Museo del Tesoro und Ausgrabungsstätte von Sant'Eulalia
Das Museum befindet sich in der Altstadt von Cagliari im Viertel Marina, direkt neben der Pfarrei Sant'Eulalia.
Es beherbergt den Denkmalbestand der drei Kirchen Sant'Eulalia, Santa Lucia und Santo Sepolcro von Cagliari, außerdem das Archiv der Pfarrgemeinde und der ehemaligen Erzbruderschaften 'Del Crocifisso' und 'Santissima Trinità', sowie 'Prezioso Sangue di Cristo' (17. Jahrhundert bis 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts).
Das Gebäude erstreckt sich über zwei Etagen und umfasst auch die Ausgrabungsstätte im Untergeschoss. Im Erdgeschoss befindet sich das bereits genannte Archiv, das zum Großteil aus Schriften der Pfarrgemeinde besteht. Im Obergeschoss sind zu besichtigen: in Sardinien und Ligurien ab dem 16. Jahrhundert hergestellte Silberwaren, die von der Gemeinde und den Erzbruderschaften für liturgische Zwecke gebraucht wurden (zum Beispiel ein wunderbarer, barocker Kelch aus dem Jahr 1673), bemerkenswerte Holzstatuen, überwiegend aus dem 17./18. Jahrhundert (Zeit der größten Ausdehnung des Viertels Marina von Cagliari). Paramente, darunter ein wunderbares römisches Messgewand aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und ein Parament aus dem späten 18. Jahrhundert, vielleicht aus Genua, bestehend aus zehn Teilen und mit dem herzoglichen Siegel der Zapata und der Erzbruderschaft 'Santo Sepolcro' versehen, und schließlich Gemälde, darunter eine Jungfrau mit Kind aus der Toskana aus der Mitte des 14. Jahrhunderts.
Man findet außerdem Gebrauchsgegenstände wie Küchen- und Essgeschirr oder Öllampen (Ende des 5., Beginn des 6. Jahrhunderts nach Christus) aus der in den Museumsrundgang integrierten Ausgrabungsstätte im unteren Bereich des Gebäudes.
Die Ausgrabungen begannen im Jahr 1990, als Umbauarbeiten in der Sakristei die Öffnung eines mit Abfällen angefüllten Brunnens freigaben. Sie erfassten im Laufe der Jahre den gesamten Bereich unter dem Museum und der Kirche, erstreckten sich über ca. 200 qm und vermitteln mit Erzeugnissen von außergewöhnlicher historischer und kunstgeschichtlicher Qualität völlig neue Einblicke in das antike und hochmittelalterliche Cagliari. Hervorzuheben ist eine gepflasterte Straße aus dem 1. bis 2. Jahrhundert nach Christus, die mehr als 4 Meter breit und über 13 Meter begehbar ist. Wahrscheinlich führte sie zu den Geschäften im nahe liegenden Hafen. Man findet außerdem einen großen Bereich, von dem Teile einer Kolonnade und eines mit unregelmäßigen Kalk- und Marmorsteinen ausgelegten Bodens erhalten sind. Die mit Stuck bedeckten Kalksteinsäulen stehen auf attischen Marmorsockeln, deren typologische Merkmale auf das späte republikanische Rom verweisen.
Museum ohne, Ausgrabungsstätte mit architektonischen Barrieren.
Gesico
Gesico, ein kleines Zentrum der Trexenta im Südosten Sardiniens, ist ein agropastorales Dorf an den Hängen des Monte San Mauro. Der Ortsname hat wahrscheinlich eine prälatènezeitliche Wurzel. In prähistorischer Zeit entwickelte sich hier das Nuraghendorf San Sebastiano. Das Dorf wurde auch von den Römern bewohnt, die in dem Gebiet, in dem sich heute die Kirche Santa Maria d'Itria befindet, eine Villa errichteten. Im Mittelalter gehörte das Dorf zur curatoria de Siùrgus oder Seùrgus im judicat von Cagliari.
