Das Museum liegt in der Siedlung von Castiadas im Direktionsflügel der ehemaligen Strafkolonie aus dem Jahr 1877.

Am 11. August 1875 landeten am nahen Strand von Cala Sinzias dreißig Sträflinge und sieben Aufseher des Gefängnisses von San Bartolomeo in Cagliari. Die Führung hatte der Gefängnisinspektor Eugenio Cicognani. Ihre Aufgabe war die Urbarmachung für landwirtschaftliche und hydraulische Zwecke eines Landes, das seit der Herrschaft der Aragoner aufgrund von Malaria und häufigen Pestepidemien unbewohnt geblieben war und brach lag.

Die Strafkolonie bestehend aus Direktion, Gefängnis oder &bdquo.mandre', Kaserne der Aufseher, Militärpräsidium, Dienstleistungsbetrieben (Werkstätte mit Schmieden und Schreinern) und Krankenstube wurde auf einem Hügel zwischen zwei kleinen Flüssen mit Namen Praidis angelegt. Mit der Zeit entstand ein enges Netz aus Straßen und Infrastrukturen. die Bereiche, wo die zehn Posten der Kolonie entstehen sollten, wurden urbar gemacht. Das Produktionssystem war autarkisch, schloss aber den Verkauf von Produkten nicht aus. Man baute Gemüse und Getreide, Maulbeeren, Oliven, Orangen, Wein, Mandelbäume und Zitronen an, produzierte pflanzliche Kohle, hielt Schweine, Rinder und Schafe. Es herrschte ein sehr hartes Regiment. die hygienischen und gesundheitlichen Bedingungen (Malaria, auch Tuberkulose, Typhus, Magen-Darm-Grippen) führten zum Tod vieler Häftlinge, was für öffentliche Empörung sorgte. Nach und besserten sich die Lebensbedingungen der Verurteilten.

Während des Faschismus ging das inzwischen urbar gemachte Land an die Landwirtschaftsbehörde &bdquo.Ente Ferrarese di colonizzazione delle terre incolte' über, die dann zum &bdquo.Ente Sardo' wurde. Die Strafkolonie wurde 1952 von der EFTAS (&bdquo.Ente di Trasformazione Fondiaria Agraria della Sardegna'), abgelöst, die die Landreform in Sardinien abwickelte. Das 6.253 Hektar große Gebiet war die größte der mittleren landwirtschaftlichen Strafkolonien Italiens.

Heute wird die Strafkolonie restauriert. Ziel ist die Einrichtung traditioneller Handwerksbetriebe, in denen Weinfässer hergestellt, Körbe geflochten, Seile gewunden und Teppiche geknüpft werden. Der Aufseherflügel beherbergt ein in zwei Etagen eingerichtetes Museum, in dem die Geschichte des Gefängnisses, lokale Traditionen und das Leben der Gefängnisinsassen dokumentiert werden. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Gänge, im ersten Stock ein Gang und eine Terrasse. Von diesem Gang gehen zehn Räume ab. In einigen befinden sich ortsübliche Möbel, sowie Kleidung, Skulpturen und Gemälde. Neben der Direktion können auch die Hochsicherheitszellen und die Villa des Direktors besichtigt werden.

Adresse:

Località Praidis - 09040 Castiadas

Tel.: +39 070 99450307 - 070 99450319 - 070 9947200 (Comune) .

+39 328 4629860 (Cooperativa Sette Fratelli)

Träger:

Comune di Castiadas.