Der regionale Naturschutzpark Porto Conte erstreckt sich in südöstlicher Richtung von der Calich-Lagune und reicht im Westen bis zur Küste. Dazu gehört das Monte Doglia Gebirge bis hin zum weiten Golf von Porto Conte, der im Schutze der Vorgebirge Punta Giglio und Monte Timidone-Capo Caccia liegt. Der Park umfasst nur das Land, während die Meeresgrotten von Capo Caccia zu dem gleichnamigen Meeresschutzgebiet gehören. In dem Park liegt der Staatswald 'Le Prigionette” der sich in der Gemeinde Alghero über 12 Kilometer erstreckt. Der Wald ist reich an international geschützten Tier- und Pflanzenarten. Im Park gibt es menschliche Spuren aus der Altsteinzeit (Grüne Grotte, 4. Jahrtausend v.Chr.), aus der Nuraghenzeit (Palmavera, Sant'Imbenia), Reste von altrömischen Herrschaftsvillen (Sant'Imbenia) und Küstenwachtürme aus spanischer Zeit. Die Pflanzenwelt ist auf den Vorgebirgen um Porto Conte gekennzeichnet von Macchia mit der stacheligen Centaurea horrida, einer nur in Sardinien und Korsika vorkommenden Pflanze und Zwergpalmen, der einzigen spontan wachsenden Palmenart im Mittelmeerraum. Der Meeresboden ist bedeckt von ausgedehnten Neptungras-Wiesen. das Neptungras ist eine sehr empfindliche Pflanzenart und stellt einen unersetzlichen Fortpflanzungsort für die marine Küstenfauna dar. Es gibt verschiedene Pinienarten, Erdbeerbäume, Strohblumen, Ginster und Wolfsmilchgewächse, die im Frühjahr den Park mit ihren Farben und Düften durchziehen. Die Tierwelt besteht aus 35 Säugetier- und 150 Vogelarten. Besonders wichtig sind die Vogelarten, die in den Klippen nisten. Nicht selten trifft man auf Sardische Hasen und Wiesel und es fehlt nicht an Perlhühnern, Turtel- und Ringeltauben und zahlreichen Vögeln aus der Familie der Sperlinge. Es wurden verschiedene Tierarten, die aus dieser Gegend verschwunden waren, wieder angesiedelt, wie Damwild, Giara-Pferde, Weiße Asinaraesel, Wildziegen und das allgegenwärtige Wildschwein. Das interessanteste Tier ist wohl der Gänsegeier, obwohl es auch andere Raubvögel, wie Habichte, Rötel-, Wander- und Turmfalken gibt. Nahe am Landschaftsschutzgebiet liegt das Meeresschutzgebiet von Capo Caccia. mit seinen Grotten stellt es das reichste Karstgebiet des Mittelmeerraumes dar. Besonders berühmt ist die Neptunsgrotte, die sich über 2500 Meter ausdehnt. in ihrem Inneren gibt es einen Salzsee mit kleinen Sandstränden, ein Werk der unermüdlichen Arbeit von Wasser und Wind.

Der Eintritt zum Park ist kostenlos. Einzelpersonen oder Gruppen bis zu 20 Personen benötigen keine vorherige Erlaubnis, sie müssen lediglich einen Ausweis am Eingang hinterlegen. Für größere Gruppen muss ein schriftlicher Antrag mit Nennung der Besucherzahl gestellt werden, auf dem auch eine Fax-Nummer angegeben ist.