Interessant ist sicher seine Kirchenarchitektur, die auch Wallfahrtskirchen mit einschließt und Gesico den Namen „Dorf der sieben Kirchen” gegeben hat. Die romanische Kirche Sant'Amatore aus dem 12. Jahrhundert bewahrt im Inneren einen Marmorsarkophag aus der Römerzeit und einen silbernen Schaukasten mit den Reliquien des Heiligen. Die Fassade zeigt sich mit einer vorspringenden Krone und einem Giebelglockenturm.
Ein Besuch lohnt sich auch in der Kirche Santa Maria d'Itria aus der romanischen Pisanerzeit (13. Jahrhundert). An den Seiten, der Fassade und der Apsis erkennt man kleine, hängende Bögen. In gotisch-katalanischem Stil wurde im 16. Jahrhundert die Pfarrkirche Santa Giusta gebaut. Sie bewahrt Barockaltäre aus mehrfarbigem Marmor und ein Holzkreuz aus dem 16. Jahrhundert. Es fehlt nicht an Stätten aus der Nuraghenzeit, Zeugnis dafür sind der Nuraghe Sitziddiri und die Nuraghenanlagen San Sebastiano und Accasa. In den Bergen San Mauro wurden Tausende von Pfeilen aus der Urgeschichte gefunden. Altes und Neues leben in diesem Dorf glücklich nebeneinander, die Häuser sind mit farbigen Wandmalereien der besten Künstler aus Sardinien belebt. Im Dorf finden auch sehr charakteristische traditionelle Veranstaltungen statt. Dazu zählen die Feste Santa Giusta und Sant'Isidoro, die sich am 13., 14. und 15. Juni abspielen. Am 10., 11. und 12. September wird das sehr lebendige Fest San Mauro gefeiert, bei dem sich religiöse Riten mit Spielen und allgemeiner Unterhaltung abwechseln.
Es findet eine Prozession zur Kirche San Mauro auf dem gleichnamigen Berg statt, wo neben der Messe ein Essen mit Volksmusik und alten Tänzen organisiert wird. Am dritten Sonntag im Oktober wird zu Ehren von Sant'Amatore die Reliquie des Märtyrers von der Pfarrkirche Santa Giusta zur Kirche des Heiligen geleitet. Neben den religiösen Veranstaltungen bietet Gesico ein verlockendes gastronomisches Ereignis mit der Sagra della Lumaca (Fest der Schnecken), wo man leckere Speisen mit Schnecken probieren kann. Nicht zufällig gehört Gesico zum Club „Zwölf italienische Städte der Schnecken”, was seine Bedeutung auf nationaler Ebene beweist.
Gergei
Gergei liegt in einem Tal, das im Norden von der Giara di Gergei und dem Monte Trempi, im Süden und Osten von fruchtbaren Hügeln und im Westen vom Flussbett des Rio Mannu abgeschlossen wird. Die menschliche Besiedlung des Gebiets reicht bis in die Jungsteinzeit zurück, wie die Domus de Janas zeigen . Die konsistenteste Besiedlung der Region geht jedoch auf die Nuraghenzeit zurück, z. B. in den Dörfern rund um die Nuraghen Santu Perdu und Santa Maria, die wahrscheinlich bis ins Mittelalter hinein besiedelt wurden. Der Legende nach entstand aus den Bewohnern dieser Dörfer der erste Stadtkern von Gergei, der sich um die heutige Pfarrkirche und die Kapelle Sant'Impera gruppierte. Die ersten schriftlichen Informationen über das Dorf stammen aus dem Jahr 1358.
In der Mitte des Dorfes ist die spätgotische Pfarrkirche San Vito Martire (16. Jahrhundert) mit einem schönen Portal, über dem einer Rosette thront. Im Innern sind zahlreiche Kunstwerke, darunter eine Skulpturengruppe mit dem toten Christus, der Madonna und Heiligen und das Retabel Santa Maria aus dem 16. Jahrhundert, das Antioco Mainas zugeschrieben wird. Auf das Jahr 1328 geht die Gründung der Kirche S. Greca zurück, die allerdings im 16. Jahrhundert im spätgotischen Stil restauriert wurde.
