Cala Spalmatore
Cala Spalmatore liegt an der Ostküste der Insel La Maddalena und zählt zum Gemeindegebiet der gleichnamigen Gemeinde. La Maddalena ist eine der Insel des La-Maddalena-Archipels vor der Küste der Gallura: außer der Insel La Maddalena selbst, die einzige, die bereits seit 1770 das ganze Jahr über bewohnt ist, zählen zum Archipel auch Caprera (die man über die Brücke des Passo della Moneta erreicht), Budelli, Razzoli und Santa Maria im Norden sowie Spargi im Süden. Der Strand von Cala Spalmatore zwischen den beiden Landvorsprüngen, die ihn vor den Winden schützen, besteht aus cremefarbigem, grobkörnigem Sand und fällt flach ins Meer ab. Er wird eingerahmt von der typischen grünen Macchia des Mittelmeerraums und verziert durch einige herrliche rosafarbene Felsen. Von oberhalb des Strandes, von der Guardia del Turco aus, hat man einen wundervollen Ausblick auf die gesamte Westküste von La Maddalena und den westlichen Teil der Insel Caprera.
Dieser Strand ist über die Hauptstraße erreichbar, welche den Ort La Maddalena mit dem Zentrum der Insel verbindet, man folgt der Via Guadiagellone und den Schildern nach Trinità bis der Strand dann schließlich hinter der Festung Santa Trinità ausgeschildert ist. Der Strand ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
Der Strand ist nicht zuletzt aufgrund des großen Serviceangebots sehr beliebt: Man findet hier Cafés, Restaurants und einen Tretbootverleih. Der sanft ins Meer abfallende Strand ist ideal für im Wasser spielende Kinder.
Montes
...Es gibt eine Gegend, die Fontanabona heißt, mit einigen Behausungen von Hirten, die fast alle Banditen des Dorfes Orgosolo sind, &hellip. ich wurde von zwölf Gewehren empfangen, die auf mich gerichtet waren mit dem Befehl, keinen Schritt näher zu treten”, Itinerario dell'Isola di Sardegna von Alberto La Mamora, 1840.
Der Wald von Montes liegt zur Gänze in der Gemeinde von Orgosolo und beherbergt einen jahrhundertealten hochgewachsenen Wald von Steineichen, der aufgrund seiner Ausdehnung, seines Erscheinungsbildes, seiner ökologischen und landschaftlichen Eigenschaften im Mittelmeerraum einzigartig ist. Er erstreckt sich über 4586 Hektar von den Ausläufern des Gennargentu zum Hochtal des Cedrino und reicht dann über den Supramonte bis zum Rio Flumineddu. Der Wald ist ein Pflanzen- und Wildschutzgebiet. Angenehme Spaziergänge auf eigens eingerichteten Wegen eröffnen den Blick auf eine wundervolle Landschaft. Das Aushängeschild des Waldes ist der außergewöhnliche Primärwald von Steineichen von Sas Baddes. Unter den Naturdenkmälern, die im Wald von Montes liegen, ist der Monte Novo San Giovanni besonders bedeutend, der Felsnadeln bis zu 70 m Höhe aufweist. Die menschliche Besiedlung lässt sich für das gesamte Gebiet seit dem Zeitalter der Nuraghenkultur nachweisen. Es gibt ein Nuraghendorf bei Sas Baddes und zahlreiche antike „cuiles”, Schafställe, die belegen, dass die Gegend von den Hirten auch durch den Bau sogenannter „Pinnettos” genutzt wurde, charakteristischer kegelförmiger Hütten mit einer Basis aus Stein und einem Dach aus Holz und Laub. In der Nähe des Flusses, der das Tal Sa Senepida durchzieht, befinden sich zwei Gigantengräber und in der Mitte des Waldes kann man die Überreste einer gewaltigen Nuraghe sehen, der Nuraghe Mereu, die sich durch ihre weiße Farbe auszeichnet, da sie aus Kalkstein errichtet wurde. das außergewöhnliche Monument überragt die Wände des Canyons von Gorropu.
