Das Gründungsdatum des Dorfes steht nicht fest, aber wahrscheinlich entstand Tratalias um das Jahr 1000, als Mönche und Kaufleute auf die Insel kamen und neue Gewerbe und Gemeinschaften entstanden. Doch schon in der Nuraghenzeit war das Gebiet besiedelt, wie die mächtige Anlage Is Meurras und einige kleinere Nurgahen belegen. Im Mittelalter erlebte Tratalìas die Zeit seiner größten Blüte, die bis zum 14. Jahrhundert andauerte, denn es war Bischofssitz und der wichtigste Ort im Verwaltungsbezirk Sulcis. 1323 landete Don Alfonso d'Aragona im Golf von Palmas, und damit begann die spanische Herrschaft auf Sardinien, die sich bis 1720 hinzog. War Trattalìas im Mittelalter der wichtigste Ort im Sulcis, so hat der Bau des Staudamms von Monte Pranu in jüngerer Zeit den alten Ort zerrüttet, der heute unbewohnt ist, und zur Errichtung eines neuen Tratalìas geführt, das von Einzelhäusern mit großen Gärten und weitläufigen Grünflächen gekennzeichnet ist.

Sehenswert ist die Kathedrale Santa Maria im pisanisch-romanischen Stil, die 1213 eingeweiht wurde. Ihre Fassade wird horizontal von einem Rahmen mit Hängebögen geteilt und darüber ist eine Rosette angebracht. Kurios ist der Tympanon, aus dem das letzte Stück der Zugangstreppe zum Dach hervorragt. Auch die Seitenwände und die Apsis sind mit Lisenen und Bögen verziert. Die drei Schiffe des Innenraums sind durch große achteckige Pfeiler getrennt. Ein Retabel von 1596 ist San Giovanni Battista und San Giovanni Evangelista gewidmet und zeigt in der Mitte die Jungfrau mit Kind. In der Nähe der Kirche befindet sich ein Klostergebäude aus dem 17. Jahrhundert (eine spanische Inschrift an der Hofmauer trägt das Datum 1655), das heute als Tourismusbüro und Raststätte dient. Die Schutzpatronin des Ortes wird vierzig Tage nach Ostern, zu Christi Himmelfahrt, gefeiert und die Feierlichkeiten dauern eine ganze Woche. Dagegen findet das Fest zu Ehren von San Biagio jedes Jahr am 3. Februar statt.