Auf dem Land um Gergei ist die kleine Kirche San Salvatore noch erhalten, während S. Lucia, S. Vittoria und S. Pietro in verfallenem Zustand sind. Unbedingt muss man nach Gergei, wenn man das bekannte Öl aus diesem Dorf kosten oder kaufen will. Es wird aus den Oliven mallocria hergestellt, einer besonderen Sorte, die nur in der Gegend von Gergei angebaut wird. Dieses Öl hat auch begehrte Auszeichnungen erhalten und Gergei ist Mitglied der nationalen Vereinigung Città dell'Olio, zu der 250 italienische Gemeinden gehören, die Olivenöl bester Qualität herstellen. Charakteristisch ist der Ritus, der am 3. Februar zu Ehren von San Biagio (Santu Brai) begangen wird. Die Kinder bringen zur Weihe ein Traube Früchte in die Kirche, die su sessineddu genannt werden, nach dem Namen des Sumpfgrases (su sessini), mit dem diese Früchte zusammengebunden sind.
Kohlemuseum
Das Bergwerk Serbariu in Carbonia, das von 1937 bis 1964 in Betrieb war, hat die Wirtschaft des Sulcis geprägt und war zwischen den 30er und 50er Jahren eine der wichtigsten Energiequellen Italiens. Die Anlage wurde zu Museumszwecken restauriert und die Bergwerksgebäude und Grubenanlagen, die heute das 'Kohlemuseum bilden, wurden zugänglich gemacht. Das Museum schließt den Lampenraum, den unterirdischen Stollen und das Maschinenhaus ein.
Im Lampenraum ist die Dauerausstellung zur Geschichte der Kohle, des Bergwerks und der Stadt Carbonia untergebracht. Der große Raum enthält eine wertvolle Sammlung von Grubenlampen, Arbeitsgeräten, Werkzeugen, Gegenständen des alltäglichen Gebrauchs, Fotografien, Dokumenten, Zeitfilme und Videointerviews mit Bergarbeitern. Der unterirdische Stollen veranschaulicht die Entwicklung der Techniken des Kohleabbaus, die von den 30er Jahren bis zur Einstellung der Tätigkeit in Serbariu verwendet wurden. Die Räumlichkeiten sind mit Werkzeugen der Zeit und großen Maschinen ausgestattet, die noch heute in Kohlebergwerken Einsatz finden.
Der Maschinenraum schließlich bewahrt, noch vollständig erhalten, die großen Räder der Winde, mit der Auf- und Abstieg der Förderkörbe in den Schächten für den Transport der Bergleute und der leeren oder beladenen Förderwagen gesteuert wurden. Der Lampenraum des Museums ist für Behinderte zugänglich, teilweise auch der unterirdische Stollen. Die Ausstellung umfasst außerdem taktile Vitrinen mit verschiedenen Lampenarten, Helme und Kohlebruchstücke aus der Mine.
Das Centro Italiano della Cultura del Carbone (CICC, Italienisches Zentrum für Kohlekultur) entstand 2006 als Verband zwischen der Gemeinde Carbonia und dem sardischen Bergwerkspark, Parco Geominerario Storico e Ambientale della Sardegna, mit dem Ziel, das Großbergwerk Serbariu zu verwalten und zu erschließen.
Cala Corsara
Man sagt, es war ein antikes Piratennest, daher der Name. Und was für ein Zufluchtsort! Man verliebt sich unweigerlich auf den ersten Blick: ein magischer Ort, der den Betrachter mit seiner Wildnis und den Farbkontrasten zwischen dem Grün der Vegetation, den Granitfelsen und den unendlichen Nuancen des Meeres von Türkis über Smaragdgrün bis hin zu Tiefblau in Bann zieht. Das ist Cala Corsara, eine kleine, paradiesische Bucht an der Südküste der Insel Spargi, einer Perle des Nationalparks della Maddalena. Die Bucht wurde 2016 von einer berühmten Urlaubs-Webseite zum schönsten Strand Italiens gekürt und 2018 vom amerikanischen Forbes Magazine unter den sieben Stränden des Belpaese aufgeführt, die es unbedingt zu sehen gilt. Man erreicht ihn ausschließlich per Boot: man kann der Verlockung nicht widerstehen, vom Boot aus ins Meer zu springen und ans Ufer zu schwimmen. Tauchen Sie ein in ein Paradies auf Erden, genießen Sie Frieden und ein atemberaubendes Panorama.
