Das Besondere an den Grotten Su Mannau, in der Nähe von Fluminimaggiore, ist ihr weitreichendes Höhlensystem, das zu den ältesten der Welt zählt. Mit seinen beiden Zweigen ist es auch archäologisch und speläologisch von großem Interesse. Der rechte Teil besteht aus einem weitreichenden Karstkomplex kambrischen Ursprungs und verläuft auf verschiedenen Ebenen. Einige liegen höher und sind bereits fossil, andere tiefer und noch aktiv. Der rechte Zweig entstand durch den Fluss Rapido und besteht aus zahlreichen und unterschiedlichen Gängen und Sälen, die interessanteste Sehenswürdigkeit der Grotte darstellen. Der erste Saal ist von großer historischer Bedeutung, nicht zuletzt aufgrund seiner Verbindungen zu dem nahegelegenen punisch-römischen Tempel von Antas.

Die alten sardischen Bevölkerungen begaben sich zur Grotte Su Mannau, um dort Wasserkulte zu zelebrieren, wie aus den Funden verschiedener Stücke von Votivlampen hervorgeht. Der neben dem Pensile-See gelegene „Saal des Schlafs” ist mit großen Säulen verziert: Der Ribaldone Saal ist der höchste und weiträumigste. der „Weiße Saal” ist reich an Aragoniten und stalagmitischen Säulen. der „Jungfrauensaal” zeichnet sich durch seine weiße Farbe und den darunter liegenden Fluss aus, sowie durch große Stalaktiten und Aragoniten.

In der „Sala bizzarra” gibt es korallenförmige Aragoniten und Kanülen, während der „Tannensaal” sich durch seine Stalagmiten und funkelnden Calcitkristalle auszeichnet. Der Syphon und die Gänge sind nur schwer erkennbar, weil sie oft unter Wasser stehen. Der durch den Fluss Placido entstandene linke Ast zeichnet sich ebenfalls durch beeindruckende Säle aus, darunter der „Rodriguez- Saal” und der mit dem Zweig der Unendlichkeit verbundene „Serra-Saal” mit wunderschönen Grottenperlen und atemberaubenden Kristallen in den oberen Zweigen.