Monte Olia
Der Wald von Monte Olia liegt in der Gemeinde Monti und hat eine Ausdehnung von 2236 Hektar. Es handelt sich um eine der interessantesten Attraktionen der Gegend, mit Blick auf den Naturschutzpark, der von zahlreichen Tierarten bevölkert ist, darunter Raubvögel, Wildschweine, Rehe und Mufflons. Sicher interessant für den Besucher ist das Belvedere von Sa Turrida, von wo aus man einen einzigartigen Blick über das Tal von Olbia, die Insel Tavolara, den Monte Limbara bis hin zum Coghinas-See hat. Im Inneren des Waldes kann man wirklich interessante natürliche Szenarien bewundern. Es gibt weite Steineichenwälder, sowie Erdbeerbäume und Erika. Zur Aufforstung in den letzten 20 Jahren wurden außer Nadelbäumen einheimische Laubbäume, wie Quercus ilex (Steineiche), Quercus suber (Korkeiche) und Quercus pubescens (Flaumeiche) verwendet, im Osten des Staatswaldes dagegen nur Laubbäume, um durch Waldbrände entstandene Schäden zu beheben.
In diesem letztgenannten Fall handelt es sich um junge Korkeichenpflanzungen, die nach dem Brand gepflanzt wurden. In der Gegend Conca Ossas gibt es eine Flaumeichenpflanzung. Wichtig ist auch die Präsenz der Mittelmeer-Macchia, die sich gleichmäßig über das gesamte Gebiet verteilt.
Den Wald erreicht man auf der Staatsstraße, die von Monti nach Alà dei Sardi führt auf Höhe von Kilometer 12. In der Ortschaft Monte Olia gibt es in der Nähe der Wirtschaftsgebäude ein Besucherzentrum. in der Nähe gibt es auch einen gut ausgerüsteten Rastplatz, der das ganze Jahr über geöffnet ist. In Sa Toa gibt es einen Sommer-Campingplatz und einen kleinen künstlichen See für Ausflüge und Picknicks.
Museo del pane rituale
Das Museum in Borore entstand in der Absicht, alle mit diesem Nahrungsmittel verknüpften Traditionen bekannt zu machen, dem in der Mittelmeerküche ein so zentraler Stellenwert zukommt. Die Bedeutung des Brotes als Grundnahrungsmittel spiegelt sich darüber hinaus auch in dem Rang wieder, der ihm bei festlichen Anlässen, namentlich Hochzeiten, aber auch anderen Festen zuteil wird, wenn von Dorf zu Dorf andere Brotsorten gebacken werden. Das Museum wurde im Juni 2006 eröffnet und stellt mit über 300 Broten bereits eine beträchtliche Sortenvielfalt aus.
Das Museumsgebäude ist von einem schönen Garten mit reicher Vegetation umgeben, in dem Bänke den Besucher zum Verweilen einladen und ein kleiner Spielplatz für die Kleinsten zur Verfügung steht. Der Ausstellungsrundgang untergliedert sich in vier Themenkreise. Im Saal der Arbeitsgeräte sind die Werkzeuge für die Feldarbeit, Getreideverarbeitung und Herstellung des Mehls zu sehen, aus dem früher . in vielen Dörfern heute noch . das Brot zuhause gebacken wurde. In der Abteilung der alltäglichen Brotsorten sind alle zum täglichen Verzehr bestimmten Brotzubereitungen der Insel ausgestellt, denen zwar nicht die rituelle und symbolische Bedeutung zukommt wie dem Brot der Feste, die jedoch aufgrund ihrer herausragenden Stellung in der lokalen Ernährung wichtig sind. Die Brote des Lebenszyklus, denen ein weiterer Saal gewidmet ist, sind all diejenigen Brotsorten, die traditionellerweise die wichtigsten Momente im Leben des Menschen begleiteten, wie Geburt, Heirat und Tod, während es in der letzten Abteilung um die Brote des jahreszeitlichen Zyklus geht, die zu besonderen Momenten des Agrarjahres gereicht wurden, etwa im September (der Saatzeit), zur Dreschzeit oder zu den Patronatsfesten, die oft an den Agrarkalender gebunden waren.
Das Museo del Pane Rituale in Borore versteht sich als Ort, an dem die Teilhabe an der Kultur nicht nur bedeutet, dem Besucher Kulturgüter nahezubringen, sondern ihn an den Herstellungsprozessen der Vergangenheit teilnehmen zu lassen. Dieser Ansatz bringt es mit sich, dass denjenigen ethno-anthropologischen Gütern wie dem Brot und der Nahrung allgemein, die erst seit kurzem in den Rang schutzwürdiger Kulturgüter erhoben wurden, größere Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Casa-Museo
Das Museumshaus liegt mitten im historischen Ortskern von Baressa. Der aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammende Bau wurde vollständig renoviert und mit Gegenständen des bäuerlichen Alltags eingerichtet.