Zur Bucht gehören vier kleine Strände mit feinstem, geradezu nicht spürbarem Sand, umgeben von kleinen Dünen, die überwachsen sind von Wacholder, Ginster, Rosen und Narzissen. Manche Klippen erstaunen durch ihre sonderbaren Formen, an denen Wind und Meer seit Jahrtausenden arbeiten. Besonders bekannt ist der „Hexenfels“ an der Westseite der Bucht. Begeisterte Taucher und Schnorchler kommen hier voll auf ihre Kosten: Flossen angelegt und schon geht es auf Erkundung der Meereswelt voller Überraschungen mit Relikten aus allen Epochen, die herrliche Motive für Unterwasserbilder liefern. In einer Untiefe der Cala Corsara liegt das Wrack von Spargi, ein römisches Schiff (35 m lang) aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.: ein Teil der 1939 gefundenen Ladung ist im Museo Nino Lamboglia auf der Insel Maddalena zu sehen.
Spargi ist die drittgrößte Insel der 60 großen, kleinen und winzigen Inseln des 1994 eingerichteten Inselparks. Bei der Erkundung eines unbewohnten, im Hinterland felsigen und beinahe unwegsamen Paradieses, das von mediterraner Macchia überzogen ist, gibt es allerhand Überraschungen zu entdecken. Im Süden, ganz in der Nähe der Cala Corsara, strahlt die leuchtende, kristallklare Cala Soraya. Im östlichen Teil lohnt ein Abstecher zur Cala Granara und Cala Canniccio, einem rötlichen Sandstrand mit einem Wasser von unvergleichlicher Transparenz, dessen Farbpalette von Rosa am Ufer über facettenreiche Azurtöne bis hin zu Tiefblau führen. Die Schönheit Cala Conneri, die auch den Beinamen ‘cala dell’amore’, Bucht der Liebe, trägt, macht sprachlos: feiner, strahlend weißer Sand, gesäumt von rötlichen Felsen, zwischen denen Wacholder, wilder Rosmarin und Narzissen sprießen. Das smaragdgrüne Meer erzeugt ein surreales Licht. Um die fast runde Insel herum trifft man auf weitere, von Felsen umrandete Buchten, die vom Zahn der zeit geformt sind und wo die Vegetation üppig bis ans Ufer wächst: Cala Pietranera im Norden und Cala Piscioli im Westen. An der Nord-Ost-Küste findet man auch militärische Festungen, die während der Weltkriege errichtet wurden: das Fort Zanotto und den kleinen Militärhafen von Cala Granu. Neben Spargi liegen die ‘kleine Schwester’ Spargiotto, wo seltene Wasservögel nisten, sowie die Spargiottello Klippen, die begeisterte Taucher anziehen.
Ein Schutzgebiet von über 20.000 Hektar mit 180 Kilometern Küste - eine einmalige, intakte Welt, die zur Erkundung mit dem Boot einlädt. Entweder auf eigene Faust oder per Charter ausgehend von Häfen von La Maddalena, Palau, Porto Cervo und Santa Teresa Gallura. An den Buchten der Inseln gibt es unzählige Anlegemöglichkeiten. Neben Spargi erhebt sich Budelli mit dem unvergleichlichen Rosa Strand. Ganz im Norden liegen die malerischen Razzoli und Santa Maria, die über eine natürliche Landenge miteinander verbunden sind. Im Süden hingegen liegt der ehemalige amerikanische Stützpunkt Santo Stefano. Genau in der Mitte liegt die ‘große Schwester‘, La Maddalena mit ihren reizenden Stränden - darunter Bassa Trinita und Monti da Rena. Im Osten ist sie über eine Brücke mit Caprera verbunden, der zweitgrößten Insel der Gruppe, die übersät ist mit herrlichen Buchten, darunter Cala Coticcio, auch Tahiti genannt, und berühmt für das Compendio garibaldino, dem letzten Heim des ‘Helden zweier Welten’.
