Um 1300 belagerte eine türkische (oder sarazenische) Flotte Posada, um die Bevölkerung durch Erschöpfung und Hunger zu besiegen. Um die Belagerer zu täuschen, gaben die inzwischen erschöpften und nicht mehr kampffähigen Bewohner der Burganlage einer Taube die letzte Handvoll Saubohnen zu fressen, die noch von ihren Lebensmitteln übrig waren. Bevor die Taube wegfliegen ließen, verwundeten sie sie. Der Vogel fiel mit vollem Magen in das feindliche Lager: Die seltsame Schwellung wurde bemerkt und ebenso die reichliche Mahlzeit, was die Araber veranlasste, die Ressourcen der Burg zu überschätzen, worauf sie die Belagerung aufgaben. Von dieser Legende leitet sich der Name der Burganlage Castello della Fava ab, die von den Richtern Galluriens im 13. Jahrhundert errichtet wurde. Die legendäre Geschichte unterscheidet sich nicht so sehr von der Realität: Ab dem 14. Jahrhundert wurde Posada mehrmals von sarazenischen Piraten überfallen, die die Burganlage vom Meer aus als Schatz ansahen und oft plünderten. Es überrascht also nicht, dass die mittelalterliche Ortschaft, die zu den Schönsten Dörfern Italiens gehört, ein „Labyrinth“ aus engen Gassen und verborgenen Plätzen ist: Die Architektur selbst erinnert an Hinterhalte, Überfälle und Fluchten.

Die aus wenig bearbeiteten Steinquadern erbaute Burg kann besichtigt werden: Sie steht auf einem grünen Kalksteinhügel, an dessen Hang das heutige Wohngebiet liegt. Wenn man leicht den Hügel hinaufsteigt, kann man den Zinnen umsäumten Turm und die Ruinen der Mauern mit ihrem unregelmäßigen viereckigen Grundriss bewundern, die einst von eine Reihe Zisternen aufwiesen. Vom Gipfel hat man einen wunderschönen Ausblick über das Tal des Rio Posada (mit dem Kajak zu befahren) bis zu den schönen Stränden rund um das Küstendorf San Giovanni di Posada. Wir befinden uns im Gebiet des Parks von Tepilora, einer der größten und schönsten Grünflächen der Insel, dessen Wege sich durch Wälder, Quellen, Lagunen und Sanddünen schlängeln und zum Wandern und Radfahren einladen.

Die Zeit der Judikate bildet für Posada als Grenzgebiet zwischen den Judikaten Gallurien und Arborea den Höhepunkt seiner Geschichte. Die Burg war lange Zeit zwischen den beiden Königreichen umstritten, bis sie 1380 in die Hände der Aragonier gelangte und dann unter dem Kommando von Brancaleone Doria an die Arborenser zurückgegeben wurde Es ist unwahrscheinlich, dass es eine militärische Garnison war, sondern eher die Residenz der Richter, vielleicht sogar von Eleonora d'Arborea. Einige sind der Meinung, dass es ein Vorläufer einer Touristenresidenz war. Posada war schon vor dem Mittelalter ein Grenzort, denn der gleiche Toponym Pausata bedeutet „Raststation“ und „Grenzort“. Seine Geschichte begann etwa im 5. Jahrhundert v. Chr. auf der Asche der phönizischen Ortschaft Feronia, die einst vielleicht eine italisch-etruskische Siedlung war und eine der ältesten bewohnten Ortschaften Sardiniens ist.