Er ist von zwei gepflasterten Höfen eingeschlossen und birgt folgende Räume: den Unterstellplatz für die Tiere mit Futterkrippen und Gerätschaften für ihre Pflege. die elektrische Mühle von Anfang des 20. Jahrhunderts. s'aposentu (das Schlafzimmer), das mit alten Möbeln eingerichtet ist. su foxibi (Kamin), wo die ganze Familie zusammenkam und wo die verschiedenen Utensilien ausgestellt sind, die einst von den Frauen zur Verrichtung der Hausarbeiten verwendet wurden. sa saba (das Wohnzimmer), das dem Empfang von Gästen vorbehalten war und wo heute kostbare handgewebte Stoffe bewundert werden können, die nach der traditionellen Technik des Ortes gefertigt sind und sich durch sehr lebhafte Farben auszeichnen. 's'omu de su trobaxiu' (Webzimmer), wo die Hausherrin webte. su magasineddu, der Vorratsraum der Familie, und su sobariu (Dachboden), wo man das Korn lagerte. Auch einige Objekte im Hinterhof des Hauses, der 'sa pratza de is puddas' (der Hühnerhof) hieß, sind von Interesse. Hier befinden sich die verschiedenen Ställe für das Kleinvieh, die Pflüge und Geräte für die Feldarbeit sowie s'omu de sa moba (das Mühlenhaus), in dem sich eine alte Ölmühle mit Tierantrieb, eine Handkelter, sa moba de su trigu (die Getreidemühle) und verschiedene typische Werkzeuge der bäuerlichen Lebenswelt befinden.
Das Museumshaus stellt vor allem für die jüngeren Generationen eine Gelegenheit dar, um die sardische Hirten- und Bauernkultur kennen zu lernen, die heute größtenteils verschwunden ist.
Adresse: Via Guglielmo Marconi n. 28 Tel.0783 930049, Fax 0783 930118 (Gemeinde Baressa) Träger: Comune di Baressa.
Cala Napoletana
Im Norden der Westküste der Insel Caprera befindet sich die Cala Napoletana, ein wahres Paradies mit blütenweißem Sand und klarem Wasser, eingerahmt wird er von der typischen Macchia des Mittelmeerraums. Dies ist der ideale Ort, um einen Tag am Meer im Zeichen der totalen Entspannung zu verbringen.
Von der Brücke aus, die Caprera mit La Maddalena verbindet, bleibt man auf der geradlinigen asphaltierten Straße und biegt an der ersten Abzweigung rechts ab. an der folgenden Abzweigung biegt man linker Hand auf eine kleine asphaltierte Straße ab, die bis zu einer Schranke führt, in deren Nähe man das Auto dann abstellen muss. Von hier aus folgt man einem Weg links, der durch einen Pinienwald und einen freien Platz führt. von hier aus schlägt man einen anderen Pfad ein und an der nächsten Abzweigung hält man sich immer auf dem linken Weg. Dieser Weg führt zu breiten Granitplatten, von denen aus man in die Cala Napoletana hinuntergelangt.
Der Strand ist schwer zugänglich, weshalb er nicht sehr gut besucht ist. Er ist der ideale Ort für Taucher und Schnorchler.
Razzoli
Sie ist die vorletzte Bastion Sardiniens in den Bocche di Bonifacio, an der Grenze zu Korsika, etwas nördlich liegt nur ihre „Zwillingsinsel“ Santa Maria. Razzoli überragt im Norden mit seinen hohen Klippen den Park des La-Maddalena-Archipels, dessen fünftgrößte Insel sie mit einer Fläche von eineinhalb Quadratkilometern und einem Küstenumfang von über zwölf Kilometern ist. Größer sind La Maddalena, von wo aus man einen Ausflug nach Razzoli und zu den anderen Inseln unternehmen kann und zwar Caprera, Garibaldis „Garten“, der durch den Passo della Moneta mit seiner „großen Schwester“ verbunden ist, sowie Spargi und Santo Stefano. Razzoli ist die größte Insel des nördlichen „Trios“, zu dem auch Budelli - mit seinem legendären rosa Strand - und Santa Maria gehören, die nur wenige Meter entfernt und durch den Asinelli-Pass verbunden sind.