Cala Fico
Die wunderschöne Bucht Cala Fico befindet sich in der gleichnamigen Ortschaft der Insel San Pietro und ist so tief wie ein Fjord, das sich an der Nordwestküste herausgebildet hat.
Die kleine Bucht wird von hohen, schroff abfallenden Klippen eingerahmt, die sich im türkisfarbenen Meer wiederspiegeln.
Cala Fico mit den groben Kieselsteinen wird von üppiger Macchia eingerahmt. In dieser noch völlig unberührten Natur lebt auch der Eleonorenfalke. Der italienische Vogelschutzbund LIPU leitet das bereits 1991 eingerichtete Schutzgebiet und bietet Wanderrouten an, auf denen diese seltene Vogelart aber auch zahlreiche andere beobachtet werden können, die auf der Insel San Pietro nisten.
Der Strand verfügt über einen weitläufigen Parkplatz und einen Erfrischungsstand.
Der Meeresgrund dieser Bucht ist besonders faszinierend und reich an Fischen, weshalb ein Tauchgang oder auch einfach nur ein Schnorchelausflug ein unvergessliches Erlebnis darstellen.
Tratalias
Das Gründungsdatum des Dorfes steht nicht fest, aber wahrscheinlich entstand Tratalias um das Jahr 1000, als Mönche und Kaufleute auf die Insel kamen und neue Gewerbe und Gemeinschaften entstanden. Doch schon in der Nuraghenzeit war das Gebiet besiedelt, wie die mächtige Anlage Is Meurras und einige kleinere Nuraghen belegen. Im Mittelalter erlebte Tratalìas die Zeit seiner größten Blüte, die bis zum 14. Jahrhundert andauerte, denn es war Bischofssitz und der wichtigste Ort im Verwaltungsbezirk Sulcis. 1323 landete Don Alfonso d'Aragona im Golf von Palmas, und damit begann die spanische Herrschaft auf Sardinien, die sich bis 1720 hinzog. War Trattalìas im Mittelalter der wichtigste Ort im Sulcis, so hat der Bau des Staudamms von Monte Pranu in jüngerer Zeit den alten Ort zerrüttet, der heute unbewohnt ist, und zur Errichtung eines neuen Tratalìas geführt, das von Einzelhäusern mit großen Gärten und weitläufigen Grünflächen gekennzeichnet ist.
Sehenswert ist die Kathedrale Santa Maria im pisanisch-romanischen Stil, die 1213 eingeweiht wurde. Ihre Fassade wird horizontal von einem Rahmen mit Hängebögen geteilt und darüber ist eine Rosette angebracht. Kurios ist der Tympanon, aus dem das letzte Stück der Zugangstreppe zum Dach hervorragt. Auch die Seitenwände und die Apsis sind mit Lisenen und Bögen verziert. Die drei Schiffe des Innenraums sind durch große achteckige Pfeiler getrennt. Ein Retabel von 1596 ist San Giovanni Battista und San Giovanni Evangelista gewidmet und zeigt in der Mitte die Jungfrau mit Kind. In der Nähe der Kirche befindet sich ein Klostergebäude aus dem 17. Jahrhundert (eine spanische Inschrift an der Hofmauer trägt das Datum 1655), das heute als Tourismusbüro und Raststätte dient. Die Schutzpatronin des Ortes wird vierzig Tage nach Ostern, zu Christi Himmelfahrt, gefeiert und die Feierlichkeiten dauern eine ganze Woche. Dagegen findet das Fest zu Ehren von San Biagio jedes Jahr am 3. Februar statt.
