Santadi, in einer fruchtbaren Ebene gelegen, ist ein wichtiger landwirtschaftlicher Ort, den der Rio Mannu in zwei Kerne teilt: Santadi Basciu und Santadi 'e Susu. Der höher gelegene Ortsteil ist kreisförmig um die Pfarrkirche S. Nicolò angeordnet, die auf das 15. Jahrhundert zurückgeht, aber im 19. Jahrhundert umgebaut wurde. Der Ortsname ist für das Mittelalter in der Form Sant'Agata bzw. Santa Ada de Sulcis belegt, wovon wohl der aktuelle Name abgeleitet ist. Das Gebiet birgt Spuren menschlicher Besiedlung schon in vorgeschichtlicher Zeit. Von besonderem Interesse ist die Stätte Pani Loriga, wenige Kilometer außerhalb des Wohnortes, in der Überreste einer phönizisch-punischen Siedlung aus dem 7. Jh. v. Chr. mit ihrer Nekropole und vermutlich dem Tophet zu sehen sind. Dieser Siedlung ging ein Nuraghe und eine neolithische Nekropole mit Höhlengräbern (domus de janas) voraus.

Sa Domu Antiga in der Ortsmitte führt die Rekonstruktion eines typischen Hauses des Sulcis vor, während einige der archäologischen Funde im Gebiet im Stadtmuseum ausgestellt sind. Wertvolle Zeugnisse eines nuraghischen Heiligtums aus der Eisenzeit stammen aus der Grotte Pirosu in der Örtlichkeit Su Benatzu. Nicht weit von hier liegt eine weitere Höhle mit Namen Is Zuddas, in der herrliche Kalkgebilde zu bestaunen sind. Beide Höhlen können mit Führung besichtigt werden. In dem von üppigen Wäldern umgebenen Bergdörfchen Pantaleo kann man dagegen die Bauten betrachten, die mit der Anfang des 20. Jahrhunderts hier verrichteten Bergwerkstätigkeit zusammenhängen. Unbedingt zu besichtigen ist die unweit von Santadi in der Gemeinde Villaperuccio gelegene Höhlengräber-Nekropole Montessu. Die renommierteste und meistgerühmte Veranstaltung von Santadi ist fraglos die 'Mauritanische Hochzeit”, bei der jedes Jahr im August ein junges Paar aus dem Ort in einem faszinierenden Zeremoniell vermählt wird, das an alte Traditionen des Ortes anknüpft. Großes Ansehen genießen die Weine der ortsansässigen Winzergenossenschaft, die verschiedene nationale und internationale Auszeichnungen gewonnen haben, darunter insbesondere der Carignano del Sulcis.