Das Museum hat seinen Sitz in Milis im Palazzo Boyl, einem schönen Beispiel des piemontesischen Klassizismus mit roter Fassade. Seinen Namen verdankt der Bau der angesehenen Familie, die ihn zu Beginn des 19. Jahrhundert errichten ließ. Im 19. und 20. Jahrhundert war Palazzo Boyl ein Begegnungsort von Adligen und Schriftstellern wie d'Annunzio, Deledda und Balzac. Ziel der Dauerausstellung zum sardischen Schmuck und zur Tracht des Campidano di Oristano ist es, die historische Entwicklung der Kleidung und des Schmucks der Einwohner der Provinz zu veranschaulichen.

Anhand von Bildern, Stoffen, Gewändern und Schmuck lässt die Ausstellung rund 200 Jahre Revue passieren, wobei den Trachten der Einwohner von Milis ein besonderes Augenmerk zukommt. Gezeigt werden sie anhand von Bildern, die verschiedene Maler bei ihrem Besuch des Ortes zwischen Anfang des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts auf Leinwand realisierten. so beeindruckt waren sie von dem, was sie sahen, dass sie mancherlei Alltagsszenen malten. So sind Schnitt und Form der Trachten unterschiedlicher Gesellschaftsschichten aus früherer Zeit auf uns Heutige überkommen. Die Ausstellung gliedert sich in folgende Abteilungen: eine allgemeine, die Trachtenabteilung, die Schmuckabteilung, die Abteilung mit Großbildern, die Brokatabteilung und die Plakatabteilung. Der Museumsrundgang wird durch eine Reihe großer Bilder von 2,00 x 1,30 m begleitet, die auf matt lackierten starren Gestellen aufgestellt sind.

Die Bilder reproduzieren die Gemälde von Künstlern, die sich in besonderem Maße mit den typischen Trachten der besuchten Orte beschäftigt haben, wie beispielsweise Balsani, der einen reichen Grundbesitzer aus Milis in der Festtracht porträtiert hat. Luzzetti, der mit dem Porträt eines Orangenverkäufers in Alltagskleidung vertreten ist. der Franzose Nicola Tiole, ein Aquarellmaler, der die vielleicht älteste Tracht von Milis malte (die der oristanesischen sehr stark ähnelt). Simone Manca, Acquarellmaler aus Mores, der mit großem Feinsinn die Orangenernte mit Frauen und Männern in traditioneller Tracht darstellt, und Colucci, von dem das Porträt einer Frau in unbekannter Tracht erhalten ist. Neben den Reproduktionen der erwähnten Gemälde zeigt die Ausstellung mit Knöpfen und Filigran-, Silber- und Korallenschmuck verzierte Frauenkleider aus Oristano, Samugheo, Busachi und Cabras.

Ein Raum ist den Stoffen, wie Brokat, Wollstoff (orbace) und Leinen, gewidmet, aus denen die verschiedenen Kleidungsstücke gefertigt wurden. Tafeln erläutern die verschiedenen Phasen der Trachtenherstellung bis in die heutige Zeit. Die Trachten sind an Schneiderpuppen in alltäglicher Pose ausgestellt.

Adresse: piazza Martiri (Palazzo Boyl), Milis Telefon: +39 0783 51665 Träger: Comune di Milis Öffnungszeiten: nach Anmeldung. Eintritt frei.