Uta
Uta ist ein Dorf, das für seine Kunst und Geschichte interessant ist. Es liegt in einer großen, fruchtbaren Region zwischen den Ebenen des Campidano und des Cixerri. Seine Landschaft wird von zwei Flüssen durchzogen: dem Rio Cixerri und dem Flumini Mannu. Sein Gebiet ist die natürliche Fortsetzung der Ebene von Assemini und eines Teils der Bergkette des Monte Arcosu. Der Name der kleinen Stadt stammt vom lateinischen Wort "uda", das feucht, sumpfig, schlammig bedeutet. Das Dorf besitzt zahlreiche archäologische Stätten. Sein Gebiet war seit der Nuraghenzeit besiedelt, wie die Überreste von Nuraghen belegen. Hinzu kommt der Fund von 8 Bronzestatuetten an den Hängen des Monte Arcosu, darunter die des Stammeshäuptlings, die für ihre Größe und ihre künstlerische Bedeutung bekannt ist. Die Römerzeit ist durch die Überreste von Siedlungen vertreten, von denen sich die wichtigsten in der Nähe der Ruinen der Kirche San Tomaso und in Bidda Muscas befinden.
Das Zentrum des Dorfes weist zwei verschiedene Haustypen auf, die charakteristisch für die Ebenen mit landwirtschaftlicher Wirtschaft sind: das Hofhaus, umgeben von hohen Mauern, in dem alle häuslichen Aktivitäten stattfanden, und das zur Straße hin offene Haus mit kleinen Fenstern und einem seitlichen Tor, das sowohl zum Haus als auch zum Hof führte (Campidano-Haus). Die Häuser wurden aus Lehmziegeln (Ladiri) mit einem Sockel aus Flusskieseln gebaut und verputzt.
Uta liegt in einer Region, die mit archäologischen Stätten übersät ist, von denen noch nicht alle ausgegraben wurden. In seiner Umgebung befindet sich eines der bedeutendsten romanischen Monumente Sardiniens, die Kirche Santa Maria, die 1140 von den Mönchen des Heiligen Viktor von Marseille erbaut wurde. Im September findet dort das Fest der Heiligen statt. Zum Gebiet von Uta gehört auch das Schutzgebiet des Monte Arcosu, das vom WWF erworben wurde, um seine Population an sardischen Hirschen zu schützen.
Muravera
Strahlend weiße Sandstrände, eingebettet in Meer und Lagunen, die Türme als Zeugen zahlreicher Piratenübergriffe dominieren. Das Gebiet von Muravera, dem wichtigsten Ort der Region Sarrabus, das über 5000 Einwohner zählt, erstreckt sich entlang des Flumendosa-Tales, von den Hängen des Monte Nieddu bis zur Mündung des gleichnamigen Flusses: Es ist eines der schönsten Gebiete des Mittelmeeres mit Traumstränden, Weihern, die sich für Mountainbike- oder Reitausflüge eignen, dem Wald von Baccu arrodas, der wiederum ideal für Wanderungen vorbei an Steineichen- Erdbeerbaumwäldern und Zitrusplantagen ist. Der Küstenstreifen erstreckt sich vom Quarzstrand von San Giovanni dutzende Kilometer weit im Süden des Landes. Die Küstenroute verläuft durch die mit Strandlilien und dem gelben Mohn von Colostrai bedeckten Dünen sowie durch den zwei Kilometer langen feinen bronzefarbenen Sandstrand von Feraxi. Hinter den Sandstränden sind ruhig drei der fünf Lagunen von Muravera gelegen, einer Wildtieroase, in der Säbelschnäbler, Stelzenläufer, Flamingos beheimatet sind, aber auch Störche vorüberziehen und die auch als Fischteiche dienen. Nahe des Granitfelsens von Capo Ferrato stößt man auf die entlegenen Buchten von Portu de s’Illixi, Sa Figu und Porto Pirastu. Der strahlend weiße Strand von Iba de ziu Franciscu ist der Vorläufer zur Costa Rei, dem längsten Sandstrand Ostsardiniens: Knapp 8 km bis zum Peppino-Felsen (sowie weitere zwei Kilometer im Gebiet von Castiadas). Er bezaubert ob seiner Weitläufigkeit und Naturschwimmbäder und ist in unterschiedlich benannte Abschnitt geteilt, darunter auch Piscina Rei.
