Der Naturschutzpark Molentargius-Saline liegt im Süden Sardiniens in der Nähe der Inselhauptstadt Cagliari. Seinen Namen verdankt er den Eseln, mit denen früher das Salz, das hier gewonnen wurde, abtransportiert wurde, und die im Sardischen is molentis heißen. Bis 1985 war die Gegend diejenige auf Sardinien, in der am meisten Meersalz gewonnen wurde. Der Park umfasst die Süßwasser-Strandseen Bellarosa Minore und den Salzsee Bellarosa Maggiore oder Molentargius. Noch bevor die Gegend zum Naturschutzgebiet wurde, wurde sie bereits 1977 im Rahmen der Konvention von Ramsar wegen ihrer Vogelwelt zum international wertvollen Feuchtgebiet erklärt. Das Ökosystem von Molentargius ist eines der wichtigsten Überwinterungs- und Nistgebiete Europas für zahlreiche Wasservögel. Außer den Vögeln beherbergen diese Gewässer Amphibien, wie Laubfrösche, Smaragdfrösche und Reptilien, wie die Sumpfschildkröte, die Wassernatter, die Gelbgrüne Zornnatter und die Erzschleiche. Unter den Säugetieren gibt es Igel, Wiesel und Wildkaninchen. Zu erwähnen sind auch die Libellen, die eine wichtige Rolle für das Gleichgewicht des Ökosystems spielen. Die Pflanzenwelt ist sehr vielgestaltig und enthält mehrere endemische Arten, die auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Pflanzen stehen. Das Zentrum für Umwelterziehung und Nachhaltigkeit Molentargius kümmert sich um den Publikumsverkehr im Park. Das Zentrum verfügt über Mikroskope, audiovisuelles Material und Informationsmaterial. Die Fachleute des Zentrums erklären Schülern und Besuchern anhand von einfachen Versuchen die Dynamik des Ökosystems. Interessierte können Gruppenführungen buchen. anderenfalls parkt man sein Auto auf dem dazugehörigen Parkplatz und wandert auf den Wegen des Parks durch dieses einzigartige Stück Natur. Der Park ist 7 Tage die Woche geöffnet. Man kann ihn auch mit dem Fahrrad besuchen: Am Edificio Sali Scelti gibt es einen Fahrradverleih und eine Bikesharing-Stelle. Man sollte zum Besuch des Naturschutzgebietes gedeckte oder Tarnfarben tragen, bequeme Schuhe und allgemein Kleidung, der auch Wasser und Schlamm nichts anhaben können. Auf diese Weise kann man mit etwas Glück Wildtiere bei ihren Aktivitäten beobachten. Außerdem sollte man ein Fernglas dabei haben, durch das man die Tiere sehen kann, ohne ihnen zu nahe zu kommen.