem 19. Jahrhundert, von wo aus man den Nuraghen Virdis bewundern kann, der auch als Nuraghe Gianbasile bekannt ist.
Besonders reizvoll sind die Kirchen San Pietro und Santa Maria di Corte, die aus schwarzem Vulkangestein erbaut sind. Inmitten von Weiden und Korkeichenwäldern kann man unweit des Dorfes den beeindruckenden Nuraghen Santa Barbara bewundern. Ein weiteres verlockendes Ausflugsziel ist das Naturreservat Sant'Antonio mit seinen herrlichen vielfältigen Eichenarten.
Tinnura
Tinnura liegt im Gebiet der Planargia, auf einer ebenen Basalthochfläche. Es grenzt an Suni, Flussio, Sagama, und Bosa ist nur wenige Kilometer entfernt. Es ist ein kleines Dorf, in dem hauptsächlich Schafzucht betrieben wird, aber seine Ländereien werden größtenteils für den Anbau von Olivenbäumen, Obst und Weinreben genutzt. Seine Weine sind von ausgezeichneter Qualität, insbesondere der Malvasia, für dessen Produktion Tinnura in der Anbauzone liegt. Das Dorf ist auch bekannt für das Kunsthandwerk der Korbflechterei aus Affodill, Weide und Schilf, wie das Nachbardorf Flussio. Im Frühling sieht man entlang der Straßen die Pflanzenfasern in der Sonne trocknen, die für die Herstellung von Körben verwendet werden. Es ist wahrscheinlich, dass der Name des Dorfes von dieser wichtigen Tätigkeit stammt: Er könnte von den "Tinnias", den Flussbinsen, kommen.
Im Zentrum sind die Straßen und die zahlreichen hübschen kleinen Plätze mit Basalt gepflastert, und man kann verschiedene Statuen bedeutender sardischer Künstler bewundern, die national und international bekannt sind. Aber auch an den Hausfassaden finden sich malerische Wandmalereien, die die wichtigsten Momente des Lebens in dieser Gegend darstellen. Was in Tinnura ebenfalls auffällt, ist die Vielfalt der Farben in seinen Straßen, dank der polychromen Pflasterungen aus rosafarbenem Trachyt und weißem Marmor aus Orosei, kombiniert mit dem Grau des Basalts. Die gesamte Region war bereits in prähistorischer Zeit besiedelt, wie die Spuren aus der Nuraghen- und Pränuraghenzeit belegen, darunter Menhire, die Nuraghe Tres Bias und das Gigantengrab Su Crastu Covocadu. Das Gebiet erlebte auch eine Blütezeit in römischer Zeit, dank des günstigen Klimas und der fruchtbaren Böden, die zur Entstehung zahlreicher landwirtschaftlicher Betriebe führten, die dem Getreideanbau gewidmet waren und bis ins Mittelalter existierten. Während der Zeit der Judikate gehörte es zum Judikat Torres, in der Curatoria der Planargia, die auch Flussia oder Serreval genannt wurde. Mit dem Fall des Judikats ging Tinnura in das Lehen der Malaspina und dann an das Judikat Arborea über. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es verschiedenen Familien als Lehen gegeben, bis zum Ende des Feudalismus auf Sardinien im Jahr 1839
Die Umgebung von Tinnura ist reich an kulturellen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten, aber auch der Ort selbst ist ein wahres Museum für Kunst und moderne Architektur. die Fassadenmalereien stellen Ausschnitte aus dem Alltag der Bauern dar, es gibt wunderschön gestaltete Plätze, mehrere Statuen berühmter Künstler wie zum Beispiel von Stefano Chessa, Simplicio Derosas, Carmine Piras und Pinuccio Sciola und nicht zuletzt viele schöne Brunnen, wie jenen, auf dem die zwölf Tierkreiszeichen dargestellt sind.
Zur Nuraghensiedlung Tres Bias o Trobia gehört ein Nuraghe mit komplexer Baustruktur, der früher an einem strategisch wichtigen Ort lag, von dem man eine Kontrolle über das gesamte umliegende Gebiet hatte. Nicht weit davon entfernt befindet sich das Felsengrab Su Crastu Covocadu, das zu den größten und bedeutendsten seiner Art in ganz Sardinien zählt. Rings um die Grabanlage wurden verschiedene Relikte aus der Zeit um die zweite Hälfte des 2. vorchristlichen Jahrhunderts gefunden. Bemerkenswert ist auch die Quelle Funtana 'e Giosso. Sie wird noch bis in die heutige Zeit genutzt, um Wasser zu sammeln und zum Einweichen der Affodillgräser, die anschließend zu handgeflochtenen Körben weiterverarbeitet werden. Über dem Eingang befindet sich ein Tragbalken, und im Inneren sieht man eine kleine verputzte Kuppel mit einer Öffnung in der Mitte. Die Pfarrkirche in Tinnura wurde zu Ehren der Hl. Anna (Sant'Anna) erbaut.
Das Gebäude stammt aus dem 17. Jahrhundert und besitzt einen einfachen Grundriss, mit einem schönen Kirchturm aus roten Ziegelsteinen. Zu Ehren der Hl. Anna wird auch das wichtigste Fest in Tinnura gefeiert, zu dem jedes Jahr zahlreiche Besucher kommen. Neben religiösen Feierlichkeiten werden dabei auch folkloristiche Tänze und Gesänge veranstaltet.