Unverwechselbare Merkmale von Razzoli sind die zerklüftete Küste und ihre bergige Beschaffenheit mit dem höchsten Gipfel, dem 65 Meter hohen Monte Cappello, während das Faszinierendste ihrer Geschichte die Geheimnisse sind, die sie birgt und die im Laufe der Jahrhunderte immer größer und beeindruckender geworden sind. Die unberührte Vegetation und die Meeresfauna sind ihre Hauptmerkmale, und nicht umsonst mutet von den 60 Inseln und Inselchen des Archipels gerade sie am wildesten an. Sie ist mit ihren hohen Granitfelsen ein Damm gegen die Unwetter der oft rauen See am Nordausläufer Sardiniens. Die von Meer und Wind geformten Felsen sind wahre Naturskulpturen. Und einige geschützte Buchten wahre „Juwelen“: Cala Cappello, Cala Noce, Cala Lunga, die nur auf dem Seeweg zu erreichen ist und Kieselsteine sowie feinen Sand prägen, und andere kleine Sandbuchten wie Cala Bove marino: Früher konnte man von hier aus, nicht weit vom Ufer entfernt, die „scheue“ Mönchsrobbe beobachten, die zuletzt 1997 vor der Bucht gesichtet wurde. Das Meer hat eine azurblaue bis tiefblaue Färbung und der Meeresboden ist reich an Meeresfauna und -flora, die sich bestens für Schnorchel-Fans eignet.
Im Landesinneren führen zwischen Granitfelsen und mediterraner Macchia, wie vor allem Strohblume und Wacholder, alte Saumpfade in das Herz der Insel, das vorwiegend von Seevögeln bewohnt wird, bis zum Leuchtturm, der 1974 neben dem alten Gebäude aus dem Jahre 1843 errichtet wurde. Man kann das imposante Bauwerk, das sich steil über dem Meer erhebt und dessen Licht bis zu 13 Meilen vor die Küste reicht, besichtigen. Das Gebäude ist mit dem Strand von Cala Lunga durch einen Saumpfad verbunden, der von den Familien, die auf der Insel lebten, für den Transport von Treibstoff und Lebensmitteln genutzt wurde. Kurz vor dem Leuchtturm stößt man auf ein Grab, um das sich alte Legenden ranken. Hier soll eine junge Frau, die Tochter eines Leuchtturmwärters, die im Kindbett gestorben ist, begraben sein, deren herzzerreißendes Klagen in gewissen Nächten noch immer zu hören sei. Andere wiederum behaupten, im Grab sollen zwei französische Seeleute bestattet sein, die 1855 Schiffbruch erlitten haben.
Palau
Palau erhebt sich eingebettet an einem vor dem Nordwind gut geschützten Punkt. Es ist bekannt für die eingeschnittenen Küstenteile, die es weltweit einzigartig machen, auch wegen der blauen und kristallklaren Gewässer.
Das Leben hier dreht sich um den Tourismus und um den Hafen, die Anlegestelle, die die Insel mit dem La-Maddalena-Archipel verbindet.
Das Dorf ist ein Zentrum mit berühmtem Nachtleben und die Lokale sind belebt mit Jugend, Lichter und Veranstaltungen füllen die Sommernächte.
Porto Rafael enthüllt das elitäre und suggestive Erscheinungsbild der Insel, mit seinen niedrigen Villen und dem Touristenhafen, eingerahmt durch ein Szenarium mit wilden Olivenbäumen, Myrte und Lavendel. In der Nähe befindet sich die Landzunge von Capo d'Orso, wo sich der berühmte Granithügel befindet, der durch die Erosion im Laufe der Zeit zu einem großen Steinbären geformt wurde.
Hier kann man die volle Pracht des Meeres genießen: Die Strände von Punta Sardegna, unbezähmbare Schönheit und Cala Trana mit den exotischen Gesichtszügen, sind einige unvergessliche Orte. Lassen Sie sich von Porto Faro mit der nordischen Atmosphäre verzaubern.
Wenn Sie zu Ihrem Aufenthalt noch einen Hauch Kultur und Geschichte hinzufügen möchten, können Sie die Gigantengräber von Li Mizzani oder jene von Sajacciu in der Nähe der Kirche San Giorgio besuchen.