Jahrhundertelang war die Küste Sarazenenangriffen ausgeliefert: Daher wurden von den Spaniern als Verteidigungsposten (16.-18.Jh.) die Türme Dieci Cavalli, Salinas und Monti Ferru errichtet, von dem man das gesamte Gebiet bewundern kann. Zunächst wurden ab dem 15.Jh. in den Villae von Carruti, Sorrui und Petrera – dem heute ältesten Teil - die Kirchen Santa Lucia, Santa Maria, San Giovanni Battista sowie die aus dem 16.Jh. stammende Pfarrkirche San Nicola di Bari in spätgotischem Stil errichtet, in der ein Marmoraltar, zwei barocke Retabel aus vergoldetem Holz und eine polychrome Holzfigur des Hl. Sebastian aus dem Jahre 1603 zu sehen sind. Daran anschließend erhebt sich der ehemalige Palazzo Comunale aus dem 19.Jh. In der Altstadt sind auch Sa Domu de is Candelajus, einem Herrenhaus, das im Laufe der Zeit zum Völkerkundemuseum umgebaut wurde, der Portico Petretto und die Casa Zedda sehenswert, in der eine römische Zisterne entdeckt wurde.
Das Flumendosa-Tal ist sehr fruchtbar und hier werden Reis und vor allem Orangen, Klementinen, Zitronen und Mandarinen angebaut, um die sich (seit 1961) im Mai bei der Sagra degli agrumi (Fest der Zitrusfrüchte) alles dreht. Sie ist das wichtigste Ereignis des Jahres, bei dem man auch Brot, Käse, wie Su callu und Casu axedu sowie Honig, Wein und Süßspeisen verkosten kann. Besonders bezaubert der Umzug, bei dem Trachten der ganzen Insel getragen werden und der vom Klang der Etnotraccas und Launeddas begleitet wird. Dies sind einzigartige Blasinstrumente sehr alten Ursprungs, die aus Rohr der Weiher gefertigt werden, aus denen auch Weidenruten und Binsen stammen, aus denen Flechtkörbe hergestellt werden. Es zählt ebenso wie die Webkunst mit ihren Schultertüchern, Teppichen und Vorhängen, und die Goldschmiedekunst mit ihrer Filigrantechnik sowie die Fertigung von Holz-, Keramik- und Kupferartefakten zu den vielen Handwerkskünsten dieses Landstrichs. Im August hingegen findet der Sommerkarneval Maskaras statt, bei dem traditionelle Masken im Mittelpunkt stehen.
Rundum den Ort kann man schöne archäologische Ausflüge zu verschiedenen aus der späten Jungsteinzeit stammenden Megalithkomplexen machen (3200-2800 v.Chr.): Dazu gehören die 53 Menhire von Cuili Piras, die in Dreier- bis Fünferreihen aufgestellt sind, tief in der Erde stecken und in Korrelation zum Auf- und Untergehen der Sonne und des Mondes stehen und somit fast die Funktion einer urgeschichtlichen Uhr haben; der Menhirkomplex am Fuße der Anhöhe der Protonuraghe Scalas und die Ausgrabungsstätten von Baracca su Entu nahe des Weihers Piscina Rei, wo sich die römischen Siedlungen von Porto Sipicio und Susalei befanden. Auf die Jungsteinzeit gehen auch die Domus de Janas von Monte Nai zurück, nahe denen in späterer Zeit die punische Festung von Baccu errichtet wurde. Aus der Bronzezeit stammen verschiedene Nuraghen, das stierförmige Grab Arcu ziu Marinu sowie die Nekropole von Casa Murgioni.
Spiaggia dell'Isolotto
Dieser Strand befindet sich an der Küste der Ortschaft Palau, nur wenige Meter vom Hafen entfernt. Dieser kleine Strand zeichnet sich durch weißen Sand aus und wird umspült vom kristallklaren Meer dieser Küste, wo der Wind eindrucksvolle Schaumkronen am Horizont aufbaut. Diese leicht geschlossene Bucht ist sehr ruhig und zum Baden geeignet.
Im Ort Palau angekommen, folgt man den Schildern zum Hafen. Der Strand befindet sich hinter dem Kai.
Es gibt hier einen kleinen Parkplatz, er ist mittelmäßig frequentiert und der Meeresgrund ist auch bei Schnorchlern sehr beliebt.