Unter den Festen des Dorfes ist das Fest der „Santa Maria delle Grazie“ in der ersten Septemberwoche zu erwähnen sowie das ländliche Fest von San Giorgio, das am ersten Mai abgehalten wird.
In der Gemeinde von Palau wird alljährlich der berühmte Karneval mit Umzugswagen und maskierten Gruppen veranstaltet, die durch das Dorf ziehen. Ein Grund mehr, um auch im Winter nach Palau zu kommen!
Ottana
Er war einst Bischofssitz, geprägt durch die ehemalige Kathedrale und ist heute die Stadt der Boes und Merdules, monströs geformter Holzmasken, die im Mittelpunkt eines der berühmtesten Karnevals der Insel stehen. Ottana war ursprünglich ein Zentrum der Weidewirtschaft, das Ende des 20. Jahrhunderts zu einem Pol der Petrochemie und der Textilindustrie wurde und heute hauptsächlich auf landwirtschaftliche Aktivitäten, handwerkliche Agrar- Lebensmittelproduktion sowie die Holzverarbeitung spezialisiert ist. Der Ort mit seinen 2300 Einwohnern liegt nahe dem Hügelland der Barbagia di Ollolai, in einer weiten Ebene im Tal des Flusses Tirso, der etwas weiter südlich den Omodeo-See bildet. Ottana hat tief verwurzelte Traditionen, die die Zeit überdauert haben, wie z.B. Su Carrasegare. Die Masken von Ottana erinnern an archaische Rituale der Land- und Viehwirtschaft.
Die Fuochi di Sant’Antonio Abate (Feuer von Antonius dem Großen) sind der „erste Auszug“ der Merdules (Jäger) und Boes (zu fangende Tiere), Mitte Januar. Besonders tief empfunden sind die Bräuche der Karwoche, die in S’Iscravamentu, einer mitreißenden Feier gipfeln, die vom Chor der Sos Tenores begleitet wird. Am 15. August (Ferragosto) wird Mariä Himmelfahrt gefeiert. Auch die Aromen sind mit ihren Ursprüngen verbunden. Unter den Brotsorten sticht das dünne Fresa-Fladenbrot hervor, unter den Spezialitäten Sos Cogones, im Ofen gebackene Panzarotti (Siedegebäck), unter den Süßigkeiten S’Sngule, das Symbol von Ottana, das ursprünglich als Votivgabe zubereitet wurde. Man kann sie beim Autunno in Barbagia und Ende Mai bei den Feierlichkeiten von Santu Nigola probieren. Eines der wichtigsten sakralen Bauwerke der Barbagia, die Kirche San Nicola, ist dem Schutzpatron gewidmet. Der strenge, beeindruckende romanische Bau, Kathedrale in den Jahren 1112 bis 1503, überragt die Altstadt mit seinem imposanten, zweifarbigen Wechsel von schwarz-violettem Basalt und rosa Trachyt. Im hohen, „strengen“ Innenraum wird das Ottana-Altarbild aufbewahrt, ein Polyptychon des Maestro delle Tempere Francescane aus dem 14. Jahrhundert. Daneben befindet sich die Kirche Santa Maria aus dem 15. Jahrhundert.
Der Ort hat sehr alte Wurzeln, die bis in die späte Jungsteinzeit, wie die Domus de Janas Sas Concas und Sorgosío, megalithische Mauern und Bauten zeigen, und in das Metallzeitalter zurückreichen: ein Dutzend gangförmiger Nuraghen, einige Tholos-Nuraghen, etwa 15 eintürmige Nuraghen und nur wenige Komplexe, mehrere Hüttendörfer, Dutzende von Gigantengräbern und der heilige Brunnen von Zuncos. Die archäologische Ausgrabungsstätte von Bidinnannari ist das Hauptausgrabungsgebiet und umfasst eine „gemischte“ Nuraghe - an eine gangförmige Nuraghe wurden zwei Türme angebaut -, eine 400 m2 große Wohnsiedlung und Grabbauten: ein kleiner Dolmen, vier Gigantengräber (von denen eines gut erhalten ist) und ein Galeriegrab. Interessant ist auch der Talinos-Komplex mit einer eintürmigen Tholos-Nuraghe und runden Hütten. Zu sehen sind auch die Ruinen der Thermalanlagen von Banzos, die aus der Römerzeit stammen, als Ottana ein sehr dicht besiedelter Ort und ein strategisch-militärisches Kontrollzentrum zur Abwehr der Barbaren war.